49: 14 Dinge, die ich meinem 14-jährigen Ich gerne mit auf den Weg gegeben hätte

Sagen wir, in meiner Jugend lief nicht alles ideal (aber in wessen tat es das schon?) und ich bin dabei, langsam dahinter zu kommen, was damals eigentlich alles schief gelaufen ist. Schön wäre es gewesen, ich hätte einen Mentor gehabt, der mir da ein paar Dinge über das Leben glaubhaft erklärt. Angenommen, ich hätte die Möglichkeit, in der Zeit zurückzureisen und mein 14-jähriges Ich zu treffen. Diese paar Dinge würde ich ihm gerne mit auf den Weg geben:

  1. Versuche nicht, jemand anders zu sein. Du bist eher der ruhige, sensible Typ? Das ist völlig in Ordnung. Die Menschen sind unterschiedlich, und das ist gut so. DU bist gut so. Und nein, als ruhiger Typ bist du nicht per se unattraktiv für das andere Geschlecht, den Arbeitsmarkt, das zwischenmenschliche Miteinander. Es gibt Leute, die das nicht mögen, klar. Dann lass sie abprallen und geh weiter. Du wirst nie allen gefallen, und das musst du auch nicht.
  2. Überhaupt: Akzeptiere dich so, wie du bist. Denn nur dann entsteht Selbstvertrauen. Hör nicht auf diejenigen, die dir suggerieren wollen, dass du falsch bist. Klar, du bist dumm und naiv, du bist ja auch erst 14. Aber du hast das Herz am rechten Fleck. Du bist nichts Schlechteres als sonst jemand. Und du hast die Fähigkeit zu lernen, alles zu lernen. Mach davon Gebrauch.
  3. Lerne, lerne, lerne. Nicht darum, um gute Noten zu schreiben (das ist eh erst in den letzten beiden Schuljahren halbwegs wichtig) oder anzugeben. Sondern, weil du vieles davon im Leben einmal gut gebrauchen kannst. Das sind weniger die Dinge, die du in der Schule lernst, die helfen dir nur, damit du später das lernen kannst, was du wirklich willst. Es sind vor allem Dinge, die du neben der Schule machen kannst. Sport, Zeichnen, ein Instrument lernen, alles über Computer. Finde heraus, was dir Spaß macht und dann mach es!
  4. Es gibt Meinungen und es gibt Fakten. „Das können wir nicht“, „Das lerne ich nie“, „Das ist viel zu schwer“, „1+1 = 3“ sind Meinungen. Und es gibt viele verdammt dumme Meinungen, die im Jugendalter auf einen einprasseln, auch von Erwachsenen.
  5. Du kannst alles lernen. Du musst nur wissen, wie du das am besten anstellst. Verschiedener Stoff lässt sich unterschiedlich lernen. Es kann schwer werden, es wird Hindernisse geben, du hast eine andere Lernkurve als andere. Aber du kannst im Prinzip alles lernen. Vergleiche dich nicht: Wenn jemand anders darüber schon mehr weiß oder generell schlauer ist als du, dann ist für dein weiteres Leben völlig egal.
  6. Wenn du in eine Gruppe par tout nicht hineinpasst, dann such dir eine andere. Versuche nicht, dich für diese Gruppe zu verbiegen.
  7. Urteile nicht über andere. Lehne niemanden ab, nur weil er komisch aussieht oder komische Dinge tut. Lerne ihn erst einmal kennen, und selbst wenn er Dinge tut, die nicht deins sind, dann geh deines Weges, aber verurteile ihn nicht. Sei für andere offen. Du wirst um einiges entspannter durchs Leben gehen und viele interessante Menschen kennenlernen.
  8. Sei nicht zu stolz dafür, andere um Hilfe zu bitten, dich ihrer Gruppe anzuschließen oder Fehler einzugestehen. Sei generell nicht stolz. Verbuche und genieße Erfolge, und dann arbeite weiter an dir. Mache Dinge mit anderen zusammen.
  9. Differenziere. Differenziere, wo immer es geht. Es gibt nicht nur Böse und Gut, Schwarz und Weiß. Es ist nicht gleich die ganze Welt schlecht, wenn dich mal jemand schlecht behandelt. Es sind nicht alles Idioten, wenn einige davon sich wie welche aufführen. Es gibt viele Menschen, die eine gute Seele haben und dir helfen wollen. Schau genau hin. Und lass deinen Ärger niemals an den Falschen aus.
  10. Lerne Selbstbehauptung und eine Kampfsportart. Nicht um anderen damit auf die Fresse zu hauen. Sondern nur damit du das Wissen hast, dass du dich jederzeit verteidigen könntest.
  11. Arbeite und verdiene Geld. Ja, auch als Jugendlicher schon. Es ist deine Fahrkarte hier raus und du lernst eher kennen, was dir im Leben Spaß macht und was nicht. Hab keine Angst vor Neuem!
  12. Ja, du wohnst am Arsch der Welt. Aber doch gibt es viel mehr Möglichkeiten, als das, was du daraus machst. Es gibt Kurse, Vereine, eine VHS. Du könntest Schauspiel lernen, Sprachen, Instrumente. Und auch eine Stadt wie Münster ist nur 1 Stunde entfernt. Fahre oft dorthin, informiere dich über Aktivitäten, treffe Menschen dort.
  13. Spare auf ein Auto, und wenn dein erstes Auto auch eine Rostkarre ist. Ein Auto bedeutet Freiheit. Du könntest jederzeit überall hin fahren, selbst wenn du es dann nicht tust.
  14. Irgendwann wird das alles vorbei sein. Du kommst hier raus und dann wird das Leben besser. Du wirst fantastische Menschen kennenlernen, tolle Freunde finden und auch für dich herausfinden, was du gerne magst und wer du wirklich bist. Je älter wir werden, desto entspannter gehen die Menschen miteinander um, desto weniger wichtig ist es, welche Marken du trägst, wie reich du bist und ob du in der Freizeit coole Sachen machst. Man mag dich einfach so, wie du bist.

Und auch mit 41 tut es gut, sich diese Dinge noch mal vor Augen zu halten. 🙂

Jemand hat versucht, sich in mein LinkedIn-Konto zu hacken. OMG!!!

Es scheint ein echter Hack gewesen zu sein. Ich bekam diese Mail 10 Mal. Jedes Mal angeblich von völlig einem anderen Ort der Welt abgeschickt.

Nun könnte ich zu LinkedIn gehen und mein Passwort ändern. Andererseits war ich seit fast 10 Jahren nicht dort und was könnte schlimmstenfalls passieren? Dass einer meinen Lebenslauf aufhübscht und mich damit erpresst?

Erdnussflips sind gesund(er als Kartoffelchips). Habt ihr da schon mal genau drauf geschaut? Die vom Penny bestehen aus nur 4 Zutaten, haben keine Zusätze:

Nur 3 Prozent gesättigte Fettsäuren, nur 3 Prozent Zucker, fast 15 (!) Prozent Protein.

Ja okay, zu viel Fett, Salz und böse Kohlenhydrate insgesamt. Aber den Vergleich mit Kartoffelchips gewinnen Erdnussflips. Hands down!

Bild des Tages:

We used to connect people but now there aren’t any…

Ach so geht das…

4 Kommentare

  1. Eine sehr schöne kognitive Verhaltenstherapie mit sich selbst! Bravo! Nur würde man es mit 14 diesem alten Sack nicht glauben… Fluch und Segen der Jugend. Aber was wäre schon ein abgeklärter Jugendlicher?

  2. Moin! Wenn der junge Jürgen die Hinweise befolgen würde, wäre er nicht der heutige Jürgen geworden, wer weiß schon wozu was gut ist…
    Aber, vom Prinzip her, sind die Hinweise ja für das aktuelle Ich immer noch gültig, etwas (woran man glaubt) aufzuschreiben und zu lesen, ist noch etwas anderes als es nur zu denken.
    Danke für den Blog und die guten Denkanstöße!

    • Wahrscheinlich wäre ich schon derselbe geworden, ja. Versteh mich nicht falsch. Ich bin schon okay so wie ich bin und ich bereue nicht all zu viel. Aber hätte ich das Wissen von heute schon damals gehabt, hätte ich vielleicht schon zehn Jahre früher da sein können, wo ich heute bin. Ich hätte mir selbst eine Menge Ängste erspart und einer Menge Leuten eine Menge Kummer und Ärger.

Kommentare sind geschlossen.