Titanic – zehn Jahre später
Hab neulich noch einmal “Titanic” gesehen, den Katastrophen-Liebesfilm, der bei den “Academy Awards” 1998 gleich elf Oscars abgeräumt hat. Warum, habe ich damals nicht verstanden. Hab ihn mir deswegen noch einmal angeschaut und muss sagen: Die Liebesgeschichte mit Leo und Kate ist mir immer noch zu konstruiert, und der Versuch, Herzschmerz zu verursachen misslingt.
Aber der Rest! Erstaunliche Kulissen, hervorragende Bauten, eine wirksame Reise zurück in die Zeit. Und als das Schiff dann (endlich) auf den Eisberg läuft und der Katastrophenfilm beginnt, spielt der Film seine wirkliche Stärke aus. Die Katastrophe wird erst nicht ernst genommen und ist dann nicht mehr zu verhindern – ganz im Stile der griechischen Tragödie. Die originalgetreu nachgebaute Kulisse versinkt Schritt für Schritt im Meer, mit ihnen die meisten Passagiere. Und als das Streichquartett die Abschiedssonate spielt und der Kapitän mit seinem Schiff untergeht, dann wird es wirklich trauig.
Das hat Maßstäbe gesetzt, und dafür hat der Film auch zu Recht die Oscars gewonnen – nicht für die blödsinnige Liebesgeschichte. Und das wurde leider von allen Filmproduzenten falsch verstanden, die seitdem einen Katastrophenfilm gedreht haben und ihn mit einer hanebüchenen Liebesgeschichte kombinieren wollten. Das misslang in “Armageddon”, in “Pearl Harbor” und noch viel mehr in allen deutschen Katastrophenfilmen seitdem. Mein Rat deswegen an Produzenten und Drehbuchautoren: Lasst es endlich bleiben und dreht Katastrophenfilme oder Liebesfilme, aber nicht beides gleichzeitig.
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5 Responses to Titanic – zehn Jahre später
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Leidartikel ist das private Blog von Jürgen Vielmeier, Journalist, Redakteur, Autor, Innovationsberater. Leidartikel hat kein festes Thema. Hier poste ich, was ich auf dem Herzen habe wannimmer es etwas zu erzählen gibt.Seiten
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Du vergisst hier den Profit, den jeder Film einspielen soll.
Wenn man den damaligen Hype verfolgt hat, so war der allgemeine Tenor, dass die Frauenwelt gut und gerne auf die Actionszenen verzichtet und sich ganz auf die Liebesgeschichte konzentriert hätte. Umgekehrt hatte die Männerwelt genau deine Ansicht und ging bei den Actionszenen so richtig mit, konnten aber mit der “Story” nix anfangen.
Würde man nur jeweils einen Aspekt der Geschichte filmlich abbilden, so würde man ja gerade mal die Hälfte der Bevölkerung ins Kino locken, was enorme Gewinneinbußen nach sich ziehen würde. Also wieso nicht Frauen UND Männer gleichzeitig bedienen?
Daher machen es die anderen Filme nicht grundsätzlich falsch, sondern sie wollen es dem jeweils anderen Geschlecht leichter machen mit ihrem Partner in den Film zu gehen, da auch für sie in mehr oder weniger großer Ausprägung etwas dabei ist.
Ein Film, den ich seinerzeit dreimal im Kino sehen musste. Und auch, wenn ich wohl zu den wenigen Männern zähle, die DiCaprio gerne im Kino sehen, fand ich Titanic immer einfach nur blöd. Wie Du richtig schreibst: Schnulzige Liebesgeschichte plus, und hier mein Kritikpunkt, eben keine “gute” Katastrophendarstellung, sondern vollgepumpt mit Pathos und breitbandtauglicher “Ihr da oben, wir da unten”-Ideologie. Und wenn Leo am Ende stundenlang seiner Kate einen Sermon runterbibbert, dass man nur noch denkt: “STIRB DOCH ENDLICH”, ist das nur noch nervig.
Die CGI ist schon aus damaliger Sicht nicht gut
Oscars waren ja noch nie ein Qualitätskriterium, aber besonders bei Titanic… nein, der Film ist einfach nur teure Maßkonfektion.
Linux – zwei Jahre später.
Hallo Herr Vielmeier,
ich habe gerade Ihr komplettes “Spiegel”-Tagebuch über Ubuntu gelesen. Hat mir gefallen. Ich frage mich, ob Sie es geschafft haben, ein Linux-Nutzer zu bleiben.
Oder sind wieder zurück nach Redmond? Na? (:
Fant
Hallo Fant.
Tja, was glauben Sie?
Ich bin aus verschiedenen Gründen nach den Beiträgen von Linux weg. Zu Windows wollte ich aber auch nicht zurück. Ergo habe ich den “Königsweg” gewählt und bin seit anderthalb Jahren zufriedener Mac-Nutzer.
Zu Linux zieht mich seitdem nicht mehr viel. Das aktuelle Ubuntu soll sehr gut geworden sein, habe ich gehört, und auch die Entwicklung von Google Android auf Netbooks verfolge ich sehr gespannt. Kommt ein interessantes Endgerät mit Android auf den Markt, wäre ich wohl zur Stelle. Ansonsten sehe ich nicht viele Gründe, um vom Mac wegzuwandern. Im Vergleich dazu wirkt alles andere für mich wie ein Rückschritt um mehrere Jahre. Windows sowieso, Linux aber auch.
Schöne Grüße
Jürgen Vielmeier
Ich selber nutze auf der Arbeit mittlerweile Ubuntu 9 in der 64-Bit-Variante und bin mehr als zufrieden damit. Ich muss natürlich zugeben, dass ich als Informatiker gewisse Vorteile gegenüber Otto-Normal-PC-Nutzer bei der Bedienung eines solchen Systems habe. Prinzipiell kann man aber sagen, dass im Grund alles läuft, meist Out-Of-The-Box. Einzig das leidige Thema “WLan und Suspend” auf dem Netbook scheint noch nicht gelöst, aber in der Community wohl erkannt und auf eine Lösung wird hingearbeitet. Dies ist jedoch kein Grund für mich, das System deswegen nicht mehr nutzen zu wollen.