Haben politische Umfragen eigentlich überhaupt mit dem zu tun, was Politiker tun? Verschiedene Medien greifen heute Morgen eine Meldung der Nachrichtenagentur ddp auf. Demnach sind die erwarteten Preissteigerungen bei Milch und Milchprodukten der Grund dafür, dass die CDU/CSU in einer Forsa-Umfrage um zwei Punkte absackt.
Die CDU/CSU würde, wenn Sonntag Wahl wäre, 36 Prozent der Stimmen bekommen; die SPD 25 Prozent. Statt 38 glauben nun nur noch 31 Prozent, dass es mit der Wirtschaft weiter bergauf geht. Spiegel Online schreibt:

Als ein Grund für das Absacken der Union wird der Erhebung zufolge die Ankündigung massiver Preiserhöhungen bei Butter und Milch sowie die Turbulenzen an den Finanzmärkten genannt. Damit schauten die Deutschen wieder pessimistischer in die Zukunft.

Nee, is klar. Die CDU/CSU lehnt den gesetzlichen Mindestlohn ab, macht die Vision eines Überwachungsstaats greifbar, gefährdet die Pressefreiheit mit Ermittlungen gegen Journalisten… Und die Leute geben ihr schlechtere Umfragewerte wegen steigender Milchpreise?!? Also wegen etwas, worauf die Politik nun wirklich gar keinen Einfluss hat?

Es gibt nur drei Möglichkeiten, wie der Zusammenhang zwischen Umfragewerten und Milchpreisen zustande gekommen ist, und ich überlasse es euch zu entscheiden, welche Lösung stimmt.

  1. Die Leute auf der Straße sind einfach zu doof, um irgend etwas von Politik zu verstehen.
  2. Forsa hat die Umfrage bei Junkies im Berliner Bahnhof Zoo durchgeführt.
  3. Bei ddp war eine Vollpfeife von Journalist am Werk, der verwechselt hat, dass die Milchpreise der Grund für die pessimistische Stimmung sind, nicht für die Umfragewerte der CDU/CSU. Alle abschreibenden Journalisten haben die Meldung nicht weiter hinterfragt; kommt ja von einer Nachrichtenagentur.

Aber wer weiß das schon…


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One Response to Milchpreise und Umfragewerte

  1. Kauz sagt:

    Naja, man sollte die Dummheit der Leute nicht unterschätzen. Aber daß die Politik keinen Einfluß auf die Preise von Molkereierzeugnissen hat, stimmt ja so nun auch wieder nicht. Letztlich aber registrieren die Leute einfach implizit immer mehr, wie massiv die Lebenshaltungskosten steigen, während die Nettoeinkommen eher zurückgehen.

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