52: Gehackt

Ernst nahm ich es schon, als sich jemand in Südasien vor ein paar Tagen offenbar Zugang zu meinem LinkedIn-Account verschaffen wollte. Aber der Versuch ging offenbar schief, und: war ja nur LinkedIn.

Heute bekomme ich dann diese Mail:

Ratet mal, wer Sekunden später senkrecht auf dem Stuhl steht und erstmal die Passwörter seiner wichtigsten Services ändert.

In der Mail steht nichts von „versucht“ oder „nicht erfolgreich“. Da hat es jemand offenbar geschafft, sich mit meiner Nutzerkennung bei Netflix anzumelden.

Ich habe weniger die Angst davor, dass sich dieser jemand jetzt über meinen Account Pornos reinzieht und Netflix mir beim nächsten Fernsehabend mit Freunden passendes Material vorschlägt. Aber was ist mit meinen hinterlegten Bankdaten? Wo hat derjenige mein Passwort her, welche Passwörter hat er noch und: wo wird er es noch alles versuchen?

Ich will mit dem Netflix-Kundendienst chatten (jaja, sowas gibt’s!). Aber ich werde bis zum Ende des Gesprächs nicht ganz schlau daraus, ob ich es da mit einem Menschen oder einer Maschine zu tun habe:

You: Is it possible that this person has grabbed my bank account details?Netflix: Okay so nothing to worry your account is secure
You: That’s good. Just wondering if the person actually broke in. So he/she must have known my password?
Netflix: Now you have changed your password so nothing to worry.

Ja, danke, Maschinenmensch! Ich hab nichts zu befürchten, klar. Und wenn doch? In einem Beitrag über Identitätsdiebstahl neulich habe ich gelesen, dass es mit genau so etwas anfängt. Und am Ende hast du 50 negative Schufa-Einträge. Typ in Südasien: Such dir bitte irgendwen Böseres, Reicheres! Bei mir ist eh nicht viel zu holen.

Und auch bei LinkedIn habe ich mich bei der Gelegenheit noch einmal eingeloggt. Ich war dort noch mit schlecht gealtertem Profilbild als Redakteur von Basic Thinking eingetragen. Der letzte Besuch muss also mindestens 7 Jahre her sein.

Was soll ich sagen, ihr seht es ja selbst: LinkedIn ist ein noch überladeneres Facebook. Der Hass fehlt, okay, ist ja Business, keine Freizeit. Dafür erinnert mich das Webdesign an ein amerikanisches Großraumbüro. Wie kann man den eigenen Profit derart über die Nutzererfahrung stellen und damit dann so erfolgreich sein? Nur weil sich jeder irgendwie genötigt fühlt, da mitmachen zu müssen? Was für ein komisches Jahrzehnt war das eigentlich, in dem Plattformen wie LinkedIn und Facebook mit so einem Schrott an die Börse gehen und damit so erfolgreich sein konnten?

Nach dem BlacKkKlansman kommt der BanKkKartendieb:

Warum sind Toaster-Kabel eigentlich grundsätzlich nie länger als 50 Zentimeter?

Speaking of which: Ich hab nen neuen Toaster. Does it spark joy? The hell it does!

Links im Bild seht ihr übrigens bereits das gestern vorgestellte Acer Chromebook 714 im Einsatz. Erster Eindruck: <3. Auch wenn wirklich 2/3 aller Android-Apps Probleme machen. Es gibt ja so viele, dass eine davon pro Zweck am Ende schon funktioniert.

Trendblog-Content: Samsung hat endlich mal wieder ein vernünftiges Tablet vorgestellt, das Galaxy Tab S6. Ihr seht mich, durchaus davon angetan, eine Renaissance der Tablets heraufbeschwören. Ausgerechnet ich übrigens, der nie was mit Tablets zu schaffen hatte…

Bild des Tages: Hach, Romantik!

3 Kommentare

  1. Moin!
    *Häufig haben die „Hacks“ mit „Schwachstellen“ auf dem eigenen Rechner zu tun. Ich hatte mal eine seltsame Häufung von „Hacks“, bei Spotify, Ebay, Twitter, bis ich dahinter kam das anscheinend das Programm JDownloader die Passworteingaben gelauscht hat.
    *Kabel sind oft das teuerste an den Geräten, achte mal auf die versch. Länge der Kabel bei Marken/NoName, ist auch bei Werkzeugen nicht anders.

    • Hey Boris. Ist gerade wieder was ruhiger geworden mit den Hacks. Aber das mit dem JDownloader wäre ja krass. Das schaue ich mir mal genauer an.

      Was ist denn bloß so teuer an Kabeln? Bisschen Draht, paarmal ummanteln, fertig. 😉

  2. JDownloader – Keine Ahnung, vielleicht auch nur Zufall, das der 2x parallel zu den Logins lief und es danach Probleme gab. Seit ich den gesondert auf einem alten Rechner laufen lasse ist Ruhe.
    Ja, bzgl. der Kabel, da vertut man sich was die wirklich kosten, wenn genug Kupfer drin ist…

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