Bonn: Monsunartige Regenfälle und eigenartige Ansichten
Man hört oft von “monsunartigen Regenfällen” irgendwo in der Dritten Welt und macht sich wenig Vorstellungen davon, wie das eigentlich aussieht. Heute wurde Bonn von einem derartigen Unwetter heimgesucht. Selbst alteingegessene Bonner konnten sich an kein solches Unwetter erinnern, das zumindest in der näheren Umgebung ein derartiges Chaos verursacht hätte. Gegen 17 Uhr brach ein heftiges Gewitter in Bonn los: Blitz und Donner noch und nöcher, dazu ein so heftiger Regen, das man kaum die andere Straßenseite erkennen konnte und mein Balkon kräftig gesäubert wurde. Hier eine kleine Bilanz des Chaos’.

- Selbst jetzt um fast 23 Uhr hört man immer noch Martinshorn und sieht Blaulicht. Die Einsatzkräfte sind pausenlos im Einsatz. In der Größenordnung habe ich das noch nie erlebt, auch nicht nach dem Orkan im letzten Winter.
- Unser Keller wurde überflutet und wir mussten ihn mit vereinten Kräften trocken legen. Laut meinem Nachbarn ist das in unserem Haus noch nie passiert.
- Bisher kräftig aussehende Bäume in der Nebenstraße sind abgeknickt und haben mehrere Autos dabei demoliert. Sie liegen noch immer quer über der Straße.
- Der Straßenbahn-Verkehr ist teilweise vollständig zum Erliegen gekommen.
- Zweige, Äste und zahlreiche Dachziegel liegen in der ganzen Stadt verstreut.
- Selbst der Supermarkt um die Ecke ist überflutet. Ein Mann, der ebenfalls dort einkaufen wollte, erklärte mir, dass die wegen der Versicherung jetzt alle Waren austauschen müssen, frühestens in einer Woche wieder aufmachen und dann alle wassergeschädigten Waren zum Schleuderpreis anbieten müssen.
Laut einem Passanten, mit dem ich mich unterhielt, ist die Klima-Erwärmung daran Schuld. Die Sonne schicke so viel Energie herunter, dass die Unwetter immer schlimmer würden. Na ja… Zumindest unser Hausmeister behielt einen kühlen Kopf: Bei ihm zuhause hat der Wind ein Fenster, das auf Kipp stand, komplett aus der Fassung gedrückt. Der Regen hat die halbe Wohnung unter Wasser gesetzt. “Das ist ja übel”, sage ich ernst. “Der zweite Weltkrieg war schlimmer”, sagt er, auch im Ernst.
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12 Responses to Bonn: Monsunartige Regenfälle und eigenartige Ansichten
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Leidartikel ist das private Blog von Jürgen Vielmeier, Journalist, Redakteur, Autor, Innovationsberater. Leidartikel hat kein festes Thema. Hier poste ich, was ich auf dem Herzen habe wannimmer es etwas zu erzählen gibt.Seiten
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hey wo ist das foto mit dem baum her?
Ich möchte noch hinzufügen, dass in der Poppelsdorfer Uni Bibliothek Wasser durch die Decke kam und die Unterführungen am Bahnhof sowie der Bahnhof selbst immer noch unter Wasser stehen.
@kaczy, das ist bestimmt star bucks schuld, nicht wahr!?
Nun ja, habe das hier schon mehrmals erlebt, letztens der Kyrill und Wasser im Keller vor zwei, drei Jahren. Aber vielleicht war es in Kessenich auch nicht so schlimm wie in der Altstadt.
Bei mir hat damals bei der großen Elbe-Flut der Keller unter Wasser gestanden. Aber den Spruch von deinem Hausmeister find ich klasse! Et Rheinland wie et leibt und lewt
Das Foto stammt aus der Adolfstraße ungefähr in der Mitte zwischen Dorotheenstraße und Im Krausfeld. Ich würde mal sagen, ungefähr hier:
http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&q=adolfstrasse+62+bonn&sll=50.740419,7.09102&sspn=0.001056,0.002427&ie=UTF8&t=h&z=16&iwloc=addr&om=1
Bei uns im Haus ist zum Glück kein Wasser eingetreten, aber bei unserem Nachbar ist der Keller überflutet gewesen. War schon ziemlich heftig.
Jepp, hab das Foto gestern mit der Handykamera in der Adolfstraße geschossen. Ein anderer Passant meinte, er sei Gutachter und man hätte der Stadt schon lange gesagt, dass viele Bäume in der Straße innen morsch seien. Nun habe man den Salat und der Eigentümer des Autos würde maximal noch 2.000 Euro Entschädigung bekommen.
Auf jeden Fall interessant, mit wie vielen Leuten man bei so einem Unwetter plötzlich ins Gespräch kommt.
“Katastrophen” sind immer gut für Kommunikation!
Hier drüben auf der Schäl-Sick ist alles im Lot geblieben. Muß wohl daran liegen, das ich auf ‘nem Hügel hause. In Beuel-City rannten alle, vor allem die hochwassergeplagten Rheinanwohner, zum Keller auspumpen.
Also jeder, der in der groben Umgebung wohnt sollte jetzt mal zum Entstehungsort des Baumautofotos gehen. Der Baum ist inzwischen weg, aber der Wagen steht noch da…also das, was noch übrig ist. Da wird einem schon anders. Ich hätt´nich gerne drin gesessen!
[...] die Blogschau: Leidartikel – Bonn: Monsunartige Regenfälle und eigenartige Ansichten kammerflimmern – Ein bißchen Katastrophe… oder: Unwetter über Bonn Jott und die Welt: [...]
Gestern war wirklich einiges im Argen. Ein paar tolle Fotos über das ganze Ausmaß des Wetters findet ihr hier: http://johannes-schott.de/blog/?p=428
[...] Bonn: Der Monsun [142] [...]
[...] Vorbote für ein nahendes Gewitter mit Hagel und allem drum und dran, ähnlich wie der in diesem Blog beschriebene „Bonner Monsum“, nur gibt es hier recht wenig Bäume die umfallen können, Palmen [...]