Und wieder geht ein Jahr zu Ende
Es ist bald vorbei, dieses komische Jahr, in dem sich vieles geändert hat. Alte Bindungen aufgelöst, versucht neue einzugehen, am Ende dafür die Quittung bekommen. Viele neue Bekanntschaften, aber doch kein Seelenheil. Beruflich mit mehr Geld als je zuvor, aber effektiv auf der Stelle tretend. Alte Aufgaben eingestellt, neue dazubekommen, einmal Durchbruch und zurück, einmal Hochmut und zurück, einmal fröhlich und zurück. Viel geändert hat sich trotzdem, manches geschieht schleichend und daher unbemerkt. Vieles lässt sich ändern, aber vor sich selbst kann man nicht weglaufen.
Ich erinnere mich an eine Lebensweisheit von Marcel Proust: “Die Jahre, in denen wir nicht leiden, entwicken wir uns nicht weiter.” Das ist Trost, wenn auch ein schwacher. Ich mag dem hinzufügen: Ziellosigkeit ist eine Art von Leid. Nichts zu haben, für das man kämpfen kann, ebenso. Zumindest Ziele erscheinen mir in letzter Zeit am Horizont. Und dort tun sich auch Dinge auf, für oder gegen die ich kämpfen kann. Ich muss nur auf die Ziele hinarbeiten, dann kann ich sie erreichen. Für manche Dinge allerdings ist selbst größter Kampf vergebens. Aber nur wenn wir leiden, erkennen wir die Antwort, merken wir, dass wir zwar vergebens gekämpft haben, aber vielleicht für das falsche Ziel. Verlieren ist notwendig, um die Köstlichkeit des Sieges zu schmecken, wenn wir ihn erreicht haben. Und nur Verlierer wissen den Sieg zu schätzen. Aber können Verlierer jemals zu Siegern werden?
Danke fürs Lesen, Danke fürs Nachdenken! Frohe Festtage und bis zum nächsten Jahr.
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11 Responses to Und wieder geht ein Jahr zu Ende
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Leidartikel ist das private Blog von Jürgen Vielmeier, Journalist, Redakteur, Autor, Innovationsberater. Leidartikel hat kein festes Thema. Hier poste ich, was ich auf dem Herzen habe wannimmer es etwas zu erzählen gibt.Seiten
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Auf ein neues Jahr!
Ich setze Hermann Hesse dagegen:
“Ich bin oft müde und ohne Glauben, ohne Freude und ohne Mut, aber ich glaube, man muss diese Zustände nicht eigentlich bekämpfen, sondern sich ihnen überlassen: einmal weinen, einmal gedankenlos brüten – und nachher zeigt sich, dass inzwischen die Seele doch gelebt hat und irgendetwas in einem vorwärts gegangen ist.”
And by the way, you’re a beautiful loser!
Ein gutes, erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2008 wünscht Spreerauschen.
Verlieren ist notwendig um zu siegen. Aber wenn man nicht mitspielt bei Sieg und Niederlage, nicht sein Leben zu einem Wettbewerb macht, und sich dauernd mit anderen vergleicht und positioniert, kann man ein Stück des Alltagsleids loswerden. Leiden tun wir alle, die Frage ist ob man das verstärkend unterstützt, oder sich den Ursachen des Leidens entzieht.
Wir kommen in eine Lebensphase, wo viele Illusionen zerbrechen, ich denke da an Karriere, Freunde, Partnerschaften, Lebensdauer, Besitz, etc. All das sind Spiele, die man spielen kann, aber wirklich dauerhaft glücklich wird nichts davon machen. Einfach die Dinge nicht so ernst nehmen, dann können sie nicht mehr so einen großen Einfluß haben. Wenn man sie als das wahrnimmt, was sie wirklich sind, nämlich Nebensächlichkeiten, kann man sie viel entspannter angehen, und trauert ihnen nicht nach wenn sie vorbei sind.
Ich halte Alexander den Großen dagegen:
“Mit leeren Händen bin ich gekommen, und mit leeren Händen gehe ich wieder zurück.”
Einfach nicht versuchen so zu werden, wie man sein will, sondern so sein, wie man ist, das ist meine Devise.
Dann zitiere ich mal meinen Lieblingsphilosophen. Eric Idle:
“Life’s a piece of shit
When you look at it
Life’s a laugh and death’s a joke, it’s true.
You’ll see it’s all a show
Keep ‘em laughing as you go
Just remember that the last laugh is on you.”
In diesem Sinne: Auf ein Neues in 2008!
“IN 2008″?!?!?!?!?!?!?!
Ich frage mich, welcher Hornochse das “in” als Präposition vor Jahreszahlen in die deutsche Sprache reingewürgt hat!
Sonst reden doch nur BWL-Deppen und Börsenheinis so.
Wenn du sprachliche Unzulänglichkeiten von anderen zu deinem Problem machst und dich aufregst, mußt du ein ganz schön sorgenvoller Mensch sein…
Ist es das wert?
So ist es in der Tat! Ich hab es schon verdammt schwer…
IN 2008 haste es bestimmt leichter
BWLer sind ganz nett.
Guten Rutsch in Bremen du elender Jay!
Danke für den Trost!