Mehr Autofahren

Man lernt ja nichts dazu. Ein gutes Jahr habe ich mein Auto jetzt und zum vierten Mal kam nun der Pannendienst raus, um mir Starthilfe zu geben. Dreimal davon war es der gleiche Techniker, der mich längst namentlich kennt und immer herzlich begrüßt.

„Ich habe Ihnen doch schon beim letzten Mal gesagt, dass die Batterie sich entlädt, wenn Sie immer nur Kurzstrecke fahren.“ Ja nun, aber diesmal bin ich wirklich länger damit gefahren. „Und wann zum letzten Mal?“. Zwei Wochen könnte es schon her sein.

Muss man sich mal vorstellen. Zwei Wochen nicht mit dem Auto gefahren und schon ist die Batterie leer. Könnte natürlich daran liegen, dass mein Auto praktisch Knight Rider ist. Digitaler Tachometer, digitale Bordkonsole, digitale Tankanzeige, digitaler Kilometerstand… der Digitalgerät.

„Es könnte an Ihrem Fahrverhalten liegen – nicht persönlich gemeint! Fahren Sie längere Strecken damit, mindestens einmal die Woche!“

Eine tolle Antwort auf Klimawandel, CO2-Ausstoß, Feinstaubbelastung…

„Oder lassen Sie sich eine kleinere Batterie einbauen.“

Kleiner?! Wirklich?

„Ja klar. Eine Batterie mit mehr Kapazität braucht länger, bis sie wieder aufgeladen ist.“

Woran man so alles denken sollte. Da ohnehin jetzt ein neuer Satz Reifen ansteht und die Elektronik dringend mal in der Werkstatt untersucht werden sollte, ist jetzt wohl die Fly-or-Die-Phase gekommen. Nochmal investieren oder sonst weg mit dem Scheißteil.

Vor allem habe ich heute gelernt, dass sich Dinge nicht für immer aufschieben lassen. Klar, der Pannendienst kostet mich nichts. Ich zahle die gleiche Jahresgebühr, egal ob er einmal anrückt oder zwanzig Mal. Aber das Problem ist damit nicht gelöst. Da hilft wohl nur Werkstatt – oder ein neues Auto.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Oder private carsharing? Dann würde er auch mehr bewegt….

    • Ich hab so meine Schwierigkeiten mit Private Carsharing. Woher weiß ich denn, was die anderen dann mit meinem geliebten Auto machen, wenn ich nicht hingucke? Das Auto ist ein verlängerter Teil der Wohnung. Da lässt du ja auch niemanden drin übernachten, den du nicht kennst. Private Carsharing funktioniert imho nur mit Konzepten wie Flinkster, Car2Go und Co. Also wenn das Auto einem unabhängigen Dritten gehört. Dann ist es mehr wie AirBnB und du hängst da nicht gedanklich dran.

  2. Das Problem haben auch ganz viele Urlauber, die nach Hause kommen und bereits am nächsten Morgen zur Arbeit müssen. Doch Überraschung: Batterie ist leer.

    Ich denke, das ist ein Übergangsproblem. Früher schwächelten die Batterien wohl nicht so schnell. Die Frage ist, was in Zukunft kommt: Eine Mischung aus kostenlosen Öffis in der Hometown und akzeptablen Carsharing für lokale Transporte und weite Reisen? Ich glaube auch, dass es eher die großen Flotten und kaum private carsharing werden wird.

    Ich habe nie einen Führerschein gemacht und dies auch nicht bereut. Sicher muss auch für mich manchmal ein Auto fahren und ich dafür Freunde um Hilfe bitten. Doch das ist immer noch seltener, als ich ihnen mit meinem Rat in technischen Dingen zur Seite stehe. Es funktioniert!