Jetzt bloß keinen Fehler machen!

Egal, ob im Sport oder im Berufsleben: Profis machen keine Fehler. Isso. Und wenn es doch einmal passiert, hatte man einen schlechten Tag oder es war der Praktikant. Thema erledigt.

Stimmt schon. In Bereichen, in denen es um Leben, Tod oder viel, viel Geld geht, muss man sich darauf verlassen können, dass keine fatalen Fehler passieren. In allen anderen Lebensbereichen würde ich sagen: Um Himmels Willen, macht doch bitte Fehler!

Fehler passieren täglich. Der Burger im Restaurant, bei dem die Salatgurke fehlt. Der Laptop, der eindeutig ein Montagsgerät ist. Der Paketbote, der im Stress zu klingeln vergisst. Ist blöd, aber bringt niemanden um.

Wichtig finde ich nur den Umgang damit. Nennt man einen Fehler unverzeihlich oder lernt man daraus und macht es beim nächsten Mal besser? Der Unterschied ist wichtig.

Ich kann einen Kollegen völlig dafür runter machen, wenn er zum wiederholten Male ein Komma falsch setzt. Oder ich kann ihn jedes Mal auf die richtige Regel hinweisen. Letzteres dürfte mehr Erfolg haben. Nur eins muss ich machen: ihn darauf hinweisen. Ich versuche das möglichst konstruktiv.

Tischtennis ist immer eine wunderbare Analogie auf das Leben. Früher habe ich mich für jeden Fehler selbst kritisiert und „wie kann man nur so schlecht sein“ eingeredet. Heute analysiere ich jeden Fehler im gleichen Moment, in dem er passiert, und motiviere mich selbst, z.B.: „Da hattest du den Schläger beim Block zu weit auf. Mach ihn beim nächsten Ball weiter zu, dann müsste es reichen.“

Ratet mal, welche Taktik besser funktioniert…

Ich muss Fehler machen, um besser zu werden, ich sollte jeden Fehler analysieren. Warum, woher kommt der jetzt, welche Regel hast du da nicht beachtet, was genau hast du falsch gemacht, was kannst du tun, um es beim nächsten Mal besser zu machen, wie wirst du es beim nächsten Mal besser machen?

Nur so wird man besser. Und natürlich klappt das nur in einem Klima, in dem Fehler erlaubt sind. Das soll nicht bedeuten, dass schlampige Arbeit geleistet wird. Es sollte natürlich Kontrollinstanzen geben, die einen Fehler noch korrigieren, bevor das Produkt das Werk verlässt. Aber Fehler selbst sollten gemacht werden dürfen. Wer er schafft und die Geduld dafür hat, kann sie sogar als Bereicherung sehen.

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