Es gibt zu viele Serien

Es gab mal eine Zeit, da haben mich Freunde gefragt, ob ich ihnen eine neue Serie empfehlen könnte. Das ist irgendwie vorbei seit… ach, seht selbst.

Wenn man mit Freunden über Serien spricht, verlaufen Gespräche seit einiger Zeit etwa so:

„American Gods galt ja als unverfilmbar, aber die Serie hat es echt hingekriegt.“
„Nie gehört. Ist das sowas wie Lucifer? Da fand ich Preacher als Parodie ja besser.“
„Lucifer kenne ich nicht. Aber Preacher war doch die Parodie auf Outcast?“
„Was ist Outcast? Hat eigentlich schon einer Jack Ryan gesehen?“
„Ja, das ist die Hollywood-Version von American Odyssey.“
„Was ist das schon wieder? Guckt ihr Babylon Berlin?“
„Wenn das so schlecht ist wie Dark, dann lieber nicht.“
„Dark?“

Es. gibt. zu. viele. Serien. Spätestens seit 1-2 Jahren, seit jeder Netflix hat und seit jede Woche neues gekauftes oder eigenproduziertes Netflix-Material auf die Plattform geschoben wird. Dazu noch Serien, die auf Arte laufen, bei Amazon Prime oder sogar mal in der ARD-Mediathek.

Wenn Freunde mich nach Serientipps fragen, dann längst nicht mehr, weil sie nichts mehr zu gucken haben. Es geht dann eher um Geheimtipps. Irgendwas, was unter den gefühlt 30 neuen Qualitätsserien pro Woche besonders heraussticht.

Weiß ich auch nicht!

Ich habe als Letztes Mad Men gesehen. Jetzt wollte ich mir mal die alten Black Mirror-Folgen anschauen. Es ist wie im Supermarkt: Bei zu viel Auswahl schaltet der Kopf ab und geht nach dem, was er schon kennt – oder was am besten aussieht. Muss das zwingend das Beste sein? Nö, aber es verschafft Ruhe, und verpassen kann man ja eh nichts. Es ist für immer im Netflix-Universum gespeichert.

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