Ziemlich dreist
Besonders viel scheinen einige Website-Betreiber nicht vom Urheberrecht zu halten. Die Seite weckstube.info hat meinen Bericht “Bloggende Hetzprediger schüren Angst vor dem Islam”, den ich gestern hier und auf Spreerauschen.de veröffentlicht habe, einfach unter der Überschrift “PI erneut von Gutmenschen diffamiert” auf ihre Seite kopiert. Ohne mein Wissen und mein Einverständnis, versteht sich. Ein gewisser “Christian” bezeichnet sich außerdem als Autor des Beitrags, obwohl auch mein Name erwähnt wird. Bei weckstube.info handelt es sich offenbar um ein weiteres Hetzblog gegen den Islam. Ein Impressum hat der Betreiber nicht. Wie mutig! Der Name des Webmaster wird ebenfalls nirgends genannt. Dafür gibt es eine Kommentarfunktion, bei der ich gerade einmal folgende Nachricht hinterlassen habe:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie ich gerade gesehen habe, haben Sie meinen Beitrag “Bloggende Hetzprediger schüren Angst vor dem Islam”, von mir am 30. Oktober 2007 original veröffentlicht auf www.leidartikel.de und www.spreerauschen.de, ohne mein Wissen hier auf weckstube.info veröffentlicht.
Wie Sie sicherlich wissen – oder scheinbar eher nicht – ist der Nachdruck von Texten anderer Quellen, egal ob komplett oder in Auszügen, ohne Zustimmung des Autors/des Rechteinhabers nicht zulässig. Eine Genehmigung dafür, meinen Text bei Ihnen zu veröffentlichen, habe und hätte ich Ihnen niemals erteilt.
Ich fordere Sie hiermit dazu auf, meinen Text umgehend aus Ihrem Angebot zu nehmen. Anderenfalls sehe ich mich dazu gezwungen, Sie wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht und wegen versuchter Rufschädigung zu verklagen. Ferner werde ich Ihnen EUR 272,- als Honorar für die Zweitverwertung meines Berichts auf Ihrer Seite in Rechnung stellen.
Eine Kopie dieses Schreiben geht an meinen Anwalt, Herrn Christian Ahlers.
Mit Grüßen
Jürgen Vielmeier
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Unglaublich, was es alles gibt. Vielleicht hat Hans-Ulrich Jörges solche Blogs gemeint, als er sagte:
Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt. Der Dreck von unten, werte Leser, sind diese ganzen Geschichten von diesen Bloggern. Und die Nachrichten von Möchtegern-Autoren, die diesen “loser generated content” produzieren.”
Jaja, und die Realität sieht so aus, dass sich die seriösen Redaktionen kaum gegen das Netz durchsetzen können. Wenn die Menschen Mist möchten, sollen sie Mist haben, den wir Blogger nur zu gerne liefern
Er hat ja mit seinen Worten und dem Dreck von unten nicht die Blogger allgemein gemeint, sondern eben diesen wiederlichen Mist,den Hetzblogger mienen, von sich geben zu müssen. Niemdand will so etwas geliefert haben, schon gar nicht Redaktionen. Die Leser werden damit ungefragt übermüllt und wer wenig Selbstwertgefühl hat, reißt dann anonym die Klappe auf und spielt dann auf solchen Blogs den Saubermann.
Damals hat Jörges das übrigens auch noch präzisiert und er hat recht, wenn man auch nur anliest, was in diesen so geannten “Weltverbesser”-Blogs abläuft:
“hier meldet sich nun mal der echte uli jörges. und erklärt, wovon er wirklich gesprochen und was er gemeint hat: von hass, vorurteil und verächtlichmachung von menschen in vielen blogs – und das aus der deckung der anonymität. bis hin zu antisemitismus, besonders massiv bei außenpolitischen debatten. brauner dreck. der charakterstarke zeitgenosse, der sich hier unter meinem namen exponiert und das absichtsvoll verschwiegen hat, ist offenbar auch so eine erscheinung aus dieser zwiespältigen welt – wenn auch eine vergleichsweise harmlose. deshalb sollte man sich genau überlegen, wo und mit wem man im netz diskutiert. und genau deshalb gibt es qualitätsblogs[...]“
Der Dreck von unten, werte Leser, sind diese ganzen Geschichten von diesen Bloggern.
Jörges spezifiziert mit dieser Aussage eindeutig nicht. Dieser Satz lässt mindestens den Schluss zu, alle Blogger “Dreck” produzieren. Diese Art von Pauschalisierung ist das Gegenteil, was eines Journalisten würdig ist. Und wenn sich Jörges als seriöser Journalist begreift, dann sollte er so etwas lassen. (Obwohl: Seit einigen Jahren halte ich Jörges nicht mehr für einen seriösen Journalisten.)
Dass es bei Blogs “Dreck” gibt, ist natürlich unbestritten. Die gibt es auch im Journalismus. Nur weil einer “Journalist” ist und ein anderer “Blogger”, ist damit keine automatische Qualitätsreihenfolge festgelegt.
Ich habe festgestellt, dass bei einigen Usern so etwas wie Urheberrecht nicht existiert und das Unrechtsbewusstsein stark unterbemittelt ist. Das, was hier berichtet wird, erfüllt eindeutig einen Straftatbestand.
Mich würde interessieren, wie so etwas ausgeht.
[...] Weckstube.info erschien diese Antwort auf meinen Blogeintrag vom vergangenen Mittwoch. Meine Antwort darauf habe ich gerade an die Adresse [...]