Was fehlt: Ein Social Network

Wisst ihr noch, wie das damals war? Man hatte seinen Freunden etwas mitzuteilen und postete es auf Facebook. Es gab viele Likes, manchmal Diskussionen. Dann ging man weiter und schaute nach, was die Freunde so gepostet hatten, gratulierte, diskutierte, lachte.

Vielleicht waren wir selbst nicht ganz unschuldig an dem, was aus Facebook seitdem geworden ist.

Facebook wurde zu mehr als einem neuen Trend. Es sollte ein zweites Internet werden. Jeder, aber auch wirklich jeder, sollte hier gelistet, auffindbar und aktiv sein. Eine Weile hatte es den Anschein, als würde das gelingen.

Und dann kamen findige Geschäftemacher auf die Idee, das auszunutzen, ihre Marken dort zu präsentieren, auf ihre neuesten Beiträge und Produkte hinzuweisen. Auch für Facebook war die Schonfrist irgendwann vorbei. Mit Marken und Daten musste man nun Geld verdienen.

Wenn ich mir anschaue, was Facebook heute ist, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Was ich sehe, ist übler als die Bild-Zeitung in ihren schlimmsten Zeiten. Die gleichen wenigen Leute, die dort noch aktiv sind, kreischen mit absurdesten Beiträgen um das kleinste bisschen Aufmerksamkeit, das Facebook ihnen noch gewährt. Lauter, schriller, mehr. Jede Mücke zum Elefanten, jede Rauferei am Berliner Osttor als vermeintlicher Beweis dafür, wie schlecht es um das Land bestellt ist. Ich bereue es jedes Mal aufs Neue, selbst für fünf Minuten dort vorbeizuschauen.

Mich wundert, dass noch nicht alle die Flucht von dort ergriffen haben. Vielleicht ist es eine Art Sucht, die die Leute dort hält. Das wäre verständlich. Ganz sicher aber findet man dort eins nicht: positive Vibes.

Ein Social Network fehlt mir dennoch. Manchmal hat man ja doch etwas, was man mit seinen Freunden gerne teilen würde. Vielleicht einen spannenden Beitrag, den man selbst geschrieben hat, Bilder der jüngsten Urlaubsreise, einen kleinen Alltagsaufreger. Die letzten Male, als ich so etwas überhaupt noch bei Facebook oder Twitter gepostet hatte, gab es ein, zwei müde Sympathie-Bekundungen. Das war’s. Selbst, wenn ich etwas wirklich Wichtiges zu sagen hatte.

Die Alternativen sollen heute wohl Instagram und WhatsApp sein, selbst auf Xing bin ich aus beruflichen Gründen in letzter Zeit wieder stärker aktiv. Aber ein echter Ersatz ist es nicht. In den einen hat man nur ein paar seiner Freunde, und Facebook liest immer noch mit. Das andere nimmt sich selbst zu ernst.

Für die Redaktionen, für die ich damals schrieb, sollte ich jeden einzelnen Beitrag auf Facebook, Twitter und später Google Plus posten. Vielleicht wurde das in der Summe einfach zu viel für jeden Empfänger. Vielleicht haben wir das ganze Fiasko also auch mitverursacht.

Und vielleicht wäre es jetzt wirklich Zeit für ein dezentrales Social Network. Eins, in dem ich ein paar Listen anlegen kann, für Freunde, Bekannte, Geschäftskontakte. Und denen schicke ich hin und wieder Neuigkeiten und sie mir auch. Das Ganze nicht-kommerziell, so wie das eigentliche World Wide Web auch. Etwas, das auf Peer-to-Peer aufsetzt und von jedem selbst gehostet werden kann. Ohne die Not, dass ein Unternehmen mit Investorendruck das Ganze verschlechtern muss, um damit Geld zu verdienen.

Ich denke, das wäre noch einen Versuch wert. Denn irgendeine Art von Social Network, scheint mir, brauchen wir. Und ein echter Ersatz für Facebook sind die anderen bisher nicht.

Bonn braucht einen zweiten Bonn-Berlin-Ausgleich

Dass die Abgeordneten in Berlin immer etwas gequält in Richtung Bonn schauen, verwundert eigentlich nicht. Praktisch ist es schon nicht, dass 11 Ministerien an der Spree ihren obersten Dienstsitz haben und 6 in Bonn. Dieser Beschluss, eigentlich gesetzlich festgelegt, wird immer mehr aufgeweicht. Die Bonner Bundestagsabgeordneten Katja Dörner und Alexander Graf Lambsdorff erhielten mit einer Anfrage ein ernüchterndes Ergebnis: Nur noch knapp ein Drittel der ministerialen Arbeitsplätze befindet sich in Bonn. Per Gesetz sollte es eigentlich über die Hälfte sein.

Berlin verstößt also immer offener gegen das Berlin/Bonn-Gesetz.

Vielleicht sollte man sich als Bonner aber einfach mal fragen: warum wohl? Dass Berlin Bonn so gerne abschütteln möchte, könnte den simplen Grund haben, dass diese Zwei-Städte-Regelung in höchsten Maße lästig und unproduktiv ist. Und ist sie überhaupt noch zeitgemäß? Das Gesetz sichert Arbeitsplätze in Bonn, ja. Aber durch die Tricks aus Berlin werden es jährlich weniger. Der Regierungsapparat sitzt an der Spree. Die wichtigsten Entscheidungen werden dort getroffen, 600 Kilometer von der ach-so-unverzichtbaren Bundesstadt entfernt.

Lokale Politiker rechnen gerne vor, dass zwei Regierungssitze immer noch günstiger seien als ein Komplettumzug. Aber ganz ehrlich: Wie sinnvoll sind denn zwei Dienstsitze, die es für die Amtsträger zu unterhalten gilt? Wie viel Energie geht bei der ständigen Reiserei drauf? Wie viele Ideen gehen aufgrund schlechter Kommunikation unterwegs verloren? Könnte eine Regierung mit allen Ministerien an einem Standort nicht viel leistungsfähiger sein?

Es wäre vernünftig, die letzten Ministerien auch noch nach Berlin ziehen zu lassen.

Bonn soll dabei ja nicht leer ausgehen! Als der Beschluss für den ersten Bonn-Berlin-Ausgleich 1994 in Kraft trat, erhielt Bonn nicht nur den obersten Dienstsitz an einem Haufen von Bundesbehörden. Es regnete zudem noch Geld: 1,4 Milliarden Euro erhielt die Stadt vom Bund. Ein großer Teil davon wurde in Forschung und Ausbildung investiert. Etwa in die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, an der ich studieren durfte (vielen Dank!). Dafür blieb ich der Stadt erhalten und zahle jedes Jahr kräftig Steuern.

Wäre es nicht sinnvoll, noch einmal in die Zukunft zu investieren, statt sich verzweifelt an das Gestern zu klammern? Verhandelt Bonn geschickt, könnte man von Berlin nochmal eine Milliarde loseisen und dafür die vermaledeiten Ministerien zum Teufel (Berlin) schicken. Mit dem Geld könnte man zur Smart City werden, zu einer wirklichen Nachhaltigkeitshauptstadt ohne Primark direkt am Hauptbahnhof. Es wäre endlich Geld da für längst überfällige Infrastruktur wie ein zeitgemäßes, zusammenhängendes Radwegesystem oder ein weitumspannendes Netz an Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.

Man könnte zur Hauptstadt, pardon: Bundesstadt der Elektromobilität werden, Ökostartups noch und nöcher ansiedeln. Im 21. Jahrhundert steht die Menschheit vor der gar nicht mal so kleinen Aufgabe, sich selbst zu retten, bevor in Massenkonsum, Umweltzerstörung und Klimawandel alles den Bach runtergeht. Eine weit wichtigere Aufgabe, als ein paar träge Behörden hier zu erhalten. Die Idee, dass die Weltrettung in Bonn ihren Ursprung nehmen könnte, klingt verdammt attraktiv für die sonnige Stadt am Rhein.

Sicher, die hiesigen Amts- und Würdenträger bekämen es schon hin, die eine oder auch andere Million in einem Konferenzzentrum zu versenken. Oder sieben Jahre mit der Modernisierung einer Straße oder dem Neubau einer kleinen Brücke zuzubringen, was in Asien vier Wochen dauert. Aber mit einem halbwegs klaren Konzept könnte ein solches Geld kaum komplett verschleudert werden.

Sei nicht dumm, Bonn! Mach einen Deal! Schau nach vorne, nicht immer nur zurück!

Zwei Wochen ohne Nachrichten: ein Stückchen Freiheit

Das habe ich so schon lange nicht mehr gemacht, nicht einmal im Urlaub: mich völlig vom Nachrichtenstrom abkoppeln. Diesmal fiel es mir erstaunlich leicht.

Vielleicht weil ich gerade in Singapur war, 10.000 Kilometer von zuhause entfernt, und dort täglich etwas geplant hatte. Vielleicht weil auch gerade Weihnachten war und dann ohnehin nichts Wichtiges passiert. If the news is important, it will find me – lautet ein viel bemühtes Zitat eines unbekannten, schlauen Menschen. Aber so dringend war offenbar nichts.

Twitter aus, kein Spiegel Online, kein Bonner Generalanzeiger, keine sonstigen Nachrichtenpostillen von zuhause oder sonstwo. Facebook? Hahaha. Keine völlige Nachrichtensperre, sondern einfach mal aktiv zwei Wochen lang nicht nach den Nachrichten schauen. Was würde wohl passieren?

Das Interessante an Singapur ist: Natürlich gibt es auch hier Beschallung und Außenwerbung nicht zu knapp, aber an öffentlichen Plätzen kaum flackernde Bildschirme mit Nachrichten. Die sind in Deutschland mittlerweile allgegenwärtig. In Singapur wären sie natürlich technisch auch möglich. Verzichtet der Vielvölkerstaat darauf, um so Maßnahmen gegen mögliche Volksverhetzung zu ergreifen? Zumindest ein interessantes Gedankenspiel.

Ich habe die zwei Wochen ohne Nachrichten in herausragender Erinnerung. Ich konnte endlich einmal die Gedanken um etwas Anderes kreisen lassen, den Kopf frei machen für wesentliche Dinge. Wo will ich eigentlich hin im Leben? Was macht mir Spaß? Was könnte ich noch so alles unternehmen? Ich bin viel gewandert in der Zeit, habe fantastische Menschen getroffen, mich rundum wohl gefühlt.

Die zwei Wochen endeten gar damit, dass ich mich in einer Buchhandlung austobte. Zwei Bücher kaufte ich direkt vor Ort für meinen Rückflug, andere notierte ich mir für später. Gelesen habe ich sie natürlich auch. Also endlich auch einmal Raum für andere Themen, die mich wirklich interessieren. In meinem Falle vor allem: Fotografie.

Nachdem mein Flieger in München gelandet war, sprang mir direkt ein Bildschirm mit den brandheißen News ins Gesicht: „Gemeinsames Selfie von Heidi Klum und Tom Kaulitz“. Da scheine ich ja viel verpasst zu haben. Stefan Effenberg beklagt sich über mangelnde Transparenz der Bayern im Falle von Ribérys Goldsteak-Skandal, las ich heute in Bonn auf einer neuen Ströer-Außenwerbetafel. So sind unsere News also aufgebaut. Viele Leute nehmen sich zu wichtig und müssen das den anderen mitteilen.

Zumindest dieses eine nehme ich aus dem Urlaub mit: Es ist mir egal, wer in diesem Land was über wen denkt. Es ist mir egal, wenn ich einige Dinge nicht sofort mitbekomme. Das Spiegel-Online-Symbol aus meiner Favoritenleiste habe ich gelöscht (nichts gegen SpOn, aber ich habe einfach zu viel Zeit damit verbracht!), Twitter habe ich zumindest für den Nachrichtenkonsum abgeschafft. Facebook? Hahaha!

Die Woche nach dem Urlaub

Ein wenig graute mir schon am Sonntag vor dem Montag. Denn ich wusste, es wird wieder los gehen mit dem Arbeitsalltag nach drei traumhaften Wochen in der Südsee. Wo alles leichter war, die Menschen nett, das Essen gut, das Leben unbeschwert. Und nun schlägt die Normalität wieder mit der Faust auf den Tisch.

Denn der erste Arbeitstag nach dem Urlaub ist nicht einfach nur ein Arbeitstag. Es ist der Tag, an dem Versäumtes aufgeholt werden muss. Liegen gebliebene E-Mails von drei Wochen wollen beantwortet, hunderte Feeds gelesen werden. Das Team braucht Arbeitsanweisungen, der Kunde will wissen, wo es in diesem Jahr hingeht. Und das eigentliche Tagesgeschäft muss natürlich auch noch erledigt werden.

Das zieht sich durch die ganze erste Arbeitswoche. Stress ist toll, lautet der jüngste Trend. Ich bin gerade am Ende meines zweiten Arbeitstags im neuen Jahr und merke bereits, wie ich krank werde. Dabei habe ich längst auf die Bremse getreten. Gestern etwa zu einer halbwegs normalen Uhrzeit den Griffel hingelegt, als noch längst nicht alle Aufgeben erledigt waren. Heute einige Arbeiten delegiert, nachmittags ein längeres Päuschen gemacht. Nur so viel Zeit wie unbedingt nötig in jede Aufgabe gesteckt.

Man steht wie vor einem Abfluss und kann den gerade noch gewonnenen Erholungseffekt dahinrinnen sehen. Rasch, unaufhaltsam. Einiges versucht man noch in den Alltag rüberzuretten. Ich gönne mir täglich einen Singapurer Teh Tarik, versuche den starken Mokka von dort nachzuahmen, chatte mit einer Freundin von dort, lese noch an zwei englischen Büchern. Für immer wird sich der Effekt wohl nicht konservieren lassen.

Also wieder hin! Direkt heute habe ich die nächste Reise gebucht. Wenigstens dieses Gefühl von Freiheit soll nicht vom Alltag aufgefressen werden. Und was natürlich immer bleibt, ist der Gedanke an den wunderschönen Urlaub. Das Wetter, die Menschen, die Unbeschwertheit. Letztendlich der vernünftigste Grund, um in Urlaub zu fahren. Gäbe es ihn nicht, könnte man auch zuhause bleiben. Denn der Erholungseffekt wird aufgefressen von der Woche vor dem Urlaub und der danach.

English Literature

Woran es genau liegt, kann ich nur vermuten. Aber aus irgendeinem Grund lese ich Fachbücher in letzter Zeit lieber auf Englisch. Es ist nicht unbedingt so, dass es auf Deutsch keine gescheite Fachliteratur gäbe. Aber man wird das Gefühl des Einheitsbreis nicht los. Erstmal viel Blabla, bevor es zur Sache geht, dann ein mehrseitiges Inhaltsverzeichnis, alles immer mit dem Anspruch, ein Thema gänzlich totzuschlagen.

Vielleicht ist da auch ein gewisser Gleichklang in der Aufmachung oder dem Stil des Layouts deutscher Bücher, der mich in letzter Zeit lieber zu englischsprachiger Literatur greifen lässt. Oder der Tonfall, der weniger bedürftig wirkt. Oder beim Übersetzen schlicht verloren geht.

Es kommt nicht oft vor, dass ich da bin. Aber wenn, dann ist meine liebste englischsprachige Bücherei die Kinokuniya in Ngee Ann City in Singapur. Sie wirkt deutlich größer als sie tatsächlich ist. Und doch dürfte sie einer der größten Buchläden Südostasiens sein. Ich mag es, hier durch die Regale zu schlendern und mich inspirieren zu lassen. Die Preise sind teilweise gesalzen, aber man wählt in Ruhe aus und kauft dann mit Bedacht.

Buchhandlung Kinokunyia im Shopping-Center Ngee Ann City in Singapur

Buchhandlung Kinokunyia im Shopping-Center Ngee Ann City in Singapur

Zuletzt wurden es bei mir ein Buch über Singlish und eins über Smartphone-Fotografie, die ich im Flugzeug verschlang. Zwei weitere über Reisefotografie und Minimalismus habe ich mir, in Deutschland angekommen, bei Amazon bestellt bzw. auf den Kindle geladen. All diese Bücher haben Spaß gemacht.

Übrigens geht mir das nur so bei englischer Fachliteratur. Englischsprachige Prosa lese ich überhaupt nicht gerne. Manchmal schlicht deswegen nicht, weil mir das vergilbte Papier von Penguin-Büchern einfach zu unschön ist. Und englischsprachige Belletristik kommt mir oft zu gestelzt daher. Aber Fachbücher: lieber auf Englisch.

Die Woche vor dem Urlaub

Ich fahre gerne weg. Was ich nicht mag, ist die Woche vor dem Urlaub.

Geht ja nicht, dass der Laden mal ohne einen läuft. Also noch schnell Projekte beenden. Produkttests vorziehen, lange Berichte schreiben, die Geräte verpacken und zur Post bringen, viele Bilder machen, die Kollegen bitten, etwas zu übernehmen.

Es ist immer dasselbe. In der Woche vor dem Urlaub schuftet man für zwei, rennt abends durch die Läden, um noch wichtige Reiseutensilien zu besorgen. (Könnte ja eine Bananenrepublik sein, in die man fährt.) Sachen, die sonst im Schrank hängen, müssen nun gefaltet, gerollt und im Koffer verstaut werden. Schnell noch was zu lesen besorgen, Podcasts runterladen, Netflix-Serien offline speichern, damit im ewig langen Flug ja keine Langeweile aufkommt. Reiseunterlagen ausdrucken, in den Flug einchecken, Buspläne für hier und dort studieren, eine Liste machen mit Aktivitäten, die man vor Ort machen möchte. Sich mit Dingen überfressen, die im Kühlschrank schlecht werden könnten, auf keinen Fall vergessen, die Blumen nochmal zu gießen, den Müll rauszubringen. Oh Gott, ist mein Pass noch gültig??? Bin ich gegen alles geimpft?!? Und was, wenn es die ganze Zeit regnet?

Ich hasse es! So sehr, dass ich schon deswegen eben doch nicht so gerne verreise. Andere haben Reisefieber und Vorfreude, bei mir ist die Woche vor dem Urlaub einfach nur Stress.

Gefolgt vom Weg zum Flughafen. Den Koffer zupressen. Habe ich wirklich an alles gedacht? Eine Jacke anziehen, die nicht mehr in den Koffer gepasst hat, obwohl es viel zu warm dafür ist. Das 20-Kilo-Koffer-Ungetüm vom 3. Stock runterschleppen. Unten schon verschwitzt sein. Zur Haltestelle vom Flughafenbus schieben. Der Bus hat Verspätung und ist voll. Ich darf mich dazu quetschen. Muss mich festhalten, den Koffer auch und 30 Minuten lang die Kurven ausbalancieren. Natürlich ist die Lüftung ausgefallen. Schwitze noch mehr. Komme völlig genervt verspätet am Flughafen an. Und jetzt noch 13 Stunden Flug mit Wartezeit.

Das ist alles nen Driss. Und es ist nichts, wogegen man etwas machen könnte. Man müsste schon Personal beschäftigen.

Erst im Flugzeug kommt bei mir so langsam etwas Entspannung auf. Und am Zielort angekommen blühe ich dann auf, genieße, dass alles so schön anders ist, die Leute freundlich und das Wetter – idealerweise – besser.

Bis ich krank werde, weil die Woche vor dem Urlaub zu viel Nerven gekostet hat. Hach ja. Verreisen…

Ich habe genug Geld, um mir alles zu kaufen, was ich will

Während ich diese Zeilen schreibe, klopfe ich dreimal auf Holz. Ja, das war vor fünf Jahren noch nicht so und nein, ich weiß nicht, ob das in fünf Jahren noch so sein wird. Wer weiß das schon sicher. Aber im Moment habe ich genug Geld, um mir alles zu kaufen, was ich will.

Kürzlich war ich drauf und dran, den Cyberfreak Monday zu nutzen, um mir ein neues Smartphone für 650 Euro zu leisten. Dabei habe ich eigentlich ein gutes und 650 Euro sind eine Summe, bei der ich vor zehn Jahren überhaupt froh gewesen wäre, sie auf dem Konto zu haben.

Die Maßstäbe haben sich verschoben. Ich kann bedenkenlos ein paar Mal im Jahr in Urlaub fahren, ich gönne mir ein – leider recht reparaturanfälliges – gebrauchtes Auto, bin gut versichert, habe eine schöne Wohnung mitten in einem mittlerweile angesagten Viertel in Bonn und kann mir häufig neue Klamotten und Elektronikkram kaufen.

Nicht alles will ich mir leisten. Ich spare nicht auf ein Haus oder einen Neuwagen und finanziere auch beides nicht. Lediglich das mit der Altersvorsorge könnte ich mittlerweile mal etwas strategischer angehen.

Die Frage ist jetzt: Fühle ich mich anders? Macht mehr Geld wirklich nicht glücklicher?

Und die Antwort ist: Glücklicher bin ich nicht, aber das habe ich auch nicht erwartet. Was das Geld angeht, ist es aber so, dass mehr davon mich gelassener macht. Herrje, dann kostet der Liter Milch halt mal 89 Cent statt 49. Und die Brötchen sind schon wieder um 2 Cent teurer geworden? Was soll’s! Ein neuer Koffer muss her, ein neues Funktionsshirt für den Sport? Dann gar nicht groß rummachen, sondern einfach kaufen. Die Jacke für 70 Euro sieht einfach besser aus als die für 50? Dann wird’s eben die für 70! Es ist schön, wenn man diese Pfennigfuchserei nicht mehr nötig hat.

Das Smartphone für 650 Euro habe ich mir am Ende trotzdem nicht gekauft. Ich hätte Bock drauf gehabt, ich hätte das Geld übrig gehabt. Aber ich habe es einfach nicht gebraucht. Und das freut mich irgendwie auch.

Cyberfreak Monday

Kaum jemand, der dieses Jahr nicht mit Angeboten zum Black Friday, Cyber Monday oder zur Cyberweek gelockt hätte. Ein weiteres Ding aus Amerika, das nun endgültig auch in Deutschland findige Geschäftemacher die Euro-Zeichen in neongelbe Augen treibt.

Ganz ehrlich: Im klassischen Sinne finde ich es gar nicht schlecht. Der Black Friday ist der Tag nach Thanksgiving, einem der höchsten Feiertage in den USA und einem Familienfest, das immer am vierten Donnerstag im November stattfindet. Den Freitag danach nutzen viele Menschen als Brückentag, gehen in die Warenhäuser und nutzen die freie Zeit, um mal so richtig groß einzukaufen. In Amerika haben die Menschen bekanntlich weniger Urlaub als hier. Kaufhäuser machen an diesem Tag einen Großteil ihres Jahresumsatzes und locken dafür mit Angeboten. Ein fairer Deal für beide Seiten.

Und hier könnte man schon reingrätschen und die Frage aufwerfen, ob es dann überhaupt passt, wenn auch Online-Händler mit den besten Deals locken. Aber warum nicht: Unser Konsumverhalten hat sich verändert, findet immer mehr online statt. Den freien Tag werden viele US-Bürger auch nutzen, um online einzukaufen. Von daher schon einmal okay.

Wenn nun international tätige Versandhäuser wie Amazon ihren Black Friday aus den USA auch nach Deutschland rüberholen, dann kann man da noch eine gewisse Verwandtschaft erkennen. Ganz passt es nicht, denn der genannte Freitag ist in Deutschland kein Feiertag. Soll meinetwegen trotzdem okay sein. Ist ja nett, wenn nicht nur US-Bürger international begehrte Produkte günstiger bekommen. Zum Black Friday bekam ich von den genannten US-Retailern in diesem Jahr auch wirklich gute Deals. Amazon hat seine Echo- und Fire-Produkte nahezu verramscht. Ich habe lange mit einem Pixel 3 geliebäugelt, das Google für 200 Euro weniger verkauft hat als regulär.

Und dann, nun ja, hat Amazon als Versandhaus eben auch Mitbewerber in Deutschland. Einer davon ist mein Kunde und ich kann verstehen, wenn der Wettbewerbsdruck eben dafür sorgt, dass er versuchen muss, mit Angeboten dagegenzuhalten.

Aber dann sieht man es in letzter Zeit immer häufiger, dass auch Unternehmen einen Cyber-irgendwas-Tag ausrufen, bei denen ich eine harte Konkurrenzsituation zu einem großen US-Unternehmen nicht mehr ganz so klar entdecken kann. Möbelshopper Home24 etwa wirbt in diesem Jahr besonders aggressiv für die besten Wohnzimmerdeals. Nur noch 6 Stunden, dann endet der Cybermonday!1!11 Jetzt noch schnell 20% abgrasen, bevor der Digital Tuesday kommt, von dem wir euch allerdings erst morgen erzählen.

Und dann gibt es noch diejenigen, bei denen ich so gar keinen Zusammenhang mehr mit irgendwelchen Black-Friday-Geschichten entdecken kann. Höhepunkt war wahrscheinlich in diesem Jahr der freie Coach und Speaker, dessen Newsletter ich nie bestellt aber trotzdem bekommen habe, und der seine Dienste schon vor dem Black Friday bis zum Cybermonday zum Sparpreis feilbot. 1x Coaching nur 800 Euro, 1x Vortrag 3.000. Alles muss raus!

Und wenn dann genannte fachfremde Gestalten gar eine ganze Cyberweek ausrufen, Pre-Friday-Sales oder Post-Cyberweek-Deals, dann wird’s auch irgendwie lächerlich und eine unsägliche Rabattschlacht der Ladenhüter, die man selbst bei Rabattaktionen nicht losbekommen hat. Cyberfreak Monday. Weniger wäre mehr, gar nichts wäre besser.

Überdachte Fahrräder bitte! Ja, im Ernst!

Das Thema Elektromobilität lässt mich derzeit nicht los. Elektroautos retten nicht die Welt, sie fördern nur die Wirtschaft und reinigen das Gewissen einer reichen Elite. Elektroflugzeuge könnten es, aber hier sind wir noch Jahrzehnte von tauglichen Elektropassagiermaschinen entfernt. Könnte zu spät sein.

Was uns eigentlich fehlt: überdachte Fahrräder.

Jetzt ernsthaft? Come on, Jürgen, das hast du doch als Junge geträumt! Ja, ist vielleicht so. Aber würde wirklich helfen, denn:

  • Es geht nicht nur um saubere Autos, es geht auch um verstopfte Innenstädte.
  • Und es geht um Komfort. Autos sind schlicht komfortabler als Fahrräder. Außer bei gutem Wetter fährt kaum jemand wirklich lieber mit dem Rad als mit dem Auto.
  • Nein, auch nicht mit E-Bikes. Ja, die helfen ein Stück dabei, weniger verschwitzt am Zielort anzukommen. Aber bei nasskalten 4 Grad ist damit auch niemand gerne unterwegs.
  • Ihr wisst ja: Nur Produkte können uns retten.

Und jetzt stellt euch vor, es gäbe überdachte Fahrräder mit eigener Klimatisierung. Oder, auch nicht schlecht, überdachte E-Scooter mit Radwegzulassung. Die dürften natürlich nicht viel schneller unterwegs sein können als 20, 25 km/h und dürften eine bestimmte Maximalbreite nicht überschreiten. Mehr als drei Räder dürften sie nicht haben, damit man damit auf Radwegen fahren darf.

Man könnte damit genauso gut wie mit einem Fahrrad – aber komfortabler – an der Autoschlange vorbeifahren. Es gäbe plötzlich mehr Fürsprecher für ausgebaute Radwege. Es könnte den Innenstadtverkehr wirklich entlasten.

Nja klar, gibt es noch nicht so wirklich und natürlich gibt es Hürden, wie die Radwegzulassung für solche Gefährten. Aber, hey, wenn Politik und Wirtschaft momentan fast alles recht ist, um die Innenstädte sauber und verkehrsberuhigter zu kriegen, warum nicht mal in die Richtung denken?

Es muss nicht unbedingt ein Velomobil sein, also ein überdachtes Liegefahrrad. Es könnte mehr in die Richtung Renault Twizy gehen, aber noch etwas weniger automäßig. Der PodRide geht in die Richtung – wäre aufgrund seiner 4 Räder aber nicht auf deutschen Radwegen zugelassen.

Das überzeugendste Konzept, was ich dazu bei der ersten Suche gefunden habe: das leider 4.500 Euro teure Podbike aus Norwegen. Das hat auch den nötigen Stil. Vielleicht kann man damit dann doch den einen oder anderen Deutschen aus seinem Auto locken. Nicht alles muss der Traum eines kleinen Jungen bleiben…

Beitragsbild: Podbike

Bonjour Spiderman

Spiderman

Spiderman

Ich habe da einen Mitbewohner im Wohnzimmer. Dass er eine Spinne ist, stört mich dabei nicht. Erst hatte er nur ein so kleines Netz, man hat es gar nicht ernst genommen. Doch inzwischen hat sich Spidy da richtig was aufgebaut und gemütlich eingerichtet. Ob er es da besonders hübsch wohnt? Na ja, muss er wissen.

Es wäre eigentlich nur ein Wisch mit dem Handfeger und alles wäre weg. Kämen Gäste, müsste ich das. Aber einfach so das Lebenswerk meines Hausgastes zerstören? Mich selbst stört er ja nicht. Angst muss man vor ihm auch nicht haben. Er ist die Art von Spinne, die so klein ist, dass sie fast schon putzig ist.

Klein sein, sich viel aufbauen. Nur mit Zuversicht und Beharrlichkeit. Weil einem jemand eine Chance gibt und einen einfach mal machen lässt. Dann braucht es keine großen Ressourcen, scheint mir.

Bis eine höhere Macht alles wieder zerstört.

Noch haben sich keine Gäste angekündigt. Ob die Zeit reicht, dass er weiterziehen und sich was Größeres aufbauen kann? Ein paar Tage gebe ich ihm noch.

Gut gemacht, und jetzt bitte noch die Zwei-Klassen-Medizin abschaffen!

Ganz nebenbei kann die Große Koalition sogar noch Gesetze erlassen, und hin und wieder sogar mal eins, das gar nicht so schlecht ist. Etwa dieses, dass für Selbstständige der Mindestbeitrag für die Krankenkasse halbiert wird. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass Selbständige und Freiberufler sich bald eine gesetzliche Krankenkasse leisten können. Yay!

Ah, da werden Erinnerungen wach! Als ich mich damals selbstständig machte, war die Krankenkasse das größte Hindernis. Ich kam gerade frisch von der Hochschule, hatte ein paar lose Aufträge für den Anfang, womit ich gerade so über die Runden hätte kommen können, hätte ich nur um die 100 oder 150 Euro für die Krankenkasse zahlen müssen. Die gesetzliche Krankenkasse wollte aber fast 500 Euro im Monat für KV und Pflege. Rente hatte ich damit noch gar nicht abgedeckt.

Ich hatte noch Glück, konnte in die Künstlersozialkasse eintreten, die nicht nur die Hälfte der Beiträge übernimmt (gleichwertig mit dem Arbeitgeberanteil für Angestellte), sondern den Krankenkassenbeitrag auch an tatsächlichen Einkünften misst. In den Anfangsjahren, in denen ich sehr wenig verdiente, rette mir das den Allerwertesten.

Wer selbständig ist und nicht unter die Berufsgruppe der Künstler fällt, wurde bislang gleich mehrfach gevö****. Er musste den vollen Krankenkassenbeitrag bezahlen, den der Staat willkürlich an einem Einkommen von 2.240 Euro maß. Und wenn er Pech hatte, kam noch die IHK-Gebühr obendrauf. Wenn man Selbstständige heute als „die Besserverdienenden“ sieht, dann liegt das auch daran. Man musste besser verdienen, um sich die sozialen Abgaben überhaupt leisten zu können.

Wer sich selbstständig machen wollte, konnte es also entweder bleiben lassen – oder in eine private Krankenversicherung eintreten, die mit niedrigen Anfangsbeiträgen lockt. Für viele ein Traum. Bis im hohen Alter die Beiträge kräftig steigen und, wer schlecht verdient, sich diese kaum noch leisten kann. Also den Mist, den junge Selbstständige mit der gesetzlichen Krankenversicherung erleben, erleben Privatversicherte im Alter.

Es ist gut und richtig, dass der Gesetzgeber diesen Bemessungsbeitrag nun auf nicht mehr weit über 1.000 Euro senkt – was eine Halbierung der Krankenkassenbeiträge mit sich bringt. Jetzt könnte man eigentlich auch einen Schritt weiter gehen und die elendige Zwei-Klassen-Medizin noch dazu abschaffen.

Woran mich das noch erinnert? Als ich mich damals selbständig machte und die Krankenkasse mich mit den Gebühren zu erschlagen drohte, war ich zufällig gerade Mitglied im Journalistenverband DJV. Ich fragte bei der Beratung an, ob man nicht mal versuchen könnte, gegen die willkürlich erlassene Bemessungsgrenze vorzugehen.

Die Antwort war: „Nö, das ist nicht unsere Aufgabe.“ – „Aha, und was ist Ihre Aufgabe?“ – „Na, für die Tarife der Kollegen in den großen Verlagshäusern zu kämpfen!“ Dann bekam ich noch den Ratschlag, ich könne ja vors Bundesverfassungsgericht ziehen. „Ich alleine?!“ – „Ja, wenn Sie wirklich etwas ändern wollen…“

Ratet mal, wer seitdem kein DJV-Mitglied mehr ist.

Retten Elektroautos die Welt? Sorry, nein.

Als mich Richard Gutjahr vor einigen Wochen begeistert anrief und fragte, ob ich Teil seines Teams bei einem neuen Portal über Elektroautos sein wollte, da sagte ich spontan ja. So viel Energie ist ansteckend. Ein paar Dinge über Elektroautos wollte ich ohnehin schon einmal für mich selber recherchieren. Ich sagte also zu, für den Anfang einige Beiträge als Starthilfe beizusteuern.

Das Projekt ging diese Woche online. Ihr findet es unter emobly.com, meinen Beitrag über die Reichweite von Elektroautos dort auch. Richard und seine beiden Mitstreiter Georg und Grischa sind im Begrüßungsbeitrag voller Eifer. Klar, jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Und ich habe auch großen Respekt vor Menschen, die einfach mal machen und nicht nur drüber reden. Die drei schreiben in ihrem „Hello World“-Beitrag:

„Wenn man sich (…) vor Augen führt, welche Bedeutung das Automobil weltweit für uns Menschen, für unsere Umwelt hat, wieviele Arbeitsplätze direkt und indirekt an dieser Erfindung hängen (…), dann kann man ohne Übertreibung festhalten: Dieser Schritt, vor dem wir gerade stehen, ist groß.“

Und:

„Wir fahren BMW i3, BMW i3s, Tesla Model X und waren von Anfang an überzeugt: Emobilität ist die Zukunft!“

Ist sie das? Ich glaube es auch, aber aus anderen Gründen als Richard, Georg und Grischa. Ich sehe in Elektroautos das neue iPhone. Man hätte mal wieder etwas zu kaufen. Die Menschen wollen etwas Neues, die Wirtschaft braucht etwas Neues. Elektroautos sind die Saubermänner, mit denen die Automobilindustrie ihren dringend benötigten Neuanfang schaffen kann. Auch wenn viele technische Fragen heute noch nicht geklärt sind, etwa mit flächendeckenden Ladestationen vor allem für Mietwohnungen, glaube ich schon: das wird sich durchsetzen.

Aber dass man mit Elektroautos die Welt rettet? Nein, das glaube ich nicht. Ebenso wenig wie mit dem iPhone. Man löst hier ein Luxusproblem. Den Klimawandel stoppt man damit nicht, man verbessert allenfalls die ach so schlechte Luft in unseren Innenstädten, für die man in Bangkok oder Peking so einiges gäbe.

Mit noch mehr Elektroautos wird man den Braunkohleausstieg so schnell nicht schaffen. Für die Lithium-Produktion werden die letzten Oasen der Atacama-Wüste trockengelegt, die Einheimischen vertrieben. Seltene Metalle für die Elektronik werden aus den gleichen fragwürdigen Minen in Zentralafrika gewonnen, die man auch für Smartphones gewinnt (und was man als Smartphone-Fan leider gerne ausblendet).

Es gäbe viel dringendere Probleme, als effiziente Benziner durch Elektroautos zu ersetzen. Lieber wären mir eigentlich Elektroflugzeuge, um das CO2 der Kerosinabgase zu stoppen, wahrscheinlich der Klimakiller Nummer eins. Da ist die Forschung noch lange nicht so weit. Schade. Und die Innenstädte? Wären mit Elektroautos noch genauso verstopft, der Nahverkehr müsste attraktiver gemacht werden.

Ich mache keinem einen Vorwurf, der sich nun ein Elektroauto statt einen Benziner oder ein Diesel anschafft. Elektroautos sind elegant, leise, toll zu fahren. Sie verbessern die Luft in den Innenstädten, klar. Aber das Klima retten sie nicht. Sorry, euch das sagen zu müssen. Aber wenn ihr das Klima retten wollt, fliegt weniger, esst weniger Fleisch, fördert die Forschung in Elektroflugzeuge. Mit dem Kauf eines Elektroautos ist es nicht getan.