Aus Versehen Intervallfasten (16:8)

Ich glaube ja nach wie vor, dass Psyche und Gewicht zusammenhängen. Wenn sich die Wampe hartnäckig hält, so wie bei mir, dann kann ich noch so viele Diäten machen. Dann werde ich sie nicht los.

Irgendwie bin ich jetzt trotzdem in den verdammt angesagten Trend des Intervallfastens gerutscht. Warum? Weil ich das ein paarmal eh schon gemacht habe, ohne es zu wissen:

  • Wenn ich Samstags feiern gehe, schlafe ich sonntags lange und esse oft nur eine Mahlzeit. Meistens bin ich dann 16 Stunden danach ohne.
  • Es gibt viele Abende, an denen ich gegen 1800 Uhr abendesse, zum Sport gehe und danach keinen großen Hunger mehr habe. Ich gehe dann ohne weitere Mahlzeit schlafen und hüpfe erst am nächsten Tag um 0900 aus den Federn. Bis zur 16. Stunde ist es dann auch nicht mehr weit. Überbrücken lässt sich das mit einem Pott schwarzem Filterkaffee.

Ich mache das längst nicht an jedem Tag. Eckart von Hirschhausen war derjenige, der das Intervallfasten populär gemacht hat: 10 Kilo runter in 3 Monaten. Durchaus respektabel. Er gibt an, dass zwei beliebige Fastentage in der Woche reichen (5:2-Prinzip). Ich gehe aber schwer davon aus, dass er weitere Fastentage dazwischen hatte. Auch wird er in den 8 Stunden, an denen nach der Methode Mahlzeiten erlaubt sind, recht gesund gegessen haben. Das tue ich schon nicht. 😉

Meine längste Etappe waren bisher 3 Tage mit 16:8. An jedem Tag könnte ich das nicht und will es irgendwie auch nicht. Aber zumindest ab und an mache ich es einfach, wenn ich zurückrechne und merke, dass 16 Stunden bald erreicht sind.

Interessanteste Erkenntnis bisher: Man starrt mitnichten die ganze Zeit auf die Uhr und stürmt nach den 16 Stunden nicht sofort das Allyoucaneat-Buffet. Meistens setzt nach diesen 16 Stunden ein besonderes Gefühl ein. Ich fühle mich frei, energiegeladen, gar nicht hungrig. Ich könnte etwas essen, muss es aber gar nicht. Manchmal hänge ich dann noch ein paar Stunden dran.

Gestern war ich geschätzt 20 Stunden ohne Mahlzeit. Ich genehmigte mir ein leckeres, spätes Mittagessen beim Italiener um die Ecke. Es bliebt neben einem Milchkaffee die einzige kalorienhaltige Mahlzeit des Tages. Daran schloss ich die nächste 16-Stunden-Phase gleich an. Ob ich damit abnehme? Ich schaue in fünf Wochen nochmal auf die Waage und berichte dann. Aktuell sind es knapp 85. Ich denke, zunehmen werde ich schon nicht. Mal sehen, ob es auch runtergeht. Nebenbei mache ich zweimal die Woche bisschen Bauchtraining im Fitnessstudio. Damit der Bauchspeck weiß, dass er gemeint ist.

Essen scheint viel mit Rhythmus zu tun zu haben. Besuche ich meine Schwester, bin ich mittendrin im Familienrhythmus und mein Körper kann problemlos viermal am Tag eine volle Mahlzeit aufnehmen. Im Urlaub eine deftige Mahlzeit und leckeres Bier gehören für mich irgendwie dazu. Und dann kann ich zuhause auch schnell wieder ein paar 16:8-Tage einlegen. Wenn nicht für die Waage, dann interessanterweise für die Psyche. Es geht mir damit eher besser als schlechter.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Höchstinteressant.
    Aber ich stimme dir zu, mit reinem 16:8 intervallfasten an zwei Tagen pro Woche nimmt man niemals über 3kg pro Monat ab wenn man sich sonst normal weiter ernährt.

    Ich wäre allerdings bereit das Experiment zu wagen, nur meine Theorie zu bestätigen dass es nicht funktioniert 😀

    • Ja, das macht Sinn. 😉 Na ja, du könntest auf jeden Fall die anderen positiven Effekte des Intervallfastens nutzen. Weniger hungrig (ja, tatsächlich!), mehr Energie, weniger müde, mehr Ausgeglichenheit. Es dreht sich nicht mehr alles ums Essen, das ist erstaunlicherweise die Erkenntnis.