Great Beasts of the Southern Gatsbys

Zwei der Filme, die ich zuletzt gesehen habe: “Beasts of the Southern Wild” (Budget: 1,3 Millionen US-Dollar) und “The Great Gatsby” (Budget: 105 Millionen Dollar).

“Beast of the Southern Wild” hat mich mehr beeindruckt.

Und jetzt frage ich mich natürlich wieso. Dabei habe ich eigentlich gar nichts gegen “The Great Gatsby“. Die Geschichte hat alles, was ein guter Film braucht. Macht, Bewunderung, Intrigen, Liebe, tolle Kostüme, computergenerierte Spezialeffekte, Leo DiCaprio. Regisseur Baz Luhrmann hat eine gute Geschichte vor die bildgewaltige Kulisse der 20er Jahre gehievt. Die Geschichte eines tragischen Helden, mit Stars besetzt – und heute noch so aktuell wie vor knapp 90 Jahren, als die Romanvorlage entstand.

Auf der anderen Seite haben wir das Erstlingswerk von Nachwuchsregisseur Benh Zeitlin, einen Low-Budget-Film. Die Geschichte eines kleinen Mädchens, das mit ihrem exzentrischen Vater in den Sümpfen Louisianas wohnt, als eines Tages der Hurricane kommt. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihre Angst vor den Monstern aus ihrer Fantasie (und in der Realität) zu besiegen. Erstaunlicherweise ist das nicht minder bildgewaltig als “The Great Gatsby”, auch wenn Zeitlin auf beeindruckende Kostüme und computergenerierte Kulissen nahezu verzichten musste.

Die Schlagzeile “Guter Low-Budget-Film schlägt bösen Hollywood-Blockbuster” ist mir eigentlich zu plakativ. Luhrmann hat sich hier ordentlich ins Zeug gelegt. Und doch geht man hier eher mit einem Achselzucken aus dem Kino als beim genannten Low-Budget-Streifen. Wahrscheinlich ist er dem Anspruch nicht gerecht geworden, mit einem Budget, das das eines “Herr der Ringe”-Teils übersteigt, ein schlichtes Drama zu einem bilgewaltigen Hollywood-Epos aufzupusten. Weniger und mehr und so. Das Auge gibt sich mit Magerkost zufrieden, wenn eine gute Geschichte das Hirn stimuliert. So können Einzelheiten bei “Beasts of the Southern Wild” besser in Erinnerung bleiben. Und das sind neben der Geschichte die tolle Leistung der erst neunjährigen Quvenzhané Wallis sowie Dan Romers fantastischer Soundtrack.

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