Es gibt eine ganze Menge künstlerischer Berufe, die es sich lohnt zu wählen: Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Liedermacher,… Wenn du einer davon werden willst, ist künstlerisches Talent aber eher zweitrangig. Das kommt und geht ohnehin wann es will. Viel wichtiger ist, dass das Äußere stimmt. Und dazu musst du folgendes beachten:

Leg dir ein sonnendurchflutetes Loft in einer reichen Gegend zu. Achte darauf, dass die Mieten nicht zu hoch sind. Die Bezeichnung “Künstlerkommune” senkt meist die Preise. Achte auf gute Gesellschaft in der Nachbarschaft.

Als Wohnort eignen sich Berlin-Prenzlauer Berg, Friedrichshain, neuerdings auch Potsdam, Kreuzberg oder Neukölln. Anderswo wird die Muse dich nicht küssen. Wenn die Gegend nur reich ist, aber nicht inspirierend, dann lass die Finger davon und nenne sie “spießig” und “provinziell”, zum Beispiel den Starnberger See.

Lass dir einen Fünftagebart wachsen und fang an zu rauchen. Wenn du Regisseur bist, trage Hornbrille, Locken und Rollkragenpulli. Wenn du Maler bist, trage weiße Hemden, von denen du stets die oberen drei Knöpfe auflässt. Wenn es Winter wird, trage anthrazitfarbene Pullunder über dem Hemd. Rauche nur selbst gedrehte Zigaretten oder Pfeife. Filterzigaretten und Zigarillos nur in Ausnahmefällen, keinesfalls Zigarren!

Wenn dich die Schreibblockade heimsucht, fackel nicht lange und strebe einen Ortswechsel an. Geeignete Orte sind allerdings nur die Toscana oder die Provence. Besuche andere Künstler dort, achte darauf, dass sie ebenfalls ein sonnendurchflutetes Loft, einen eigenen Weinberg und einen Swimmingpool haben und dass gerade 20-jährige amerikanische Studentinnen zu Gast sind, die verführt werden wollen. Pass dabei aber auf, dass deine rachsüchtige, von dir getrennt lebende Ehefrau nicht auftaucht und das ganze in einer Dreiecksbeziehung endet.

Was du dann machst, ist eigentlich egal. Aber tue das, was du tust, mit Leidenschaft. Viel Leidenschaft.


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3 Responses to Werde Künstler

  1. Tueksta sagt:

    Ehefrau in Scheidung? Wie alt muß man denn da sein? :)

    Aber Provonce find ich gut ;)

  2. Marc sagt:

    Kann es sein, dass Du vor kurzem “Vicky Cristina Barcelona” gesehen hast? :-)

  3. Jürgen Vielmeier sagt:

    @Marc: Einflüsse des Films könnten meine künstlerische Arbeit oben durchaus beeinflusst haben, ja. ;) Diese beiden aber auch:

    http://www.kino.de/kinofilm/unter-der-sonne-der-toskana/73487.html
    http://www.kino.de/kinofilm/gefuehl-und-verfuehrung-stealing-beauty/38962.html

    @Tueksta: Hoppla, muss natürlich “Provence” heißen…

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