Die Woche vor dem Urlaub

Ich fahre gerne weg. Was ich nicht mag, ist die Woche vor dem Urlaub.

Geht ja nicht, dass der Laden mal ohne einen läuft. Also noch schnell Projekte beenden. Produkttests vorziehen, lange Berichte schreiben, die Geräte verpacken und zur Post bringen, viele Bilder machen, die Kollegen bitten, etwas zu übernehmen.

Es ist immer dasselbe. In der Woche vor dem Urlaub schuftet man für zwei, rennt abends durch die Läden, um noch wichtige Reiseutensilien zu besorgen. (Könnte ja eine Bananenrepublik sein, in die man fährt.) Sachen, die sonst im Schrank hängen, müssen nun gefaltet, gerollt und im Koffer verstaut werden. Schnell noch was zu lesen besorgen, Podcasts runterladen, Netflix-Serien offline speichern, damit im ewig langen Flug ja keine Langeweile aufkommt. Reiseunterlagen ausdrucken, in den Flug einchecken, Buspläne für hier und dort studieren, eine Liste machen mit Aktivitäten, die man vor Ort machen möchte. Sich mit Dingen überfressen, die im Kühlschrank schlecht werden könnten, auf keinen Fall vergessen, die Blumen nochmal zu gießen, den Müll rauszubringen. Oh Gott, ist mein Pass noch gültig??? Bin ich gegen alles geimpft?!? Und was, wenn es die ganze Zeit regnet?

Ich hasse es! So sehr, dass ich schon deswegen eben doch nicht so gerne verreise. Andere haben Reisefieber und Vorfreude, bei mir ist die Woche vor dem Urlaub einfach nur Stress.

Gefolgt vom Weg zum Flughafen. Den Koffer zupressen. Habe ich wirklich an alles gedacht? Eine Jacke anziehen, die nicht mehr in den Koffer gepasst hat, obwohl es viel zu warm dafür ist. Das 20-Kilo-Koffer-Ungetüm vom 3. Stock runterschleppen. Unten schon verschwitzt sein. Zur Haltestelle vom Flughafenbus schieben. Der Bus hat Verspätung und ist voll. Ich darf mich dazu quetschen. Muss mich festhalten, den Koffer auch und 30 Minuten lang die Kurven ausbalancieren. Natürlich ist die Lüftung ausgefallen. Schwitze noch mehr. Komme völlig genervt verspätet am Flughafen an. Und jetzt noch 13 Stunden Flug mit Wartezeit.

Das ist alles nen Driss. Und es ist nichts, wogegen man etwas machen könnte. Man müsste schon Personal beschäftigen.

Erst im Flugzeug kommt bei mir so langsam etwas Entspannung auf. Und am Zielort angekommen blühe ich dann auf, genieße, dass alles so schön anders ist, die Leute freundlich und das Wetter – idealerweise – besser.

Bis ich krank werde, weil die Woche vor dem Urlaub zu viel Nerven gekostet hat. Hach ja. Verreisen…

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