War gestern mit netten Leuten unterwegs, hab mich auf rauchfreie Kneipen gefreut, und dann das:


Kann man das lesen? Meine Handykamera hat keine Nahlinse und keine gute Auflösung, sorry. Das ganze ist ein Anmeldeformular für einen Raucherclub, der in der dort beschriebenen Gaststätte “gedulded wird”. Wer rauchen will, muss ein Anmeldeformular ausfüllen, in dem steht:

Raucherclub “Mensch, Kultur, Kneipe” – (Gaststättenname) in (Ort)” der seinen Stammsitz in dieser Gaststätte hat. Durch Ihre Mitgliedschaft können Sie an den regelmäßig stattfindenden Clubtreffen teilnehmen und den Vereinszweck, nämlich den gemeinschaftlichen Genuss von Tabakwaren, fördern.

Muss man nicht für studiert haben, um zu verstehen, dass die Clubtreffen den Öffnungszeiten der Kneipe stark angepasst werden. :) Die Rhetorik wird aber noch ausgefeilter:


§2 Zweck des Clubs
Der Club verfolgt den ausschließlichen Zweck, den gemeinsamen Genuss von Tabakwaren in Nordrhein-Westfalen zu fördern. Dadurch soll die Rauchkultur sowie die gegenseitige Toleranz von Rauchern und Nichtrauchern sowie die Rücksichtnahme von Rauchern auf Nichtraucher gefördert werden.

Lol, genau. Man fördert die Rücksichtnahme auf Nichtraucher, indem man gleichzeitig die Rauchkultur fördert, is klar. :) Aber nette Rhetorik, ich muss schon sagen…
Ergebnis ist jedenfalls das hier. Keinesfalls ein Symbolfoto, sondern gestern wirklich in einer beliebten Kneipe in der Bonner Innenstadt live aufgenommen. Abgesehen davon, dass in der Kneipe sehr blaues/grünes Licht angeknippst war, bedeutet das, dass in Kneipen Raucherklubs trotz Rauchverbot weiter geraucht werden darf. Na toll!



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18 Responses to Von wegen Rauchverbot

  1. Jan! sagt:

    Ich denke ist nur eine Frage der Zeit bis die Raucherclubs verboten werden.
    Ich verstehe nicht, das die ganzen Raucher es gut finden, das ihre Klamotten immer so stinken…

  2. CRen sagt:

    Bin auch Mitglied in ‘nem neuen Raucherclub… die Dinger boomen im Moment ;)

  3. dritter sagt:

    Tja. Die Raucherlobby scheint wohl doch recht groß zu sein, wenn das Gesetz so halbherzig durchgesetzt wurde. Schade eigentlich. Letztlich bleibt alles beim alten.

  4. Marc sagt:

    Warte mal auf die erste Clubgebührenabrechnung von der Krankenkasse … ;)

  5. lexxa sagt:

    Also ich als Raucherin verstehe das Rauchverbot in Lokalen und halte mich auch gerne daran, vor allem wenns ums Essen geht. Aber beim Weggehen, beim Trinken und Musik hören will ich einfach ab und an meinen Glimmstengel rauchen – und wenn das nicht mehr geht, bleibe ich eben Daheim und machs mir mit Freunden gemütlich bzw. lustig. Das spart uns dann zusätzlich Geld, die Wirte freuts natürlich nicht.
    Deshalb finde ich, dass es den Wirten selber überlassen werden sollte, ob sie ihren (Nacht-)Laden als Raucher- oder Nichtraucherlokal führen wollen.

  6. Marc sagt:

    Umgekehrt gilt das aber auch für Nichtraucher, die vielleicht gerne einen Abend tanzen, trinken und feiern wollen, ohne vollgequalmt und somit belästigt zu werden. Die Raucher haben nie auf die Nichtraucher Rücksicht genommen, da musste man sie schon zu zwingen. Da musste der Nichtraucher sich überlegen, ob er nicht besser Zuhause bleibt, um nicht vollgequalmt zu werden. Aber so ist das eben mit den Süchtigen. Alkoholiker steckt man in eine Klinik, aber Raucher werden geduldet und sogar mehr: Sie dürfen die Rechte der Nichtraucher durch ihr gequalme einschränken. Würde der Staat mit dem Zigarettenkonsum nicht so viele Steuern einnehmen wäre schon viel früher was passiert, jedoch belasten die ganzen Krankheiten durch den Zigarettenkonsum dermaßen das Gesundheitssystem, so dass es sich am Ende für den Staat wohl doch nicht rechnet.

    In diesem Sinne: Ich bin froh um das Rauchverbot!

  7. [...] der potentiellen Kundschaft aus, inklusive der Streuverluste derer, die selbst nicht rauchen, aber Raucher im Freundeskreis haben, während Raucherclubbesitzer niemanden abweisen müssen, solange er den Wisch unterschreibt. In [...]

  8. Das war doch klar, dass auch in NRW diese Lücke im Gesetz genutzt wird…

    Wer sich vergiften will, kann das ja weiterhin tun. Und Nichtraucher gehen dann halt weiter nur in Läden, in denen nicht geraucht wird. Ist doch ganz einfach. SO bekommen besagte Wirte nie die Gruppe der Nichtraucher in ihre Kneipen.

  9. Mark sagt:

    Das Problem der Wirte ist ja, dass Nichtraucher nicht annähernd soviel Umsatz machen wie Raucher. Und ehrlich: Die paar Läden in Bonn sollten ja ok sein. Nichtraucher haben nun wirklich die freie Platzwahl.

    Diese protestantische Schmallippigkeit der Nichtraucher noch den letzten Winkel zu “säubern” mutet schon etwas verbissen an…

  10. Stimmt. Wenn’s um meine Gesundheit geht bin ich verbissen. Und zwar sowas von. Ebenso bei der Intoleranz der Raucher. Denn irgendwie müssen immer nur die anderen tolerant sein…

    Ich sag’s mal so:

    Von mir aus kann jeder soviel rauchen wie er will. Habe ich kein Problem damit, dass sich alle Raucher inbedingt vergiften wollen.

    Aber ich nehme mir ebenso die Freiheit heraus, gesund bleiben zu wollen. Ich will nicht passivrauchen. Steht mir das Recht auf frische und unverrauchte Luft nicht genauso zu, wie das, was jeder Raucher für sich in Anspruch nimmt – das Recht auf freie Entfaltung (oder wie auch immer Raucher das nennen)??

  11. CRen sagt:

    @ Oliver:

    Dann aber auch Alkohol weglassen, keinen Sport machen, bei dem man sich irgendwas brechen kann, Autofahren sowieso nicht und wo wir ganz konsequent sein wollen nur noch Essen direkt vom Bauernhof und klares Quellwasser. Und trotzdem wird keine Macht der Welt verhindern können, dass Du Krebs kriegst, wenn sich Dein Körper dazu entscheidet!

  12. Lass mich raten: Du bist Raucher, oder?

    Klassisches Reaktionsmuster.

    Darum geht’s gar nicht. Jeder kann machen was er will, er soll mich nur in Ruhe lassen. Und Rauchen belästigt mich nun einmal mehr als z.B. Alkohol. Es ging hier um meine persönliche Meinung und wieso sollte ich z.B. Sport verbieten lassen wollen?!

    Schwachfug.

    Nochmal. Wenn ich mich Rauchern aussetze, rauche ich passiv mit. Das schädigt nachweislich auch meinen Körper. Obwohl ich Nichtraucher bin. Wenn einer neben mit Alkohol trinkt, oder fettig und ungesund isst, dann hat das keinerlei Auswirkungen auf mich – das ist ein Unterschied. Der ist Dir schon klar, oder?!

    Und ja, Krebs kann ich auch als Nichtraucher kriegen, aber sollte ich deshalb Pro Rauchen sein?!

    Ich hab’ da jetzt ein Problem mit Deiner Logik…

  13. CRen sagt:

    Dann verbiete ich Dir hiermit das Autofahren, damit schädigst Du MICH nämlich passiv mit (Lärm, Abgase, Klimakatastrophe…) *höhö*
    Nur weil Rauchen offensichtlich ist, heißt es nicht, dass viele Dinge, die Nichtraucher tun, andere nicht passiv schädigen!

  14. Mark sagt:

    Hm, also ich wär dann jetzt für überdachte Autoclubs – nur für Mitglieder. Das würde ich als Radfahrer auch glatt tolerieren ;)

    Ansonsten: Der Drops ist gelutscht. Das Rauchverbot gildet ja. Ich hab den Eindruck, dass sich Nichtraucher nach dem Rauchverbot mehr über die (nicht vorhandenen) Raucher in Kneipen aufregen, als vorher. Calm down, ihr habt gewonnen.

  15. @Mark: Stimmt auch wieder. Das mit dem Aufregen… ;-)

  16. [...] “Leidartikel” gibt es Auszüge aus Raucherclubsatzungen oder Mitgliedsausweisen. Auch ansonsten wird aber das Rauchverbot in Köln nach den dortigen Angaben nicht wirklich [...]

  17. Kevin sagt:

    Als Ex-Raucher kann ich mich nur anschließen: Das Gesetz ist ein toller Anfang, aber aufgrund der starken Lobby immer noch nicht strikt genug umgesetzt.
    Ich habe seit der Einführung zudem definitiv mehr Geld in Kneipen ausgegeben als vorher und ich fühle mich wesentlich wohler. Nicht zuletzt, weil ich nicht ständig der unterschwelligen Versuchung ausgesetzt bin ;)

    Und der Vergleich mit dem Autofahren hinkt echt dermaßen, das er schon mehr als zwei Krücken zum aufrecht stehen braucht.

  18. Karina sagt:

    Nun sind auch die Bayrischen Raucher-Clubgesetze in NRW angekommen…. NEEEEE, noch ein Grund in Berlin zu bleiben. :) Hier ist noch keine (mir bekannte) Kneipe “verclubbt” worden.

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