Das Serien-Wochenende
Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich – neben der Arbeit und anderen Hobbys – mehrere Jahre brauchen würde, um mir die besten Serien der jüngeren Vergangenheit anzuschauen. Man bleibt meist bei seinen Leisten; bei mir waren es hauptsächlich Scrubs, Simpsons und 24. Irgendwann bin ich auf der Suche nach etwas Neuem auf Californication, Prison Break, How I met your Mother und That 70s Show gestoßen und hab mal bei Grey’s Anatomy und Two and a half Men reingeschaut. Angesichts dessen, wie viele gute Serien in den letzten Jahren liefen, war das immer noch zu wenig. Am gerade beendeten Wochenende habe ich einiges davon nachgeholt.
Natürlich nur stichprobenartig. Das gute ist, dass sich die meisten Serien über ihre Pilotfolge verkaufen, die Serienmacher dort also schon ihr Bestes geben müssen. Man bekommt also einen guten Eindruck davon, während andere Serien einen zweiten Blick wert sind. Reingeschaut habe ich bei:
Mad Men: Über die US-Werbeindustrie der 60er Jahre. Und das soll interessant sein? Anfangs nicht. Aber schon im Laufe der ersten Folge entwickelt sich eine spannende Handlung, und die Vielschichtigkeit der Charaktere wird deutlich. Es schmeckt nach mehr!
Flight of the Conchords: Zwei Neuseeländer in den USA wollen Rockstars werden. Ist mir von Mattes sehr ans Herz gelegt worden, hat mich aber in der ersten Folge nicht gepackt. Plätscherte so dahin, wirkte irgendwie sehr nüchtern-distanziert, ich wäre fast eingeschlafen. Ich gab der Serie eine zweite Chance mit einer Folge aus einer späteren Staffel, und die gefiel mir schon deutlich besser. Ist wohl eine Serie, an die man sich langsam herantasten muss.

My Name is Earl (Foto): Ganz anders ging es mir hierbei. Earl ist Sozialschmarotzer und Pechvogel und beschließt eines Tages, nur noch Gutes zu tun, damit ihm auch endlich mal etwas Schönes widerfährt. Karma eben. Die erste Folge beginnt so rasant, dass ich mich ernsthaft frage, wie die Serie das Tempo halten will. Die Idee und die Charaktere sind aber so pfiffig, dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass das funktioniert. Von den hier gesehen Serien mein klarer Favorit!
Entourage: Über das Leben eines jungen Filmstars, der lässig mit seinen Homies in L.A. abhängt. Durchaus überzeugende Charaktere und ein bisschen Star-Feeling. Zumindest in der ersten Folge war mir die Handlung aber viel zu seicht. Ich hoffe, da kommt noch etwas mehr Konflikt rein.

Arrested Development (Foto): Geschäftsmann Michael ist der Ruhepol seiner gänzlich verrückten Familie. Sein Vater wird wegen Untreue verhaftet, Michael soll die Geschäfte übernehmen und muss sich dabei mit den anderen Chaoten herumschlagen. Hat mich in der ersten Folge nicht gerade vom Stuhl gerissen. Ging etwas sehr ins Klamaukhafte und bereits nach fünf Minuten ist im Grunde klar, dass von den Personen nicht mehr viel Überraschendes zu erwarten ist. Die Serie hat auf IMDB eine schier unglaubliche Durchschnittswertung von 9,7 erhalten, wurde aber nach drei Staffeln schon beendet. Hat’s zumindest verdient, sich noch ein paar Folgen mehr davon anzuschauen.
The IT Crowd: Britische Serie über zwei IT-Nerds, die ihr Büro plötzlich mit einer attraktiven Kollegin teilen müssen. Hab hier vor Jahren mal die allererste Folge gesehen und gelangweilt danach gleich wieder ausgeschaltet. Offenbar zu Unrecht: Eine zweite, spätere Folge, die ich an diesem Wochenende gesehen habe, hatte alles: Wundervolles Spiel mit Klischees, schwarzer Humor und sogar etwas Kabaretthaftes. Scheint sich zu lohnen, hier tiefer einzusteigen.
Bing Bang Theory: Ähnliche Story, aber diesmal aus den Staaten, viel teurer produziert und eine offensichtlichere Art von Humor: Zwei ebenso so hoch begabte wie alltagsuntaugliche junge Wissenschaftler bekommen eine neue Nachbarin. Die ist nur durchschnittlich intelligent, dafür aber äußerst attraktiv. Hat mir gut gefallen!

Nip/Tuck (Foto): Hier habe ich zugegebenermaßen nur kurz reingeschaut, aber das sah sehr viel versprechend aus. Zwei Schönheitschirurgen teilen sich eine Praxis, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Geldgierig und heimtückisch der eine. Menschenfreundlich und voller Moral der andere. Hier wird auch an möglichst realistisch wirkenden OP-Szenen nicht gespart.
The Pacific: Zehnteilige US-Kriegsserie von Steven Spielberg und Tom Hanks über den Zweiten Weltkrieg im Pazifik. Offenbar das Gegenstück zu Band of Brothers, sehr teuer produziert. Hat mir in der ersten Folge sehr gut gefallen.
Habe ich das wirklich alles an einem Wochenende geschafft? Wundert mich grad selbst. Welche Serien kennt ihr noch, die auf meiner Liste fehlen?
Mit großem Dank an Mattes!
Fotos: Lions Gate, Twentieth Century Fox (2), Warner
Verwandte Beiträge
7 Responses to Das Serien-Wochenende
Einen Kommentar hinterlassen Cancel reply
Info
Leidartikel ist das private Blog von Jürgen Vielmeier, Journalist, Redakteur, Autor, Innovationsberater. Leidartikel hat kein festes Thema. Hier poste ich, was ich auf dem Herzen habe wannimmer es etwas zu erzählen gibt.Seiten
Rückblende
- Juli 2011 (1)
- Dezember 2010 (5)
- November 2010 (1)
- Oktober 2010 (2)
- August 2010 (2)
- Juli 2010 (3)
- Juni 2010 (5)
- Mai 2010 (2)
- April 2010 (4)
- März 2010 (5)
- Juni 2009 (2)
- März 2009 (1)
- Dezember 2008 (5)
- November 2008 (13)
- Oktober 2008 (5)
- September 2008 (7)
- August 2008 (9)
- Juli 2008 (2)
- Juni 2008 (10)
- Mai 2008 (6)
- April 2008 (35)
- März 2008 (16)
- Februar 2008 (24)
- Januar 2008 (25)
- Dezember 2007 (12)
- November 2007 (14)
- Oktober 2007 (13)
- September 2007 (13)
- August 2007 (21)
- Juli 2007 (30)
- Juni 2007 (34)
- Mai 2007 (26)
- April 2007 (20)
- März 2007 (16)
- Februar 2007 (10)
- Januar 2007 (14)
- Februar 2006 (1)
- Januar 2006 (5)
Blogroll
- André Vatter
- Basic Thinking
- Bonn-Log
- Carta
- Der Stuff
- Enno Park
- Florian Treiß
- Georg Schneider
- Ibo Evsan
- Jakob Zogalla
- Jan Tißler
- Jens Arps
- Jott
- Katha
- Marc C. Schmidt
- Mathias Röckel
- Michael Friedrichs
- Natalie Schmidt
- Nicole Chemnitz
- Pocketbrain
- Rob Bubble
- Robert Basic
- Ronnie Grob
- Rootwerk
- Stereopoly
- Tonjuwelen
- Torsten Kleinz
- Tueksta
- Upload Magazin
- Uwe Ramminger
- Wp-Spezialist
- xTown
- YuccaTree





The Office, Mann, The Office!
Ansonsten schöner Überblick, danke. Es scheint als würde man nicht wirklich was verpassen.
Mein letzter Versuch war The Wire. Da wird schön viel geschimpft, aber irgendwie hatte ich nach acht Folgen immer noch nicht gerafft, was mir das ganze sagen soll… und nach acht Folgen kam ja sogar Neon Genesis Evangelion in Fahrt.
Auch nicht neu aber ebenfalls zum wegschmeißen: Black Books!
Ich schaue ja auch hin und wieder gerne Serien, aber nicht so exzessiv… Eigentlich ist mir am Ende des Tages der Griff zum Buch viel lieber. “Lost” und “24″ haben mich aber gnadenlos in ihren Bann gezogen, da hab ich alles geschaut was es gibt. Außerdem sämtliche Stargate SG1- und Stargate Atlantis-Folgen.
Von “My Name Is Earl” habe ich auch schon zwei (oder drei?) Staffeln geschaut und mich bei jeder Episode wegwerfen müssen. Wirklich guter Stoff!
Modern Family! Mit Ed O’Neill! Wunderbar…
Gern geschehen!
FOTC und MNIE sind es auf jeden Fall wert, jede Folge davon zu sehen. BBT ist simpler, aber auch sehr gut.
AD lebt auch sehr vom Sprachwitz – als Nicht-Muttersprachler hat man es da manchmal schwer. Schau dir aber auf jeden Fall noch ein paar Folgen mehr an. Es gibt kaum eine Serie, die mehr popkulturelle und politische Anspielungen macht (z.B. Star Wars Kid). Außerdem ist der Gebrauch der Musik revolutionär gut und wenn man die Folgen der Reihe nach sieht, versteht man immer mehr der zahllosen Running Gags!
Entourage ist sehr unterhaltsam. Nicht übermäßig lustig, nicht übermäßit spannend. Aber der perfekte Soap-Ersatz für Leute, die sich ums Verrecken keine Soap anschauen würden.
Weitere Serien:
Battlestar Galactica. Ich hab damals als Kind die Original-Serie gesehen, die für heutige Erwachsene stinklangweilig ist. Das Remake hat damit nicht mehr viel zu tun. Großartige Charaktere, unglaubliche Bildeinstellungen und die beste Musik, die ich in einer Serie jemals gehört habe.
Life on Mars. Schau dir mal den Piloten an, dann weißt du bescheid. Polizist hat einen Unfall, wacht danach auf und ist plötzlich in den 70ern: “Am I mad, in a coma, or back in time?” Geile Ausstattung, gute Musik und ein heftiges Ende…
Viel Spaß!
Oh, ganz vergessen: Royal Pains. Gut für zwischen den Entourage-Staffeln. Ähnliches Thema, nur ohne die Cameos.
Danke für eure Ergänzungen. Das schreit nach einem zweiten Wochenende. Ich könnte auch direkt wieder eins gebrauchen…
@Fabian: “zum wegschmeißen”. Vor Lachen – oder in die Tonne damit?
The IT Crowd finde ich sehr gut, bisher durchgehende Qualität.
The Pazifik ist für mich deutlich hinter Band of Brothers zurückgeblieben, dabei hatte ich eigentlich hohe Erwartungen.
The Tudors fand ich nicht schlecht.