Schluss mit dem Bloggen: Zeit für etwas anderes

Hallo du, ja du! Wenn du das hier liest, bist du einer der besten BlogleserInnen der Welt: immer auf der Suche nach etwas Unterhaltsamem zum Lesen. Oft überlegst du dir auch etwas Geistreiches, um die Beiträge zu kommentieren oder du schmunzelst (hoffentlich) leise in dich hinein und denkst dir deinen Teil. Von Trollen, Cyberstalkern und Volksverhetzern, die es auf anderen Blogs zuhauf gibt, wurde Leidartikel bislang weitestgehend verschont. Statt dessen gab es Leser wie dich. Schon dafür einmal herzlichen Dank!

Leidartikel einzuordnen ist nicht leicht. Es ist weder ein Blog über Medien, noch eins über Technik, noch eins über die Höhen und Tiefen des Lebens. Leidartikel ist irgendwie ein bisschen was von allem und hatte nie irgend einen Anspruch, so auch nie, die besten Blogleser der Welt zu unterhalten. Trotzdem würde es mich freuen, wenn mir das in den vergangenen 15 Monaten seit der Neueröffnung gelungen ist. Seitdem gab es hier gut 350 Beiträge und fast 2.000 Kommentare von euch.

Leidartikel war aber auch nie mehr als eine Teststrecke. Ein Projekt, um neue Wege im Journalismus auszuloten, neue Textformen auszuprobieren und um meinen eigenen Stil zu verbessern. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich zwischen Hobby und Beruf entscheiden muss. Meistens ist es eine rein finanzielle Frage und nicht ganz leicht, weil für mich Hobby und Beruf in diesem Fall sehr nah beieinander liegen. Bei mir ist es aber auch die Frage, ob das wirklich schon alles war, oder ob es nicht auch andere Dinge gibt, auf die es sich zu stürzen lohnt. Ich hab mich für Letzteres entschieden.

Was kommt jetzt?

Bei meiner Entscheidung hilft mir mein Kalender: Morgen beginnt der Mai und für mich damit ein Monat, um mir in Ruhe zu überlegen, wohin die Reise gehen soll. Was ich genau in und nach diesem Monat machen werde, weiß ich selbst noch nicht genau. Nachdenken? Netzwerken? Neue Ideen erspinnen? Journalistisch aktiver werden? Bücher schreiben? Etwas ganz anderes machen? Leidartikel vermissen und reumütig zum Bloggen zurückkehren? Wir werden sehen.

Das hier wird nicht der letzte Eintrag auf Leidartikel sein. Es ist noch nicht alles gesagt, und der aktuelle Leidaward liegt mir zu sehr am Herzen, als ihn einfach mittendrin zu stoppen. Außerdem will ich weiterhin auf Bonner Bloggertreffen gehen dürfen. ;) Es wird noch weitere Beiträge geben, aber die Frequenz wird abnehmen, und irgendwann wird es ganz vorbei sein. Euch schon jetzt vielen, vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und fürs Beste-Blogleser-der-Welt-Sein! Es war eine sehr schöne Zeit. :)

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Jürgen, bevor ich dir sage, dass ich es sehr schade finde, wenn diese schöne Blog aufhört, will ich dir mein Verständnis übermitteln. Die Argumente, die du anführst, kann ich gut nachvollziehen. Und die Ziele, die du bei der Eröffnung dieser Blog vor Augen hattest, hast du ja wohl erreicht. Wohl dem, der den Moment des Zieleinlaufs erkennt und dann aufhört zu rennen. Dennoch, schade, dass hier jetzt weniger los ist, es hat immer Spaß gemacht. Bin meist sogar mehrmals täglich hier vorbeigeschneit. Also danke für die Unterhaltung und viel Vergnügen beim Nachdenken!

  2. Ah. Er hat wieder ne Krise. ;) Willkommen im Klub. Übrigens: Ich hatte seit Ewigkeiten nicht mehr so einen Kater wie am Samstag. IHR SCHWEINE!!!

  3. Ach nee.. Jetzt wo auch ich mich als treue Leserin geoutet und meine ersten Kommentare hinterlassen habe.. Also ich muss ja gestehen, dass der Leidartikel zu meinem täglichen Lesestoff gehört. Aber von dir kommt sicher auch an anderer Stelle etwas zum Nachlesen, ich hoffe, du hältst uns am Laufenden!
    Liebe Grüße aus Salzburg..

  4. Zitat: “und irgendwann wird es ganz vorbei sein.”

    Unsinn, Du gehst in eine wolhverdiente Pause und dann kommst Du zurück, Ich zähle auf Dich und andere auch!