Land der faulen Kompromisse
Ich bin ja schon sehr zufrieden, dass zumindest ein weit reichendes Rauchverbot beschlossen wurde (Schule, Arbeitsplatz und Restaurant sind immerhin tabu). Aber in Kneipen gelten jetzt wieder Ausnahmen. Wieso ist man in Deutschland eigentlich nicht in der Lage, ein generelles Rauchverbot durchzusetzen wie in Irland?
Die meisten Einheimischen und Touristen – auch Raucher! – schwärmen von rauchfreien Pubs auf der Insel, sauberer Luft und ungeteerten Bronchien. Wer rauchen will, geht halt kurz raus vor die Tür.
In Deutschland ist sowas mal wieder nicht möglich. Es muss ja Ausnahmen für Bierzelte, Kneipenwirte und Eckkneipen geben, was immer auch genau darunter fällt. Ist das der Sinn des Föderalismus’, dass es jetzt wieder Sonderregelungen in jedem zweiten Bundesland geben muss? Ist es notwendig, dass es in Deutschland immer für alles Ausnahmen geben muss? Damit bin ich nicht zufrieden.
Verwandte Beiträge
4 Responses to Land der faulen Kompromisse
Einen Kommentar hinterlassen Cancel reply
Info
Leidartikel ist das private Blog von Jürgen Vielmeier, Journalist, Redakteur, Autor, Innovationsberater. Leidartikel hat kein festes Thema. Hier poste ich, was ich auf dem Herzen habe wannimmer es etwas zu erzählen gibt.Seiten
Rückblende
- Juli 2011 (1)
- Dezember 2010 (5)
- November 2010 (1)
- Oktober 2010 (2)
- August 2010 (2)
- Juli 2010 (3)
- Juni 2010 (5)
- Mai 2010 (2)
- April 2010 (4)
- März 2010 (5)
- Juni 2009 (2)
- März 2009 (1)
- Dezember 2008 (5)
- November 2008 (13)
- Oktober 2008 (5)
- September 2008 (7)
- August 2008 (9)
- Juli 2008 (2)
- Juni 2008 (10)
- Mai 2008 (6)
- April 2008 (35)
- März 2008 (16)
- Februar 2008 (24)
- Januar 2008 (25)
- Dezember 2007 (12)
- November 2007 (14)
- Oktober 2007 (13)
- September 2007 (13)
- August 2007 (21)
- Juli 2007 (30)
- Juni 2007 (34)
- Mai 2007 (26)
- April 2007 (20)
- März 2007 (16)
- Februar 2007 (10)
- Januar 2007 (14)
- Februar 2006 (1)
- Januar 2006 (5)
Blogroll
- André Vatter
- Basic Thinking
- Bonn-Log
- Carta
- Der Stuff
- Enno Park
- Florian Treiß
- Georg Schneider
- Ibo Evsan
- Jakob Zogalla
- Jan Tißler
- Jens Arps
- Jott
- Katha
- Marc C. Schmidt
- Mathias Röckel
- Michael Friedrichs
- Natalie Schmidt
- Nicole Chemnitz
- Pocketbrain
- Rob Bubble
- Robert Basic
- Ronnie Grob
- Rootwerk
- Stereopoly
- Tonjuwelen
- Torsten Kleinz
- Tueksta
- Upload Magazin
- Uwe Ramminger
- Wp-Spezialist
- xTown
- YuccaTree





Also ich weiß nicht – ich finde die Vorstellung rauchfreier Pubs gruselig. Die gehören verquarzt. Bei Speiselokalen versteh ich es ja, daß das Rauchen stört. Aber ein Pub gehört verräuchert, sonst kann ich ja gleich ins Hard Rock Café gehen.
Ansonsten weiß ich überhaupt nicht, warum das mit Verbot und Vorschrift klappen muß. Ansonsten vertraut man doch zunehmend auf die Selbstregulation am Markt. Es gibt Nichtraucher-Cafés. Wen also der Rauch stört, der kann diese Lokalitäten aufsuchen. Aber wenn überhaupt Rauchen Spaß macht, dann doch beim abendlichen Bierchen mit Freunden. Da renn ich doch nicht raus. Bleib ich lieber zu Hause: da ist das Bier billiger, die Musik besser und ich rauche, wie es mir gefällt.
Meistens ist es doch so, dass eine Gruppe, mit der man abends weg geht, aus Rauchern und Nichtrauchern besteht. Wie willst du da einen Kompromiss finden, in welches Lokal ihr geht, wenn wirklich zwischen Raucher- und Nichtraucherlokal unterschieden werden soll? Ich kann nur immer wieder auf Irland verweisen. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist von dem Rauchverbot begeistert. Selbst viele Raucher freuen sich über die angenehme Luft. Und wenn das anderswo so gut läuft, dann kann man das hier doch auchmal ausprobieren.
Ausprobieren ja, aber erzwingen nein. Entweder man läßt das Rauchen legal – und zwar auch in Kneipen und auf Bahnhöfen – oder man verbietet es ganz. Aber da würde man ja gleich wieder eine goldene Gans schlachten. Und das will man auch nicht. Wie gesagt: im Zweifel bleib ich zu Hause.
Irland? Ist das nicht das Land was Ehescheidungen und Abtreibungen noch bis vor Kurzem ganz besonders human behandelt hat…?
Zeig mir Deine Freunde und ich dag Dir wer Du bist…
Aber betrachten wir doch einmal die historische Herkunft unserer selbsternannten Kämpfer für die Volksgesundheit.
„Die Luftwaffe und die Deutsche Post hatten das Rauchen am Arbeitsplatz bereits 1938 verboten, nun wurde es auch an vielen anderen Arbeitsplätzen, in Amtszimmern, Spitälern und Erholungsheimen untersagt. 1939 verbot die NSDAP jeden Nikotingenuss in ihren Parteigebäuden, Himmler verfügte darüber hinaus, dass uni-formierte Polizei- und SS-Offiziere im Dienst nicht mehr rauchen durften. 1941 folgten Rauchverbote in Stra-ßenbahnen und Luftschutzkellern (obwohl es dort separate Raucherräume gab), 1944 in allen Stadtbahnen und Bussen. Letzteres geht auf eine Initiative Hitlers zurück, der eine Gefährdung der jungen Schaffnerinnen durch die Folgen des Passivrauchens fürchtete. Bereits seit Juli 43 durften sich Raucher unter 18 in der Öffent-lichkeit nicht mehr erwischen lassen. Soldaten erhielten zwar weiterhin Tabakrationen (6 Zigaretten pro Mann und Tag), aber auf Anordnung Hitlers sollten sie beim Empfang der Zigaretten vor den gesundheitlichen Schä-den gewarnt werden. Nichtraucher und weibliche Wehrmachtsangehörige erhielten anstelle von Zigaretten Schokolade oder Obst.“
Wirklich tolle Gesellschaft und Tradition!!!!
Hat Eva Hermann also doch recht mit der Behauptung es sei ja schließlich nicht alles schlecht gewesen!?