63: Der Gesundheitssystem*

* in Gedenken an der Gerät

Vier Wochen und immer noch Lungenbeschwerden. Sie hatten mich so weit, ich ging zum Arzt. Beim letzten Mal hat nur noch Cortison geholfen. Vielleicht kann man das ja abkürzen, dachte ich.

Von meinem Hausarzt war heute „nur“ der Praxispartner da, Jameda-Durchschnittsnote 1,0 (!). Und wirklich ein verdammt netter Kerl. Scherzt rum, hört zu, fachsimpelt mit mir über die Bonner Tischtennisszene (ich erwähnte, dass zumindest ein bisschen Sport sein müsse, sein Sohn spielt auch), verschreibt mir einen Inhalator.

„Haben Sie mal geraucht?“
„Nein, nie.“
„Schade. Raucher benutzen einen Inhalator meist richtig. Die wissen, wie es direkt auf die Lunge geht.“

Oder auch:

„100% ergab der Lungenvolumentest. Da könnte man ja meinen, alles wäre in Ordnung. Vor ein paar Jahren hatten sie aber noch 140%. Und da wollen wir sie natürlich wieder hin kriegen!“

Pferdelunge J to the Ü. Ganz wichtig beim Tischtennis.

Allerdings gab es kein Cortison. („Das verschreibe ich Ihnen mal heute noch nicht.“) Sondern nur einen Bronchienentkrampfer, den auch schon Säuglinge kriegen würden. „Ich denke, das reicht erstmal“. Meine Bemerkung, dass beim letzten Mal wirklich nur Cortison geholfen hätte und dass ich das am liebsten abkürzen würde, überhörte er.

So läuft es leider immer bei Kassenpatienten, zu denen ich mich sogar einst freiwillig gesellt habe, um mir auch im Alter noch eine KV leisten zu können (viel Glück, Privatpatienten!). Und ich weiß jetzt schon, dass ich in zwei Wochen wieder dort aufkreuze, sich nichts verbessert haben wird und er mich dann zum Lungenfacharzt überweist. Bei dem bekomme ich in ein paar Monaten einen Termin, wir werden verschiedene Tests machen und am Ende wird der mir den Cortison-Inhalator verschreiben.

Vielleicht übertreibe ich, vielleicht habe ich doch Glück und es wird diesmal anders laufen. Was dennoch bleibt, ist die traurige Erkenntnis, dass selbst ein cooler, netter Arzt mit einer 1,0 (!) bei Jameda über von oben diktierte wirtschaftliche Zwänge nicht hinweg kann.

Man sollte meinen, E-Scooter-Services wären alle gleich. Aber das mittlerweile auch in Bonn gestartete Lime (danke Hendrik!) überzeugt mich bisher noch gar nicht. Schlecht übersetzte App mit 20 Schritten bis zur Anmeldung und ein kaum gefederter Scooter, der seltsamerweise nicht schneller als 18 km/h fahren will. 20 wären erlaubt und sind für mein Empfinden schon langsam. Punktsieg auf jeden Fall klar für Tier. Dummerweise habe ich gleich ein 10-Euro-Guthaben für Lime aufgeladen, weil das Dark Pattern der App mich dazu verleitet hat. Na super…

Instagram-Werbung. Ich schrieb vor einigen Tagen ja bereits, dass Instagram immer genau weiß, was mir so gefällt. Aber damit lange nicht genug. Dass ich mich viel mit Fotografie beschäftige, weiß die App längst und bietet mir entsprechende Kurse an. Und es wird noch viel genauer. Neulich dachte ich: Du musst dich unbedingt mehr mit Nachbearbeitung befassen. Zack, bekomme ich Werbung für Lightroom-Tutorien und Presets.

Dann dachte ich, ich müsste eigentlich noch viel mehr über Licht und Beleuchtung lernen. Zack, bekomme ich Werbung für Beleuchtungs-Tipps. Es wird langsam etwas spooky. Und vergesst nicht: Wir stehen beim Thema personalisierte Werbung erst am Anfang.

Fake Fleisch ist da shit. Man kann aber auch mit anderen Dingen sehr lecker burgern, zum Beispiel Rheinische Rievekooch:

Das Bost ist zurück in der Bundesliga. Ach nee, Bas Dost heißt der. Das, Bas, Dos, Bost? Sprecht beides mal ein paarmal hintereinander aus und lasst euch genauso verwirren wie ich mich damals bei seiner ersten Station in Deutschland. (Im Übrigen glaube ich, Eintracht Frankfurt hat hier einen richtigen guten Transfer getätigt und wird wieder oben mitmischen.)

Auf Google findet man da auch allerhand komisches Zeug zu:

Zum Schluss noch ein paar Items aus der Galerie „Es gibt nichts, was es nicht gibt“:

62: Drei Tage als Zombie

Wenn jemand ein gutes Schlafmittel braucht, literweise Wasser trinken und auch noch doppelt so viel essen möchte wie normal, kann ich ihm diese Allergietabletten empfehlen. Ich glaube, ich war mein ganzes Leben noch nie so müde, und das will in meinem Fall schon was heißen.

Nach drei Tagen als Zombie steige ich besser mal wieder auf die anderen um. Ja, war witzig, aber das Leben hat so viel mehr zu bieten. Sagen die Lebenden.

Meine Mutter etwa hat ein E-Bike und liest die Tageszeitung als E-Paper auf dem Tablet. Ich bin tatsächlich noch nie ernsthaft E-Bike gefahren, habe kein Tablet und lese auch kein E-Paper. Höchste Zeit, das alles mal nachzuholen:

Nachdem neulich mal ein Rentner bei einer Bergauffahrt mit gleicher Trittfrequenz auf seinem E-Bike an mir und meinem Fahrrad vorbeigeflogen ist, sehe ich auch ein, dass einem das Vorteile bringen kann. Und es macht schon Spaß, gerade wenn Gegenwind ist oder es bergauf geht und ihr trotzdem kaum Kraft braucht. Geschwitzt habe ich dennoch ein bisschen.

Was mich zur – völlig subjektiven – Skala der Verkehrsmittel bringt:

VerkehrsmittelWie starkt verschwitzt nach 5km bei 25°C Außentemperatur?
FahrradOOOOO
Bus/U-Bahn*OOOO
FußOOOO
AutoOOO
E-BikeOO
DB BahnOO
E-ScooterO

* Zumindest in Bonn, wo die Dinger keine Klimaanlagen haben

Wie ist eure Einschätzung dazu? Was ist euer liebstes Fortbewegungsmittel bei Hitze, falls es da überhaupt eins gibt?

Die Meppener Tagespost auf dem Tablet hatte ich mir auch schlimmer vorgestellt, technisch zumindest. Ihr könnt zwischen den Zeitungsseiten in klassischer Optik hin- und herblättern und natürlich heranzoomen. Wenn ihr auf einen Artikel klickt, erscheint dieser aber auch noch einmal in Tablet-optimierter Darstellung. Geht eigentlich.

Und schöne Geschichten lest ihr da:

Und heute dann, ouha…

Viel Mitleid wird der jetzt vermutlich nicht bekommen. Der verantwortliche Redakteur schon eher. (Danke an Jens für den sachdienlichen Hinweis!)

Nachdem ich meine Küche nach und nach zum Hipster-Café umbaue, bin ich passenderweise gestern dahin umgezogen. Arbeitet sich ganz gut da, könnte Standard werden.

Und selbst der Toaster erstrahlt in völlig neuem Licht:

Gute Nacht… Zombies brauchen Schlaf.

61: Zur Sicherheit SUV fahren

Einen interessanten Debattenbeitrag zum Thema „Hell is other people“ gibt es derzeit auf dem Trendblog. Wir haben gerade eine Aktion laufen, in der wir ein paar Dashcams an Tester abgeben. Und die Bewerbungen darunter sind offenbarend. Zwei Auszüge:

„Da bekommt man die Vorfahrt genommen, wird von Radfahrern geschnitten oder gelegentlich kreuzt ein Geisterfahrer den Weg an der Kreuzung.“

„Warum ich seit Jahren mit Dashcam fahre? Weil draussen nur noch Egoisten unterwegs sind und ich schon zu viele knappe Situationen hatte.“

Der interessanteste Kommentar zum Thema verirrte sich allerdings unter einen anderen Beitrag. Inhalt dennoch ähnlich und umso bemerkenswerter:

„Übrigens fahr ich einen schweren SUV V8. Ich fühle mich in diesem Auto ob der immer mehr Idioten auf der Straße viel sicherer.“

Zur Sicherheit SUV fahren?! Ist das der Grund, warum sich ausgerechnet die schweren Spritschlucker in Deutschland mit Abstand am besten verkaufen?

Ich denke, das lässt sich herleiten. Der Verteilungskampf hat begonnen, die Leute drehen durch. Klar, die Umwelt müsste gerettet werden, aber die Zombieapokalypse ist imminent oder wir sind längst mittendrin – wenn ihr „die ganzen Verrückten da draußen“ also solche betrachten wollt, was gar kein so schlechter Vergleich ist. Also Pflug vor die Kühlerhaube gespannt und mittendurch.

Schaue ich mir die Verkehrssituation am Bertha in Bonn an, bestätigt sich der Eindruck. Der Audi schert noch schnell nach rechts aus und brettert dabei fast über mich drüber, wie ich mit dem E-Scooter ein Auto überhole, das mit Warnblinklicht auf dem Fahrradstreifen parkt. Eine Ecke weiter nimmt mich der Busfahrer beinahe aufs Korn, der nach links über den Radweg muss, den kluge Stadtplaner in die Mitte der Straße gesetzt haben. Während ich beinahe von einem Autofahrer in die Zange genommen werde, der von links kommt und keine Wahl hat, als auf höchstens 50 Metern Länge über den Radweg hinweg nach rechts abzubiegen.

Man könnte die Verkehrsplaner fragen, welches Gras sie an dem Tag geraucht haben, als sie das Konzept für eine gute Idee gehalten haben. Mir scheint, viel anders konnten sie gar nicht (wobei, den Radweg wie üblich am rechten Rand? Was hätte dagegen gesprochen?). Das Problem ist, dass da einfach zu viele verschiedene Verkehrsmittel auf zu wenig Platz zu schnell von A und D nach C und B wollen. Und das einfach nicht gut gehen kann.

Das wahre Problem sind die Autos, kommentiert Dieter Nürnberger im Deutschlandfunk. Kann man so sehen, aber eine echte Alternative ist immer noch nicht gefunden. Stichwort: Regen.

Bonn will (oder vielmehr muss) in der Zwischenzeit wegen schlechter Luftqualität zur Lead City werden. Maßnahmen? Paar mehr Buslinien, immer noch kein verdichteter Takt zu Stoßzeiten für den ständig überfüllten Flughafenbus, weil Fliegen ja voll evil ist. @ellebil fasst das auf Twitter treffend zusammen:

5 Minuten Twitter-Stream sind mittlerweile für mich wie früher 10 Minuten Facebook und noch früher 15 Minuten Bild-Zeitung. Ich fühle mich klein, abgehängt, nutzlos und völlig demotiviert. Das Leben läuft an mir vorbei, während alle anderen sich mit komischen Dingen befassen und über Sachen aufregen, von denen ich gar nichts mitbekommen habe (weil es mich auch nicht interessiert hätte – hätte es das sollen?). Dabei ging es mir gerade doch noch gut. Twitter erstmal wieder aus. Ist zu seltsam hier.

Und eventuell brauche ich in Bälde doch noch einmal eine neue Kamera. Ich arbeite ja jetzt damit und soll schöne Fotos und sogar Videos drehen. Die Sony Alpha 7 aber…

  • Weigert sich in 9 von 10 Fällen einfach scharf zu stellen, egal mit welchem Fokusmodus. Dude, da, DA sollst du scharf stellen. Der Fokusspot markiert genau den Punkt. Kamera: „Nö, mach ich nicht. Ach, du willst meine Kompetenz in Frage stellen und manuell fokussieren? Na, dann mach ich’s zu dunkel.“
  • Nimmt Videos in Full HD auf, zumindest das, was sie für Full HD hält. 1080 x 1440 px. Äh, Kamera, Full HD sind eigentlich 1080 x 1920 px. Kamera: Nö, hier nich, musste halt an die Seiten noch was dranpflanschen.
  • Display lässt sich nicht nach oben klappen. Noch nie von der Generation Selfie/Vloggern gehört, Sony? Na gut, die Kamera ist 6 Jahre alt…

Mal sehen, was der Markt hergibt. Jemand ne Idee?

Du liegst im Bett, schaust aus dem Fenster, siehst den Nachthimmel und denkst dir: Wow! Das wäre doch ein phänomenales Foto… 30 unscharfe Bilder später kommt dann wenigstens eins raus, das halbwegs vorzeigbar ist. Nee, sorry, ich glaub, Alpha 7, das wird nichts mehr mit uns.

Bild des Tages, trotzdem:

Und falls ihr nicht schlafen könnt, hier ein wenig Eisenbahnromantik meine 5-minütige Bergauffahrt mit dem Metz Moover von Poppelsdorf nach Ippendorf. YouTube-tauglich gemacht von unserer neuen Cutterin Ines. Großen Dank!

Und weil’s gestern so schön war und ich den Song heute rauf und runter gehört habe, hier noch einmal für euch. Das Video ist ebenso schlicht wie großartig, auf so vielen Ebenen. Enjoy!

60: Du musst meditieren!

Paarmal ausprobiert, kriege ich nicht gewuppt. Idee ist, dass ihr euch möglichst ruhig hinsetzt, die Gedanken abschaltet und Ruhe in den Kopf bringt. Bei mir passiert das Gegenteil: es läuft Nachrichtensendung. Du könntest ja noch dies und das machst du dann so und wusstest du schon…

Und wenn du es nicht hinkriegst, dann üb halt ein halbes Jahr jeden Morgen 1 Stunde oder geh zwei Wochen zum Vipassana.

Oder ich wende einfach weiter meinen guten, alten Badewannen-Trick an. Arme-Leute-Heimsauna könnt ihr es auch nennen. Das Wasser so heiß, dass ihr auf jeden Fall ins Schwitzen kommt. Nach 15 Minuten das Wasser ablassen und solange in der leeren Wanne liegen bleiben, bis ihr nicht mehr schwitzt. Zwischendurch gerne mal lauwarm abbrausen.

Dauert bei mir insgesamt eine Stunde. In der Zeit kein Smartphone, kein Hörbuch über den Echo Dot, keine Radio, gar nichts. Du liegst alleine in der Wanne mit deinen Gedanken. Und es läuft die Nachrichtensendung im Kopf. Es geht los dabei, wie ich die Küche eigentlich noch dekorieren könnte und endet bei dem, was ich dem Typen in der 3. Klasse vor dem Kletterzaun damals am besten gesagt hätte. Und überhaupt: Gartenzäune sollten eher blau als grün sein.

Ich hab keinen Einfluss aufs Programm, der Kopf denkt woran er will. Und das ist gut, nicht schlecht! Warum sollte ich die Gedanken abschalten wollen? Sie haben die volle Sendezeit und dürfen es richtig krachen lassen. Und nach einer Stunde ist der Spuk dann auch vorbei. Alles ist im Fluss und ich bin richtig entspannt.

Und nicht selten bringe ich daraus ein, zwei gute Ideen für später mit. Zu welchem Themenbereich auch immer. Zur Not fürs Blog. 🙂

Vielleicht könnte sich das Problem mit der Wohnungsnot auch einfach vom selbst lösen…

Beifuß, du machst mich fertig. 🙁

Gute Musik supporten, auch wenn sie schon alt ist:

Spendier den Typen doch bitte endlich mal einer nen gescheiten Songwriter! Musik machen können sie ja sonst…

Es gibt in Bonn-Endenich jetzt ein australisches Café mit tollen Kaffee und sehr leckeren Pies. Hat mich inspiriert, mich fürs Bild des Tages mehr schlecht als recht nochmal an Food Photography zu versuchen:

59: East 17 und die 80:20-Regel

Es gibt wohl keinen Produktivitäts-Ratgeber, der das Pareto-Prinzip nicht erwähnt. Auch bekannt als die 80:20-Regel: In 20 Prozent der Zeit schaffst du oft 80 Prozent der Arbeit und für die restlichen 20 Prozent würdest du wiederum 80 Prozent der Zeit aufwenden. Ergo: Am produktivsten wäre es, immer nur 80 Prozent zu geben.

Das Dumme ist nur, dass 80 Prozent nicht reichen. Klar, für eine Präsentation unter Kollegen kann es auch mal genug sein, in ner Viertelstunde was hinzuklatschen, und es kann trotzdem gut ankommen. Oder auf meinen Job bezogen: Ein Kommentar, der den Nagel auf den Kopf trifft, ist meist erstaunlich schnell heruntergeschrieben und kommt eigentlich immer gut an. Hier wäre es Perlen vor die Säue, auch noch Archive zu durchstöbern, weitere Statistiken zu Rate zu ziehen, Stimmen einzuholen.

Aber das geht längst nicht immer. Zum einen hat man einen solchen Geistesblitz natürlich nicht täglich. Zum anderen sind (haha, die Ironie) 80 Prozent des Alltagsgeschäft des Techbloggens eben auch schnödes Handwerk: Recherche, Produkte testen, SEO, Textformatierung, Auszeichnung, Aufbereitung, Fotografie, Redigieren, Kontakte pflegen, Mails schreiben usw usf. Manchmal bist du froh, überhaupt noch Zeit zum Schreiben zu haben.

Und wenn du auf einer Bühne stehst, so wie gestern auf der 90er Live in Bonn das, was von der Teenie-Badboy-Band East 17 noch übrig war, reichen dann wirklich 80 Prozent, um die Massen zum Rasen zu bringen?

Oder anders formuliert: Mit 80 Prozent Elan erreichst du nur 20 Prozent der Fans. Da würde das Pareto-Prinzip dann doch wieder stimmen…

Ein paar Takte noch zum 90er Live? Joa. Wir waren jetzt schon zum zweiten Mal da. Man muss halt Trash mögen, entsprechend keine Erwartungen haben und ein bisschen in Partylaune sein. Dann durchaus witzig.

OMG, wie konnte ich bisher ohne Drohne leben?! Noch bin ich dabei zu lernen, wie sowas eigentlich funktioniert. Aber auch so macht das schon sehr viel Spaß.

Natürlich ist da noch Luft nach oben. Vor allem bei den Drohnen-Selfies. 🙂

Verfluchte Steuer! Ich bin schon längst im Verzug mit meiner letzten Umsatzsteuer-Voranmeldung. Hab endlich alles zusammen, will es in mein Standard-Tool einhacken. Standard-Tool sagt: „Wir sind noch im 1. Quartal!“ Nein sind wir nicht. „Doch!“ Ja, dann lass mich doch… „Nein!“

Ich schreib den Service an. Service sagt: „Okay, ich geb’s an die Technik weiter.“ Zweimal nachgehakt. Nichts mehr gehört.

Anderes Buchungs-Tool gesucht und gefunden. Macht einen frischen, modernen Eindruck. Eingeloggt, alles eingebucht, nur noch schnell persönliche Daten und Steuernummer eingeben. Tool sagt: „Steuernummer akzeptiere ich nicht“. Was? Warum denn nicht? „Ja, isso“. Soll ich die vielleicht nur anders formatiert eingeben? „Sag ich dir nicht“.

Den Service angeschrieben. Ist nur leider Sonntag.

Der Steuer-Driss verfolgt mich bis in meine Träume. Ich könnte mir das Leben leichter machen, wenn ich endlich mal ein modernes, papierloses Tool verwenden würde. Aber dazu müsste ich mich aufraffen.

The Dark Side of the Moon:

Bilder des Tages: s.o. 🙂

58: Homemade Adventures

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich ich bin, diese Info im Display zu lesen. 🙂 <3 :*

Eine uralte Sony Alpha 7, viel Liebe, gebraucht erworben, Update auf die neuste Firmware versucht. Und, sagen wir es so: Das ging nicht so, wie es in der Anleitung stand. Die Foren sind voll von bitterlich weinenden Nutzern, die Sony verzweifelt um Hilfe anrufen, doch der Guru bleibt stumm. Auch ich wurde nicht gehört. Aber ich ließ die Tabs in einem Browser-Fenster offen, um es wieder zu versuchen. Der Tag würde kommen!

Und dieser Tag war heute, Wochen später. Ich war dabei, mein MacBook aufzuräumen. Und ich wollte es noch ein letztes Mal probieren, bevor ich es aufgab, Sonys Anleitung diesmal grob missachtend. Es ging schon lange nicht mehr um die modernere Firmware. Es ging ums Prinzip! Die Anleitung lässt euch erst Updater 1 starten, dann Updater 2. Ersterer wird vom Mac nicht akzeptiert und geht beim Anschalten aus. Vorher (oder zwischendrin, die Anleitungen widersprechen sich da) schließt ihr die Kamera per USB-Kabel an den Mac an, schaltet sie ein – und müsst das Kabel dann wieder trennen, weil die Software sonst nicht initialisieren kann. Es geht übrigens auch nicht mit allen USB-Kabeln. Man solle das Original verwenden, das ich nicht habe…

Warum es heute funktioniert hat? Wahrscheinlich weil es mir fast schon egal war. Oder weil ich die „Regeln“ absichtlich missachtet habe. So oder so: Ich hab dich besiegt, du Scheißding! Ich gründe jetzt meinen eigenen Kult.

Mir tränen immer noch die Augen, aber ich mag so einen Kram ja (danke, Nicky!). Und was er dann sah, ließ ihn vor Schreck durch die Nase pfeifen:

Da soll noch einer sagen, 0,003% Anteil an etwas könne keinen großen Unterschied machen. Geschweige denn 0,04 Prozent…

Zuhause hocken und mit Hafermilch die Welt retten? Ich bin weder besonders öko, noch vegan. Ich trinke das Zeug gerade hauptsächlich, weil Kuhmilch bei Bronchitis/Asthma nicht gut ist (Schleimproduktion). Aber der Milchkaffee damit schmeckt mir als Abwechslung mal richtig gut. Hafer wächst auch in diesen Breiten (hallo Soja), holzt keinen Regenwald ab (nochmal hi, Soja) und verlangt weniger Wasser beim Anbau (hallo Mandeln, hallo Cashew). Soll auch nicht ganz ungesund sein. Na denn!

Veganes Steak derweil: Nee, is nix. Sorry, Rügenwalder Mühle aus dem Oldenburger Land, aber bleibt lieber beim nachgemachten Hackfleisch!

Street-Cartoon. Wo ist der Witz?

Bild des Tages: Orange Sky, shot on my freshly updated Sony Alpha 7. Ha-harr!

Die Abenteuer, die man so erlebt, wenn man den ganzen Tag das Haus nicht verlässt. Habt’s ein gutes Wochenende!

57: The Darkness

Seit drei Wochen laboriere ich jetzt an meiner Bronchitis (oder eigentlich Asthma, wie eine bekannte Ärztin diagnostizierte) und so langsam schlägt es mir auf die Stimmung. Ich muss Anstrengungen vermeiden, sprich: Sport. Und ohne Sport geht es mir nicht gut. So viel kann ich gar nicht spazieren gehen, um das wieder auszugleichen.

Welche Auswirkungen das hat, kann ich gerade live an mir ablesen. Die Arbeit stresst mich mehr als gewöhnlich, ich habe Phasen am Tag, an denen ich unfassbar müde bin. Vor allem aber gehen mir andere Menschen auf den Geist, vornehmlich solche, die im Weg rumstehen oder aus dem Kollektiv ausbrechen.

Heute läuft da etwa dieser Typ auf dem Frankenbadplatz heiß. Redet extrem laut, schimpft über die anderen, brüllt herum, shakert fremde Leute an, die das gar nicht wollen, und entschuldigt sich im gleichen Moment ebenso lautstark. Das geht jetzt seit Stunden so. Ich kriege das mit, weil das direkt vor meinem Fenster passiert und ich die sommerliche Atmosphäre eigentlich mag.

Ich kenne ihn, ich weiß um seine Beeinträchtigung und normal sortiert mein gesundes Selbst den einfach in eine Schublade ein (hilft manchmal ungemein). Geht es mir nicht gut, bringt es mich nur noch auf die Palme. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was wäre, wenn die Asthma-Geschichte noch ein paar Monate weiterginge. Oder länger.

Ich habe Leute gesprochen, die nach Ärztepfusch oder Krankenhauskeimen ein ganzes Jahr außer Gefecht waren. Es gibt Menschen, die so chronisch krank sind, dass sie nie mehr so können, wie sie wollen. Was machen die mit ihrer negativen Energie, noch dazu in dieser Gesellschaft?

Mir ist dabei eine Doku wieder eingefallen, die ich vor einiger Zeit gesehen habe. Ein Reporterteam hat dabei Menschen aufgesucht, die in sozialen Netzwerken aufs Übelste gegen Migranten gehetzt und deren Tod gefordert hatten. Das Reporterteam überfiel die Verfasser teilweise an deren Arbeitsplatz, nachdem sie die Schriften zuvor dem Chef gezeigt hatten.

Mit seinen eigenen Hassbotschaften konfrontiert, brach ein älterer Mann zusammen. Es stellte sich heraus, dass er schon lange private und gesundheitliche Probleme hatte. Gegen Migranten – hatte er eigentlich nichts. Aufgeschreckt auf Facebook von geposteten Sensationsnachrichten über Gewalttaten von Migranten hatte er dann seinen Frust nach unten weitergegeben.

Was ist das eigentlich für eine Gesellschaft, in der selbst die Schwachen ihren Druck noch an die Schwächsten weitergeben? Die Gründe können gesundheitlicher Natur sein, ja. Aber warum läuft das dann derart schief? Es gibt ja auch Gesellschaften, in denen sich alle um den Versehrten kümmern, physisch wie psychisch, wo es darum geht, dass derjenige wieder Teil der Gemeinschaft wird. Wo die Menschen nicht danach gemessen werden, wie wertvoll sie für den Arbeitsmarkt sind. Ich spreche hier nicht von mir, ich werde hoffentlich schon bald wieder gesund sein. Aber was ist mit denen, die monate-, ja jahrelang krank sind?

Ich kann nur sagen: Habt mehr Verständnis! Zero tolerance gegenüber Dummheit und rechter Hetze, okay. Aber hört erstmal zu und schaut nach den Ursachen.

Und nehmt Gesundheit nicht als selbstverständlich hin! Ist sie nicht.

Ist doch eigentlich ganz nett hier – hatte ich mir vorgenommen zu schreiben. Aber irgendwie… nee.

Einen kurzen Moment lang hatte ich überlegt, ob man nach dem Überdruss an Facebook nicht reumütig zu StudiVZ/MeinVZ zurückkehren sollte. Weil’s da ja eigentlich mal ganz nett war, und ohne viel Hass und so.

Zeigt sich aber doch, dass es schon Gründe dafür gab, warum damals alle geflüchtet sind. Der wichtigste dürfte sein, dass da einfach nichts mehr los war. Ist jetzt eben die Frage: Facebook ist too much, StudiVZ too little. Wie social sollte ein modernes Social Network sein?

So social wie der offizielle StudiVZ-Nachfolger FreundeVZ vielleicht? Der lädt nämlich nicht…

Seit ich auf der Minimalismuswelle schwimme, kaufe ich ironischerweise mehr Technik denn je. Der angewandte Minimalismus bedeutet nicht, dass ihr gar nichts mehr besitzt. Es bedeutet: Ihr habt am Ende idealerweise nur noch Dinge, die euch Spaß machen. Und dazu müsst ihr die natürlich erst einmal kaufen…

Zwei einfache Regeln beschreiben den praktischen Minimalismus. Der zweite ist von Marie Kondo, der erste aus dem Buch „Goodbye Things“ von Fumio Sasaki, das ich dazu einmal gelesen habe:

  1. Brauche ich das wirklich?
  2. Bereitet es mir Freude? (Does it spark joy?)

Punkt 1 ließ mich beinahe alles aussortieren, was nicht niet- und nagelfest war. Das wenigste davon habe ich bereut. Punkt 2 haucht schönen Dingen Seele ein. Dinge zu behalten, die einem wirklich gefallen, ist die eine Sache. Die andere ist, dass sich das auch beim Einkaufen wunderbar umsetzen lässt, um weniger Zeugs anzuhäufen.

Du musst Affinity Foto zur Bildbearbeitung benutzen, heißt es derzeit von Kreativen allerorts. Ich habe Affinity ein paar Tage lang getestet und es hat kein Joy gesparkt. Für mich überladen, erstaunlich langsam (wolltet ihr Adobe damit Paroli bieten?), nicht so intuitiv erlernbar wie gedacht. Als Photoshop-Alternative sicher den Preis wert. Aber so viel besser als das Pixelmator, das ich schon habe, dann auch nicht. Vor allem aber: Brauche ich überhaupt eine Photoshop-Alternative?

Polarr Bildeditor

Und so bin ich bei Polarr hängen geblieben. Die Bedienung ist so anders, so viel leichter und schöner, und dabei ein so mächtiges Tool, das sogar im Browser funktioniert. Ich habe es bei meinem ersten Test in diesem Jahr mit einem Chromebook gesehen und bin seitdem hin und weg. Derart hin und weg, dass ich drauf und dran bin, für einen Monatsbetrag die Pro-Version zu bezahlen (die deutlich unter dem Preis für die Adobe Creative Cloud liegt).

Also ja, man kann klar sagen: Polarr sparks joy.

Nach dem unechten Fleisch kommt jetzt das wieder etwas echter wirkende Fleisch, also das, was geschmacklich dann gar nicht mehr von Fleisch unterscheidbar sein soll. Nachdem Beyond sich mit einer Fuhre zu Edeka und Lidl gewagt hatte, bläst die Konkurrenz mittlerweile zum Gegenangriff. Den Incredible Burger hatte ich schon. Und von der Rügenwalder Mühle kommt jetzt auch ein Erzeugnis, das Beyond imitiert. Sogar: Steak. Okay, das muss ich ausprobieren! (Bericht folgt.)

Für euch bereits ausprobiert: Butterkaffee. Trinkt man in Vietnam und hatte ich heute Bock drauf. Geschmacklich: nicht so schlimm, wie ihr denkt. Ich rate zu gesalzener Butter. Und mokka-artigerem Kaffee.

Leser-Service: Jens bat mich um die Links zu den Produkten, die mich zum Instagram-Werbeopfer werden ließen. Die sähen interessant aus. Nun denn, du hast es so gewollt! Noch gefunden: iPhone Photography School, papierartige Portemonnaies, Outdoor-Luftmatratze mit hohem Schlafkomfort, Sprachassistent fürs Auto, E-Mofa mit 240km Reichweite, der Reiseschuh für alle Gelegenheiten, T-Shirt, das ihr erst nach Tagen waschen müsst, Hose, die ihr nie wieder ausziehen müsst. Beeilt euch, alle Angebote sind streng limitiert!!! 😉

Final Space, SciFi-Animationsserie auf Netflix, empfohlen von Boris. Die Story hat Potenzial, aber dafür gingen mir Beteiligte und Handlung zu sehr auf die Nerven. Bis auf den knuffigen Mooncake, der mich stark an Nibbler von Futurama erinnert, sind mir eigentlich alle Charaktere unsympathisch, insbesondere die Hauptfigur. Und das hat schon bei genanntem Futurama für mich nicht funktioniert. Oder anders gesagt: Ist mir zu hektisch. Sorry, Boris, bin ich zu alt für!

Trendblog-Content: Ein technisches Gerät ohne optisches Laufwerk – das kann im ausgehenden zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts tatsächlich immer noch ein Zankapfel sein. Kollege Daniel Wendorf hat sich die Xbox One S All Digital trotzdem mal vorgenommen. Ich habe derweil das neue Galaxy Note 10 vorgestellt. Sparkt eher nicht genug Joy, als dass ich das Galaxy S10 dafür in Zahlung geben würde, zumal der Akku sicher auch nicht länger hält, aber sieht doch verdammt gut aus!

Bild des Tages: Kleine Pflanze muss noch viel wachsen (verfremdet mit Polarr)

56: Instagram-Werbeopfer

Die letzte Social-Media-App, die ich noch wirklich nutze, ist Instagram. Und wenn mich die App bei einer Sache immer wieder kriegt, dann ist das bei der Werbung. Ich weiß nicht genau, wie sie das machen, dass sie immer genau wissen, was mir gefällt oder was ich gerade brauche. Oder ob sie einfach nur den Traum kleiner Jungen (im Manne) erfüllen.

Angezeigt hat mir Instagram unter anderem Werbung für…

  • Das Online-Master-Programm für Fotografie für nicht 6.000, auch nicht 2.000, nein, für nur 95 Dollar
  • Das Portemonnaie, das wirkt wie aus Papier *
  • Die platzsparende Outdoor-Luftmatratze mit hohem Schlafkomfort *
  • Den Sprachassistenten für jedes Auto
  • Das E-Mofa mit 240km Reichweite
  • Das Paar Schuhe für alle Gelegenheiten *
  • Das T-Shirt, das ihr 7 Tage lang tragen könnt, bevor ihr es waschen müsst
  • Die Hose, die ihr nie wieder ausziehen müsst

GENIAL!

Bei den mit * markierten Produkten habe ich tatsächlich zugeschlagen… Ja, ich weiß… Ja, was soll ich machen…

So passend diese Werbung ist, es ist nicht ohne Probleme. Der genannte Schuh für alle Gelegenheiten etwa verlinkte zu einer Kickstarter-Aktion. Das Projekt sah ziemlich solide aus, aber mit Kickstarter hatte ich in der Vergangenheit nicht nur gute Erfahrungen gemacht.

Und dann ist da noch die Sache mit den T-Shirts… Das waren einfach nur wunderhübsche T-Shirts mit Knopfleiste. Ich war sofort Feuer und Flamme, besuchte den Shop, bestellte gleich drei Farben (kann man ja alles zurückschicken), fand noch eine Shorts, eine Mütze und ein paar Schuhe, die mir gefielen, und gab schließlich eine Bestellung für 200 Euro auf. Stutzig hätte ich schon werden sollen, als der Versand nochmal extra kosten sollte. Abgerechnet in US-Dollar. Aber ich wollte die T-Shirts unbedingt. Und beim Online-Shopping hatte ich bisher tatsächlich fast nur gute Erfahrungen gemacht.

Na ja, die Bestellung ist nun 2 Monate her. Bestellt und bezahlt am 5. Juni. Für den 19. Juli steht da: wurde versandt, aber konnte nicht zugestellt werden. Warum nicht? Der Anbieter gibt eine Tracking-Nummer bei der China Post an und sagt, ich solle mich bei denen melden. Gebe ich die Nummer dort ein, kommt eine leere Seite. Bei Fragen und Beschwerden kann ich mich jederzeit an den Shop wenden, der dafür die Adresse noreply@… angibt…

Sagen wir’s so: Falls die Klamotten noch irgendwann ankommen sollten, ist der Sommer vermutlich längst vorbei. Und mit dem Rückversand und der Erstattung einzelner Teile dürfte es sooo einfach auch wieder nicht werden.

Der langen Rede kurzer Sinn: Überlegt euch das zweimal mit dieser Werbung auf Instagram! Selbst wenn sie dort T-Shirts verkaufen, auf denen „I hate people“ steht….

Für 26,75…..

Statt 30,95……

……..

*

Matthias, unser Admin und im früheren Leben Produktfotograf, hatte ein paar Verbesserungsvorschläge für meine Beitragsfotos zum Testbericht der Canon EOS R. Und weil ich Kritik ja immer sofort persönlich nehme zum Anlass nehme, zu lernen und Dinge danach besser zu machen, habe ich mich die vergangenen zwei Tage mehr als geplant mit Fotografie befasst.

Ihr denkt, Produktfotografie sei einfach? Draufhalten und fertig? Denkt nochmal nach! Und denkt dabei an Staubkörner, die es nicht geben darf und die ihr im Display oder Sucher noch nicht seht, denkt an Schärfentiefe, die schon bei Blende 8 nicht ausreichen kann, um das Produkt von vorne bis hinten scharf abzubilden und den Hintergrund trotzdem in angenehme Unschärfe zu tauchen. Denkt an gerade Proportionen, stürzende Linien, passende Hintergründe. Es wurde eine stundenlange Fotosession, in der ich meine Küche halb zum Fotostudio ausgebaut und dutzende Fotos geschossen habe. Ich war am Ende schweißgebadet…

Aber okay, es dürfte sich einigermaßen gelohnt haben.

Aus…

… wurde…

Und aus…

… wurde…

Aber ernsthaft: Fotografie ist ein beinhartes Geschäft und ich kann mittlerweile verstehen, warum eingesessene Fotografen leicht pikiert auf diejenigen schauen, die mal eben das Smartphone draufhalten (was ich ja so gerne mache).

Übermorgen befassen wir uns dann mit dem Thema Video…….

Bild des Tages: Meine Küchenpflanze. Ausnahmsweise aufgenommen mit einer echten Kamera. Und verdammt, wo kommt denn da jetzt schon wieder dieser Aufkleber…

55: 20 km/h

Im deutschen Roadmovie „25 km/h“ fahren die beiden Protagonisten auf zwei Mofas einmal durch fast ganz Deutschland. Vom Schwarzwald bis an die Ostsee. Der Film gefiel mir überraschend gut. Aber darum soll es hier ausnahmsweise nicht gehen. Es geht darum, dass die beiden mit ihren Mofas, die maximal 25 km/h schnell fahren können, nur eine Woche brauchen, bis sie am Ziel sind.

Bild: Sony Pictures

Metz hat unterdessen zusammen mit einem Scooter-Experten eine Scooterchallenge ausgerufen. Auf einem Metz Moover (so einen, wie ich gerade teste) fährt Fahrer Igor dabei einmal durch ganz Deutschland – und braucht dafür 30 Tage.

Bild: Scooterexperten/ eprimo/ Metz. Aufschrift von mir.

Nun ist seine Strecke etwas länger. Ganze 1.200 km weit geht sie. In „25 km/h“ dürfen es mehr knapp über 1.000 gewesen sein. Aber aus einem simplen Grund waren die beiden schneller unterwegs: Sie konnten ihre Maschinen in 5 Minuten an jeder beliebigen Tankstelle wieder „aufladen“.

Mit einem E-Scooter geht das nicht. Der beschriebene Metz Moover schafft bei großzügiger Auslegung 25 km Reichweite (bei mir sind es eher 15, bei ebener Strecke und guten Straßenverhältnissen sind vielleicht auch mal 20 drin) und muss danach wieder für einige Stunden an den Strom. Igor will pro Tag um die 60 km zurücklegen. Das heißt, der Metz Moover muss pro Tag mindestens zwei- bis dreimal an die Steckdose, wenn nicht getrickst wird. Ich fürchte, der arme Kerl wird mehr Zeit beim Laden als beim Fahren verbringen.

Versteht mich nicht falsch! Schöne Aktion eigentlich, der Gedanke zu etwas Ähnlichem kam mir auch schon. Ich fürchte nur, die Zeit ist dafür noch nicht reif oder das Verkehrsmittel doch nicht das idealste.

Zur Zeit ist immer noch kein Sport bei mir drin, deswegen heute die nächste „Wandertour“. Ich laufe Richtung Beuel und irgendwann kommt mir die Idee, so weit zu laufen, bis ich das erste „Mobilitätsmittel“ finde, also E-Scooter oder Leihfahrrad, um damit zurück zu fahren.

Am Beueler Bahnhof findet die Tour ein jähes Ende. Denn dort stehen ein Nextbike und zwei Tiere schon parat. Ich schnappe mir ein Tier und düse damit nach Hause. Okay, das war zu einfach. Beim nächsten Mal gehe ich etwas abseits der ausgelatschten Touri-Strecken. Und morgen versuche ich es mal wieder mit Tischtennis. Soll ja nicht so anstrengend sein.

Das Ende von Haus des Geldes Staffel 3 gesehen. Zerfahrenere Geschichte diesmal, und warum die eigentlich genau in die Bank… Aber egal. Es hat wieder Spaß gemacht. Es dürfte an den Charakteren liegen, die einem mittlerweile ans Herz gewachsen sind. Der Professor, die Inspektorin, Tokio, Denver… Mit denen könnte man es noch ein paar Jahre aushalten. Ich fürchte nur, viel mehr Staffeln (als die wohl noch kommende vierte) werden inhaltlich kaum noch möglich sein.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell man beim Wandern vorwärts kommt. Die ca. 5 Kilometer von mir zuhause bis zur Mondorfer Fähre in Graurheindorf habe ich gestern in 45 Minuten zurückgelegt, ohne all zu stramm zu marschieren. Im Alltag käme niemand auf die Idee, zu Fuß dahin zu gehen. Da würdet ihr den Bus nehmen, der – theoretische Fahrtzeit – 18 Minuten braucht. Geht ihr davon aus, dass ihr den überfüllten Bus wie immer knapp verpasst und der nächste zu spät kommt, wartet ihr erst einmal 10 bis 15 Minuten. Zur Bushaltestelle gehen müsst ihr auch noch, der Bus kommt bei dem dichten Verkehr nie so schnell durch. Sagen wir, bei großzügiger Rechnung: Haustür zu Fähranleger mit dem Bus 35 Minuten.

35 vs. 45 Minuten also. Da wüsste ich zumindest bei gutem Wetter, für welche Variante ich mich entscheiden würde (wenn es nur die beiden Optionen Bus und Pedes gäbe).

Trendblog-Content: Wenn ihr auf Android Go scharf seid, könnte das Gigaset GS 110 für euch interessant sein. von 16 GB Speicher sind tatsächlich nur 6-7 GB vorab belegt. Ebenso minimalistisch aber auch der Arbeitsspeicher: Mit 1 GB RAM kommen leider nicht alle Apps hin.

„Lass den Jung nit zo lang mit däm Smartphone spille! Der versucht sich sonst noch an Architekturfotos (oder dem, was er dafür hält).“

Habt’s ne gute Woche!

54: Zu Fuß nach Köln

Mir fehlt Bewegung. Eine allergische Bronchitis streckt mich derzeit nieder, und das schlägt mir auf die Stimmung. Aber heute ist das Wetter gut, ich fühle mich halbwegs fit. Es ist 1700 Uhr und ich marschiere einfach mal drauflos Richtung Norden.

Als ich nach 45 Minuten schon in Graurheindorf an der Fähre bin und wenig später die Stadt verlasse, weckt das den Ehrgeiz in mir. Könnte ich wohl schon nach 2 Stunden in Wesseling und nach 3 Stunden in Köln sein? Wollen wir doch mal sehen!

Um 1800 erreiche ich den Ortsmittelpunkt von Hersel, idyllisch am Rhein gelegen. Der Weg führt durch viel Grün und neben beneidenswert schönen Häuschen immer am Fluss entlang. Partyschiffe feiern an mir vorbei. Und ich bleibe im Soll: Gegen 1900, nach 2:00 Stunden, komme ich wie geplant in Urfeld an, dem südlichsten Ortsteil Wesselings.

Wenig später tauchen die ersten Raffinerie-Anlagen, Verladestationen und Fabriken auf. Das, wofür Wesseling berühmt ist. Zwischen Rohren und Leitungen hindurch nebst viel Grün geht mein Weg kilometerweit nach Norden. Von irgendwo ertönt live das FC-Kölle-Lied. Der Rheinkilometer 666 wirbt um Vertrauen:

Die Wesselinger Innenstadt durchstreife ich erst um 1945. Mit der neuen Promenade und sogar einem kleinen Strand ist es hier gar nicht mal mehr so hässlich.

2000 Uhr, 3:00 Stunden unterwegs, und ich bin kurz vor der Evonik-Fabrik. Immer noch Wesseling.

Heilige Maria der Industrieanlagen

Vor einem Brombeerstrauch am Ortsausgang von Wesseling stärkere ich mich erst einmal. Wusstet ihr, dass die kleinen verschrumpelten überreif und dabei besonders lecker sind?

Es ist schließlich 2040 Uhr, als ich endlich die Haltestelle Köln-Godorf erreiche. Von hier ist es in etwa noch genauso weit zum Kölner Dom wie in die Bonner Innenstadt. Fast 20 Kilometer wären noch zu laufen. Das schenke ich mir dann doch für heute und setze ich mich in die nächste 18 Richtung Köln-City. Von da nach einem kurzen Imbiss per RE zurück nach Bonn.

Aber hey, ich bin von Bonn nach Köln gelaufen! In 3:40 Stunden! Und die Bewegung hat echt gut getan.

Kennt ihr das, wenn ihr supererschlagen seid und plötzlich gar nichts mehr auf die Reihe kriegt? Es ist wunderschön warme Luft in Bonn, als ich am Hauptbahnhof aussteige und statt mit dem Bus, der sogar direkt bereit steht, lieber mit einem E-Scooter oder Leihfahrrad zurück nach Hause fahren würde. Ein einziges Tier sei zwischen Busbahnhof und Kaiserplatz noch verfügbar, meldet die App. In Wahrheit ist da keins. Nur die Polizei, die gerade ein paar Leute aus der „Szene“ hochnimmt.

Also mal ein Leihfahrrad? Ich sehe vor dem Münster zwei Nextbikes stehen, aber bin bei dem Service noch gar nicht angemeldet. Die App ist tatsächlich schnell auf meinem iPhone, aber die Registrierung überfordert mich. Immer wenn ich meine Kreditkartendaten eingeben möchte, leitet die App mich auf die Nextbike-Startseite um. Ich muss es mit PayPal versuchen. Nextbike möchte gleich eine Zahlung von 3 Euro veranlassen und erwähnt mit keiner Silbe wieso (eine halbstündige Fahrt soll nur 1 Euro kosten).

Nach der Zahlung gelange ich auf die selbe Seite zurück. War das nun erfolgreich oder nicht? Noch einmal die 3-Euro-Zahlung: wieder zurück zur Zahlungsseite. Erst da dämmert mir, dass die App längst freigeschaltet sein könnte. Und tatsächlich: Ich kann eins der beiden Nextbikes abscannen und damit losfahren. Aber Mensch, was für ein Drama! Und das, wo ich eh schon völlig entkräftet bin.

Für das Acer Chromebook 714 teste ich gerade haufenweise Apps. Müsst ihr auch. Der Chrome Webstore ist praktisch tot. Es gibt eine Handvoll nativer Apps, von denen ich bisher nur den Bildeditor Polarr empfehlen kann. Bei Android-Apps kommt es darauf an, ob sie kompatibel sind, ob sie reibungslos funktionieren, auf alle Bereiche des Systems zugreifen können.

Wusstet ihr, dass euch Google Play kostenpflichtige Apps mittlerweile selbstständig erstattet, wenn ihr sie kurz nach der Installation wieder herunterschmeißt? Mir passiert mit der App AnDosBox. Nachdem ich dafür 2,99 Euro auf die virtuelle Ladentheke lege und die App dann doch nicht tut, was sie soll, schmeiße ich sie runter und will sie eigentlich noch einmal neu installieren. Derweil schickt mir Google eine Mail, dass die Rückzahlung veranlasst worden sein. Einfach so. Wow!

Bilder übertragen vom iPhone auf ein Chromebook. Ihr ahnt bereits, dass das so seine Tücken haben könnte. Bin hier für gute Tipps sehr dankbar! AirDrop geht hier natürlich nicht, selbst Google Drive arbeitet irgendwie nicht mit Apples Bildergalerie zusammen. Der Apfel tut alles, um euch zu kostenpflichtigen iCloud-Paketen zu motivieren. Die einzige Möglichkeit, die ich gerade habe, ist GMail. Aber die App komprimiert keine Bilder, schafft nur 10, manchmal auch nur 6 Bilder auf einmal und lässt euch 20 Sekunden warten, bis der Upload abgeschlossen ist. Na super. Wie gesagt: Bin für jeden Hinweis dankbar!

Wesselings Wetterstation (hrhr):

Jörg Bergers zweite Halbzeit:

53: Beethovens Vater

Ich hatte mich heute mit Jens „zum Essen“ verabredet. Ich freute mich auf ein kühles After-Work-Bier am späten Nachmittag oder frühen Abend. Jens schrieb mir dann heute früh: „Passt dir 12:30 Uhr?“

Jens hat zwei Kinder. „Zum Essen treffen“ kann für ihn nur mittags bedeuten. Abends um die Zeit bringt er seine Kinder ins Bett. Ohne Kinder denkt man irgendwie anders. 😉

Wir haben uns schließlich um 1500 Uhr auf einen Kaffee getroffen. Seine Kleine war auch dabei.

Mädchen schon früh für Technik begeistern!

Worüber Jens sich (unter anderem) so Gedanken macht: Beethovens Vater:

Wenn Beethovens Geburtshaus (das heutige Beethoven-Haus) drei Häuser neben dem Gasthaus „Im Stiefel“ steht, es beide damals schon gab und Beethovens Vater Johann (bewiesenermaßen) dem Alkohol verfallen war, ging er dann im „Stiefel“ ein und aus? Und wenn ja: Sollte der „Stiefel“ heute damit werben (à la: „Hier trank schon der alte Beethoven nicht zu knapp“)?

Das einzige, was ich dazu fand: Ein Beitrag auf We Love Pubs, wonach Johann van Beethoven dem Hörensagen nach tatsächlich im „Stiefel“ ein- und ausging und man nach seinem Tod dem Wirt (!) wegen nun massiv wegbrechender Umsätze das Beileid aussprach. 😉 Ob’s stimmt? Zumindest wirbt der „Stiefel“ auf seiner Website heute nicht mit Johann van Beethoven.

Samsung Galaxy S10 und Canon EOS R

Das Gute an der Canon EOS R sind eigentlich ihre schlechten Eigenschaften. Für mich viel zu teuer (3.500 Euro mit Objektiv) und so schwer, dass mir meine bis dahin eigentlich schwer und klobig erscheinende Sony Alpha 7 nun klein und handlich vorkommt. Brauche ich also doch keine andere. 🙂

Ja, es ist richtig viel passiert. Die Cousine einer Tante hat das Bild eines Schwagers markiert. Und Facebook schickt mir heute drei Mails über eine neu eingetroffene Nachricht. Die Nachricht stellt sich als eine automatische Erinnerung daran heraus, dass ich mit einem alten Mitschüler nun seit 6 Jahren auf Facebook befreundet bin. Kein Mensch hat hier von sich aus irgendwas geschrieben.

Facebook informiert mich also dreimal am Tag über Meldungen, die es selbst geschrieben hat? Nur damit ich mich endlich mal wieder einlogge? Wie sehr kann man es nötig haben! Derart um Aufmerksamkeit hat StudiVZ in den schlimmsten Zeiten nicht gebettelt. Wer kommt wieder mit dahin?!

Das Pawlow, die letzte Alt-68er-Kommune in der Bonner Altstadt, in der ihr noch tun und lassen könnt, was ihr… äh…

Dein ganz persönlicher Urwaldparkplatz:

Wegen?

Toskana mit herrlichem Blick auf den Petersberg:

Die Sonne brennt:

Schönes Wochenende euch!

52: Gehackt

Ernst nahm ich es schon, als sich jemand in Südasien vor ein paar Tagen offenbar Zugang zu meinem LinkedIn-Account verschaffen wollte. Aber der Versuch ging offenbar schief, und: war ja nur LinkedIn.

Heute bekomme ich dann diese Mail:

Ratet mal, wer Sekunden später senkrecht auf dem Stuhl steht und erstmal die Passwörter seiner wichtigsten Services ändert.

In der Mail steht nichts von „versucht“ oder „nicht erfolgreich“. Da hat es jemand offenbar geschafft, sich mit meiner Nutzerkennung bei Netflix anzumelden.

Ich habe weniger die Angst davor, dass sich dieser jemand jetzt über meinen Account Pornos reinzieht und Netflix mir beim nächsten Fernsehabend mit Freunden passendes Material vorschlägt. Aber was ist mit meinen hinterlegten Bankdaten? Wo hat derjenige mein Passwort her, welche Passwörter hat er noch und: wo wird er es noch alles versuchen?

Ich will mit dem Netflix-Kundendienst chatten (jaja, sowas gibt’s!). Aber ich werde bis zum Ende des Gesprächs nicht ganz schlau daraus, ob ich es da mit einem Menschen oder einer Maschine zu tun habe:

You: Is it possible that this person has grabbed my bank account details?Netflix: Okay so nothing to worry your account is secure
You: That’s good. Just wondering if the person actually broke in. So he/she must have known my password?
Netflix: Now you have changed your password so nothing to worry.

Ja, danke, Maschinenmensch! Ich hab nichts zu befürchten, klar. Und wenn doch? In einem Beitrag über Identitätsdiebstahl neulich habe ich gelesen, dass es mit genau so etwas anfängt. Und am Ende hast du 50 negative Schufa-Einträge. Typ in Südasien: Such dir bitte irgendwen Böseres, Reicheres! Bei mir ist eh nicht viel zu holen.

Und auch bei LinkedIn habe ich mich bei der Gelegenheit noch einmal eingeloggt. Ich war dort noch mit schlecht gealtertem Profilbild als Redakteur von Basic Thinking eingetragen. Der letzte Besuch muss also mindestens 7 Jahre her sein.

Was soll ich sagen, ihr seht es ja selbst: LinkedIn ist ein noch überladeneres Facebook. Der Hass fehlt, okay, ist ja Business, keine Freizeit. Dafür erinnert mich das Webdesign an ein amerikanisches Großraumbüro. Wie kann man den eigenen Profit derart über die Nutzererfahrung stellen und damit dann so erfolgreich sein? Nur weil sich jeder irgendwie genötigt fühlt, da mitmachen zu müssen? Was für ein komisches Jahrzehnt war das eigentlich, in dem Plattformen wie LinkedIn und Facebook mit so einem Schrott an die Börse gehen und damit so erfolgreich sein konnten?

Nach dem BlacKkKlansman kommt der BanKkKartendieb:

Warum sind Toaster-Kabel eigentlich grundsätzlich nie länger als 50 Zentimeter?

Speaking of which: Ich hab nen neuen Toaster. Does it spark joy? The hell it does!

Links im Bild seht ihr übrigens bereits das gestern vorgestellte Acer Chromebook 714 im Einsatz. Erster Eindruck: <3. Auch wenn wirklich 2/3 aller Android-Apps Probleme machen. Es gibt ja so viele, dass eine davon pro Zweck am Ende schon funktioniert.

Trendblog-Content: Samsung hat endlich mal wieder ein vernünftiges Tablet vorgestellt, das Galaxy Tab S6. Ihr seht mich, durchaus davon angetan, eine Renaissance der Tablets heraufbeschwören. Ausgerechnet ich übrigens, der nie was mit Tablets zu schaffen hatte…

Bild des Tages: Hach, Romantik!