Guter, alter Bildschirmtext
Die folgende Werbebotschaft befindet sich bei mir in der Nachbarschaft an einem Fahrradständer und ist offensichtlich schon lange nicht mehr ausgetauscht worden:

Was war noch gleich Bildschirmtext oder kurz: BTX? Einer der Vorläufer des WorldWideWebs (WWW), aber im Grunde schon stark mit dem Internet verwandt: Es gab unter anderem Chaträume und die Möglichkeit zum Online-Banking oder Online-Shopping. Der Dienst wurde 1980 ins Leben gerufen und sollte nach den Vorstellungen des Bundesministeriums für Post eine Million Nutzer bis zum Jahr 1986 anlocken. Dazu kam es aber nicht, denn hohe Nutzungsentgelte und eine restriktive Hardwarepolitik der Bundespost verhinderten, dass das Produkt für den Privatanwender interessant wurde. So verweigerte die Bundespost etwa eine gemeinsame Nutzung von BTX und dem damals sehr beliebten Heimcomputer C64.
Erst nachdem das Hardwaremonopol in den frühen 90er Jahren fiel, konnten die benötigte Hardware und Dienste für Privatleute günstiger angeboten werden. Im Kombination unter anderem mit Mailingdiensten erreichte BTX dann schließlich 1995 die erwartete Zahl von einer Million Nutzern. Zusammen mit dem 1993 neu geschaffenem Dienst Datex-J wurde BTX 1995 zu T-Online umgestaltet. Für einzelne Dienste, vor allem das Homebanking, blieb BTX allerdings auch danach noch die erste Adresse, weil es dafür im Internet lange keine Alternative gab.
Ich erinnere mich daran, wie ich als kleiner Junge damals mal versucht habe, an einem öffentlichen BTX-Terminal die Seite von “Formel 1″ aufzurufen, der damals sehr beliebten Chartshow im Ersten. Ich wollte mir die neuesten Top 10 in Deutschland anschauen, weil der Videotext im Ersten zu lange brauchte, um die Seite zu aktualisieren. Allerdings hat das irgendwie nicht funktioniert… Trotzdem eine nette Geschichte und nett, dass man in der Bonner Altstadt heute noch daran erinnert wird.
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3 Responses to Guter, alter Bildschirmtext
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Leidartikel ist das private Blog von Jürgen Vielmeier, Journalist, Redakteur, Autor, Innovationsberater. Leidartikel hat kein festes Thema. Hier poste ich, was ich auf dem Herzen habe wannimmer es etwas zu erzählen gibt.Seiten
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Der Vater eines Freundes von mir gilt als der “geistige Vater des BTX”. Wir Kids waren damals, Anfang der 90er, mehr als willige Betatester diese Mediums. Doch dann gewann ab 1995 das WWW immer mehr Fahrt für die breite Öffentlichkeit. Somit wurde auch “Papa BTX” Ende 2001, dann schon als “Technik Vorstand T-Online”, in den verdienten Ruhestand geschickt.
Das Logo mit dem Pixeltelefon ist ja heute schon fast wieder modern.
Cool ist das schon, oder? Und ne gute Idee ist die Technik auf jeden Fall auch, obwohl es dann mit der Umsetzung wohl gehapert hat. BTX-Betatester wäre ich als Kind auf jeden Fall auch gerne gewesen.
Ein Relikt aus der IT-Steinzeit – moderne Hölenmalereien