Meppen, Weltkulturerbe

Meppen Rathaus Weltkulturerbe

Meppen Rathaus Weltkulturerbe

Ja, richtig gelesen. Es fing damit an, dass der Moorbrand in der Tinner Dose bei Meppen nun nach gerade mal sechs Wochen gelöscht worden war. Schade eigentlich. So oft war Meppen nicht einmal zu glorreichsten Zweitligazeiten in den Schlagzeilen. Das sah auch Horst Hutzel so, der auf Twitter schrieb:

Darauf musste ich selbstverständlich reagieren:

Und wie so oft kommt beim Schreiben (oder dem Trinken) der glorreiche Gedanke: Meppen! Weltkulturerbe! Warum eigentlich nicht?

Einerseits habe ich es ja nicht so mit Weltkulturerben. Einige davon fand ich maßlos überschätzt (sorry, Tallinn!), bei anderen fragt man sich: warum jetzt ausgerechnet dieses und nicht jenes? Immer verbunden mit einem Weltkulturerbe sind auf jeden Fall steigende Preise, Touristennepp, Souvenirshops und vor allem viel, viel mehr Besucher in der Stadt.

Im Falle von Meppen könnte das höchst interessant werden:

  • Hop-on-Hop-Off-Busse, die von der Innenstadt zur legendären Hänsch-Arena des SV Meppen rausfahren. Eine deutliche Aufwertung des in Meppen quasi brach liegenden Nahverkehrs.
  • Die atemberaubende Gymnasialkirche wäre für den Pöbel nicht mehr dauernd geschlossen, könnte Influencern Zutritt gewähren und damit noch mehr Touristen anlocken, vielleicht sogar Eintritt verlangen.
  • Mike’s Pub am südlichen Ende der Fußgängerzone, in dem schon Generationen von Schülern lieber ihren Mathematikunterricht verbrachten, wäre die neue Szenekneipe mit „Free WiFi, even for tourists“, hahaha.
  • Bur’n Schänke up’n Bült, heute ein, sagen wir, eher dörfliches Gasthaus, würde endlich in seiner angestammten Rolle aufgehen, zum traditionellen Spezialitätenlokal zu werden. Lecker Moorbrand zu jedem Buchweizenpfannkuchen.
  • Restaurant Delphi würde zur klassischen Tourifalle mit 10% off every beer und free tourist menu mit Blick auf das historische Rathaus. Natürlich ließen sich hier auch Gutscheine einlösen. Wobei, Moment, das geht eigentlich auch jetzt schon.
  • Mobile Handelsvertreter böten auf der Fußgängerbrücke zum Bootshaus Selfie-Sticks feil, um Besuchern der Stadt traumhafte Erinnerungsfotos vor der malerischen Höltingmühle zu ermöglichen.
  • Der Rockpalast würde in Reiseführern zum Geheimtipp erklärt. Besitzer George Gambier würde ein (ohnehin überfälliges!) Denkmal gepinselt.
  • Der Jesuitengang von der Gymnasialkirche zur Schülerwiese könnte zum Walk of Shame ausgebaut werken in Gedanken an die vielen traurigen Schüler wie einst @leidartikel.

Ich sehe Hipster-Cafés und Burgerbuden an allen Ecken und Enden. In der MEP könnte endlich mal was los sein. Boßeln würde zum Ganzjahressport erklärt und das Pilgern zur Hase am Vorabend des 1. Mai zum Fest des Jahres mit Bischofssegnung und 500.000 Besuchern aus aller Welt.

Erstmal einen Korn auf den Gedanken… passt!

Die meisten Weltkulturerben leiden heute unter den Touristenströmen. Aber sagt, was ihr wollt: Meppen würde das enorm aufwerten. Ich fände das eine ziemlich witzige Sache und werde nicht eher ruhen, bis es so weit ist.

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