Ein Brief eines Technikers aus Berlin erregt zurzeit die Gemüter im Vorstand der Deutschen Telekom. Der Mitarbeiter hat dem Vorstand mangelnde Identifikation mit dem Unternehmen vorgeworfen und die Arroganz, einmal gefällte falsche Entscheidungen oder Fehler der Vergangenheit nicht mehr zurückzunehmen oder auch nur zugeben zu können. Vorgeschlagen hat er aber noch etwas anderes Interessantes: Die Mitarbeiter hätten Ideen und wüssten, wie sie den Konzern retten könnten. Der Vorstand müsse nur auf die Mitarbeiter zugehen und sie nach ihren Ideen fragen.

Nachdem dieser Brief fast zwei Wochen lang von Telekom-Mitarbeitern im Unternehmen hin- und hergeschickt und frenetisch gefeiert wurde, sah sich der Vorstandsvorsitzende René Obermann dazu gezwungen, eine Antwort darauf zu verfassen und an alle Mitarbeiter zu verschicken. In der Antwort ist er hauptsächlich darum bemüht, darzulegen, dass er eine hohe Bindung zum Unternehmen hat und dass es – sicherlich auch verständlich – für eine Aktiengesellschaft schwer ist, sich nach den Wünschen der Mitarbeiter zu richten und dabei den Markt aus den Augen zu lassen. Worauf Obermann aber seltsamerweise gar nicht eingeht, ist das Angebot, dass er die Mitarbeiter um Rat fragen kann. Warum haben Manager daran eigentlich kein Interesse?


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3 Responses to Der Mitarbeiter, das unbeachtete Wesen

  1. Kauz sagt:

    Weil das unter der Würde der Manchester-Kapitalisten ist.

  2. JayWalker sagt:

    Wird da nicht ein wichtiges Potenzial verschenkt? Man könnte ja zumindest mal hinhören und drüber nachdenken, was die Mitarbeiter oder Kunden zu erzählen haben. Dell hatte zuletzt großen Erfolg mit einer Plattform für Kundenwünsche: http://www.ideastorm.com/

  3. Kauz sagt:

    Da geb ich dir voll und ganz recht. Nur leider sehen das die Chefs in der Regel anders. Sie sehen es wohl wirklich nur als unter ihrer Würde an. Leider. Dabei kann keiner die Probleme des Unternehmens besser kennen als Kunden und Mitarbeiter.

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