Aus gegebenem Anlass werde ich diese Plattform heute nutzen, um noch ein bisschen gegen alles und jeden herumzustänkern. Als erstes trifft es hiermit Acer, den Hersteller meines neuen Laptops (eigentlich ganz hübsch, siehe Bild links), und Microsoft, die Verbrecher, die Windows Vista entwickelt haben. Es begann mit einer Fehlermeldung gleich nach der ersten Anmeldung, es folgte der Frust, dass für Acer 200 GByte offenbar nur 186 GByte sind, je nach Vorteil, und dass 13 GByte davon von zwei mysteriösen, geheimen Partitionen belegt sind, die der Computer nicht anzeigt, in dem, was einmal der “Arbeitsplatz” war. Obendrein gibt es keine Seriennummer für die mitgelieferte 60-Tage-Probeversion von MS Office und keine Recovery-CD.

Windows Vista braucht zum Hochfahren vor und nach der Anmeldung etwa drei Minuten, was verdammt lange ist. Ansonsten ist da nicht alles schlecht: Die transparente Taskleiste, die weichen Farbtöne und die Widgets an der rechten Seitenleiste mit Uhr und Kalender machen optisch schon was her. Auch Aero, die Funktion, um zwischen geöffneten Fenstern hin- und herzuschalten, gefällt mir eigentlich, und die WLAN-Verbindung steht in wenigen Sekunden. Dafür machen Benutzermenü und Extras, die in einer Tour nach und nach aufpoppen, das ganze verdammt unübersichtlich. Das Begrüßungsmenu nervt wie die Sau, lässt sich aber auch nach Entfernen des Häkchens unter “Beim Starten Begrüßungsmenu öffnen” nicht abschalten. Überflüssige Programme lassen sich nur mühselig entfernen, außerdem ärgert es mich, dass nicht der ganze belegte Festplattenspeicher angezeigt wird, von den drei Minuten Hochfahren ganz zu schweigen. Kurz: Wulle mer nit, bruuche mer nit, fott domet und Linux daneben installiert.

Haut aber nicht hin. Egal ob Ubuntu, OpenSuSE oder Kubuntu: Alle mir vorliegenden Distributionen kommen auf die versteckten Recovery-Partitionen nicht klar und fordern von mir: Entweder die ganze Festplatte für Linux oder gar nichts. Das ist mir aber doch zu heikel. Wer weiß, ob sich für meine – ebenfalls sehr nette – eingebaute Webcam mit den eingebauten Stereo-Mikrofonen unter Linux überhaupt ein Treiber findet. Zur Sicherheit hätte ich Windows also ganz gerne auf der Platte gelassen oder notfalls eine Recovery-CD, um es wiederherzustellen. Doch die lieben Jungs von Acer haben keine Recovery-CD mitgeliefert und schieben die Verantwortung an den Anwender ab, der sich mit der Funktion eRecovery selbst helfen soll.

Mit der Funktion soll sich leicht eine eigene Recovery-DVD erstellen lassen. Ich sause also extra zum Aldi, um mir DVD-Rohlinge zu besorgen, komme wieder und starte die eRecovery-Funktion. Aber irgendwas gefällt dem Brenner an meinen DVDs nicht: “Medium nicht beschreibbar. Bitte legen Sie eine beschreibbare CD oder DVD ein.” Klar, mache ich mehrere Male mit dem gleichen Rohling, mit zwei anderen Rohlingen – mit dem gleichen Ergebnis. Sollte mein “DVD-Super Multi Double Layer Laufwerk” etwa keine +DVDs beschreiben können? Unwahrscheinlich. Trotzdem muss ich nach dem dritten Versuch den Test entnervt aufgeben und will den Support bemühen, ob er mir nicht eine Recovery-DVD zuschicken kann.

Auf der Acer-Website soll ich in einem Formular meine persönlichen Daten und die Seriennummer meines Laptops eintragen. Da ich außer einer Garantiekarte und einem Handbuch keine Seriennummer mitgeteilt bekommen habe, kann es wohl nur eine der beiden Nummern sein, die hinter “S/N” oder “SNID” auf der Unterseite des Laptops steht. Ich gebe erst die eine Nummer an: “ungültig”, dann die zweite: “ungültig”. Ohne die korrekte Seriennummer kann ich das E-Mail-Formular mit meiner Anfrage nicht abschicken. Also muss ich wohl anrufen. Um die Telefonnummer des technischen Support für Notebooks zu erhalten, soll ich auf der Website die Seriennummer angeben. Na toll…

Microsoft und Acer: Ich liebe euch.


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17 Responses to Neues Notebook, Riesenhals

  1. Konstantin sagt:

    Es ist ja nicht so, dass ich Deinen Ärger nicht verstehen könnte. Meine Wortwahl wäre vermutlich sogar um einiges drastischer, wenn das alles mir passieren würde. Nun habe ich auch ein Notebook von Acer, auf dem Vista läuft. Probleme hatte ich bisher keine, es gibt keine versteckten Partitionen und eine Recovery-DVD ließ sich komplikationsfrei erstellen. Das soll aber kein Schönreden werden – an Deiner Stelle würd’ ich das Teil zurück zum Händler tragen und es zurückgeben.

  2. Tueksta sagt:

    mit laptops ist man sowas von ausgeliefert, einer der letzten vorzüge von desktop-pcs…

  3. Marc sagt:

    Da kann ich mich CRen nur anschließen: Bring´ die Kiste einfach zurück und kauf Dir einen richtigen Computer. ;-) )))

  4. Marc sagt:

    Zur Platte kann ich sagen: 200 Gb sind NICHT 200 GB. Denn die Angaben auf der Platte sind 200.000.000.000 Byte und da ein KB = 1024 Byte sind musst du das 3x durch 1024 teilen also 200.000.000.00 / ( 1024*1024*1024 ) = 186,26 GB :) Siehe da keine verstecke Partition. Habe ich mich auch schon oft drüber geärgert, aber so isses.

  5. @Cren/Marc: Eure Posts sind unvollständig und bedürfen einer Ergänzung. Mein Vorschlag mind.: http://www.privatkredit.de ;-)

    Alternativ: http://www.dell.com <<– mittlerweise auch mit weißen Laptops.

  6. @Marc: Gut daß Du es noch geschrieben hast — ich hab in meinem reflexartigem Flamewar schon wieder das Wesentliche aus dem Auge verloren…

  7. JayWalker sagt:

    @ Stuff: Damit hast du nämlich leider recht. Sonst wäre ich jetzt auch bei Apple gelandet. Und Freiberufler bekommen ja ohnehin keinen Kredit…

    @ Marc B.: Das mit den versteckten Partitionen ist nochmal was anderes. Das hab ich im Text nicht genau erwähnt. Von den 186 GB werden mir nur 173 GB insgesamt für die einzigen beiden Festplattenlaufwerke C: und D: angezeigt. Ergo: Da fehlt noch was. Hab dann mit der Hilfe von Tueksta noch herausbekommen, wie man die versteckten Partitionen anzeigt. Eine ist Teil der C:-Platte, eine andere Teil der D:-Platte. Dort liegen dann wohl die Recovery-Daten drauf. Linux kommt damit nicht klar, zeigt zwar alle vier Partitionen an, kann sie aber nicht verkleinern und will deswegen die ganze Festplatte plattmachen.

    Das mit dem 186 GB und 200 GB ist trotzdem nichts als ein perfider Marketingtrick, der zeigt, dass man sich um Kundenzufriedenheit nicht sonderlich schert.

  8. Marc sagt:

    Hach, ich glaub ich muss dich was aufpeppeln :) Komm doch mal ne Runde zum Wii-Spielen vorbei.

  9. Könnte es sein, daß sich auf diesen “versteckten” Partitionen die Recovery-Installation und die dazu benötigten Treiber befinden?

    P.S.: Was machst Du eigentlich mit dem alten Laptop?

  10. Marc sagt:

    Abgesehen davon ist Vista eh der letzte Rotz. Ich würde alles neu formatieren, die Laptoptreiber vorher runterladen und auf CD brennen und WinXP aufspielen. Das verträgt sich eh viel besser mit Linux… vorallem kann man dann nochmal neu Partitionieren.

    Ich für meinen Teil werde XP so lange nutzen, bis es nicht mehr geht und dann vollständig auf Linux wechseln (falls ich mir nicht vorher einen Mac kaufe).

  11. Ich höre Dein BenQ Joybook lachen ;-)

  12. Sven sagt:

    Hachja, Vista. Mich macht Ubuntu glücklich. Ich will es nicht mehr missen – inzwischen habe ich mich auch an Gimp(shop) gewöhnt. Und mein Tree-Browsing durch Breadcrumbs ersetzt, was im Dolphin wirklich schneller geht. Ich will nicht mehr zurück ;-) Dennoch wird der nächste ein Apple. Die sind hübsch. Und Linux läuft da auch drauf.

  13. JayWalker sagt:

    @ Stuff: Jepp, genauso ist es. Aber ich kann die Daten nicht brennen und Linux nicht installieren ohne sie zu löschen. Das Joybook werde ich versuchen zu reparieren und zu verkaufen. Zum Ausschlachten eigentlich zu schade. Wärst du interessiert?

  14. A) es ist in der Tat ungewöhnlich, daß dein neuer keine Aldi-Rohlinge brennen kann, denn die sind i. d. R. von allen zumindest beschreibbar (ohne Betrachtung der Fehlerrate).

    B) Wenn Du ihn schlachten würdest, hätte ich Interesse an dem Display. :-)

  15. Habe mir im Noember ebenfalls ein neues Laptop gekauft. Vista flog als erstes von der Festplatte – grauenhaftes Betriebssystem. Es lässt sich nicht einmal verkaufen, da es irgendwie an das Laptop gekoppelt ist.Das nennt man Geschäftemacherei.

  16. TaxiDriver sagt:

    Das mit den Gigabyte-Diskrepanzen regt wohl auch noch andere Leute auf:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,521510,00.html

    Aber, wie immer, gilt, hättest du vorher jemand gefragt, der sich damit auskennt, wäre deine Enttäuschung nicht so groß gewesen. ;-)

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