Ich sehe der nächsten US-Präsidentschaftswahl ziemlich gelassen entgegen. Zum einen ist man spätestens seit der Wiederwahl von George W. Bush im Jahre 2004 ohnehin ziemlich desillusioniert: Die Amis würden wohl nie einen Kandidaten wählen, den der Rest der Welt gerne hätte. Zum anderen sehe ich aber in keinem der noch verbleibenden Kandidaten einen, der es noch schlechter machen könnte als Bush. Derjenige müsste dann schon den dritten Weltkrieg anzetteln, alle Moslems aus dem Land werfen oder die Sklaverei wieder einführen. Und ich glaube nicht, dass einer der Kandidaten das vorhat. (Außer vielleicht Mike Huckabee, aber der hat keine Chance mehr, noch Präsident zu werden.)

Welcher der letzten Kandidaten gewinnt, ist mir auch deswegen egal, weil es im Grunde ein verkappter Schauspieler werden wird. Das erfordert der Wahlkampf schließlich. Und seit Ronald Reagan und Arnold Schwarzenegger weiß man, dass Schauspieler beileibe nicht die schlechtesten Politiker sind. Bei den verbleibenden Kandidaten plädiere ich also dafür, entweder einen von ihnen zu nehmen oder ihr schauspielerisches Pendant. Unterschiede sehe ich da kaum. Ein paar Bildvergleiche.

Mike Huckabee erinnert mich original an Lester Burnham aus dem Film American Beauty, gespielt von Kevin Spacey. Der hat auch keine so verbohrten Ansichten wie Huckabee.


Um bei American Beauty zu bleiben: Caroline Burnham alias Annette Bening oder Hillary Clinton. Wo ist der Unterschied? Halt jeweils die Extremvariante der amerikanischen Power-Hausfrau.


John McCain hingegen erinnert mich an James Heller aus der Actionthriller-Serie “24″, gespielt von William Devane. Ich glaube, dass McCain schon allein wegen der Ähnlichkeit gute Chancen auf den Sieg hat. In “24″ ist Bailer nicht nur Verteidigungsminister, sondern auch ein echter Haudegen, der zur Not selbst zur Puste greift und Terroristen das Licht ausknippst. Ich glaube, so etwas mag Amerika. Für die Welt wäre es so schlecht wohl auch nicht, denn McCain gilt als weit gemäßigter als George W. Bush. Politiker aus den eigenen Reihen sollen ihn sogar schonmal einen “Demokraten” geschimpft haben.


Bliebe nur noch Barack Obama. Für den habe ich leider kein Pendant gefunden. Ich hab zuerst an Denzel Washington gedacht, dann an Forest Whitaker, aber nichts davon passt. Klar hat er was von President Palmer aus der Serie “24″, gespielt von Dennis Haysbert. Aber der sieht schon wieder ganz, ganz anders aus. Tja, vielleicht ist das ja mal gut. Ein Präsident, der einmal kein Schauspieler ist und nicht einmal wie einer aussieht. Vielleicht ist das genau das, was Amerika braucht – und die Welt noch obendrein.

?


Bilder: MikeHuckabee.com, Dreamworks (2), HillaryClinton.com, JohnMcCain.com, Fox, BarackObama.com


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3 Responses to US-Wahlkampf und American Beauty

  1. parsprototo sagt:

    Die oben genannten Bilderquellen bieten ebenfalls einen Ansatz, um Unterschiede zwischen den Kandidaten uebers Knie zu interpretieren. Wenn auch nur Clinton vs. Obama.

    Is Obama a Mac and Clinton a PC?
    (nytimes.com)

  2. Osama sagt:

    Ne ganz einfache allgemeine Festellung ist doch: “Was ist das besondere an dieser Wahl?”. Ich kenne weder von Obama noch von McCain die wahre politische Vorgeschichte. Mir ist die Wahl in den USA (wenn sie überhaupt stattfindet) sowas von egal. Der Fahrplan für die nächsten Monate und Jahre steht doch sowieso.

  3. [...] US-Wahlkampf und American Beauty – Drollig, diese Amerikaner: Im letzten US-Wahlkampf erinnerte mich jeder Präsidentschaftskandidat an einen berühmten Schauspieler – bis auf einer. [...]

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