54: Zu Fuß nach Köln

Mir fehlt Bewegung. Eine allergische Bronchitis streckt mich derzeit nieder, und das schlägt mir auf die Stimmung. Aber heute ist das Wetter gut, ich fühle mich halbwegs fit. Es ist 1700 Uhr und ich marschiere einfach mal drauflos Richtung Norden.

Als ich nach 45 Minuten schon in Graurheindorf an der Fähre bin und wenig später die Stadt verlasse, weckt das den Ehrgeiz in mir. Könnte ich wohl schon nach 2 Stunden in Wesseling und nach 3 Stunden in Köln sein? Wollen wir doch mal sehen!

Um 1800 erreiche ich den Ortsmittelpunkt von Hersel, idyllisch am Rhein gelegen. Der Weg führt durch viel Grün und neben beneidenswert schönen Häuschen immer am Fluss entlang. Partyschiffe feiern an mir vorbei. Und ich bleibe im Soll: Gegen 1900, nach 2:00 Stunden, komme ich wie geplant in Urfeld an, dem südlichsten Ortsteil Wesselings.

Wenig später tauchen die ersten Raffinerie-Anlagen, Verladestationen und Fabriken auf. Das, wofür Wesseling berühmt ist. Zwischen Rohren und Leitungen hindurch nebst viel Grün geht mein Weg kilometerweit nach Norden. Von irgendwo ertönt live das FC-Kölle-Lied. Der Rheinkilometer 666 wirbt um Vertrauen:

Die Wesselinger Innenstadt durchstreife ich erst um 1945. Mit der neuen Promenade und sogar einem kleinen Strand ist es hier gar nicht mal mehr so hässlich.

2000 Uhr, 3:00 Stunden unterwegs, und ich bin kurz vor der Evonik-Fabrik. Immer noch Wesseling.

Heilige Maria der Industrieanlagen

Vor einem Brombeerstrauch am Ortsausgang von Wesseling stärkere ich mich erst einmal. Wusstet ihr, dass die kleinen verschrumpelten überreif und dabei besonders lecker sind?

Es ist schließlich 2040 Uhr, als ich endlich die Haltestelle Köln-Godorf erreiche. Von hier ist es in etwa noch genauso weit zum Kölner Dom wie in die Bonner Innenstadt. Fast 20 Kilometer wären noch zu laufen. Das schenke ich mir dann doch für heute und setze ich mich in die nächste 18 Richtung Köln-City. Von da nach einem kurzen Imbiss per RE zurück nach Bonn.

Aber hey, ich bin von Bonn nach Köln gelaufen! In 3:40 Stunden! Und die Bewegung hat echt gut getan.

Kennt ihr das, wenn ihr supererschlagen seid und plötzlich gar nichts mehr auf die Reihe kriegt? Es ist wunderschön warme Luft in Bonn, als ich am Hauptbahnhof aussteige und statt mit dem Bus, der sogar direkt bereit steht, lieber mit einem E-Scooter oder Leihfahrrad zurück nach Hause fahren würde. Ein einziges Tier sei zwischen Busbahnhof und Kaiserplatz noch verfügbar, meldet die App. In Wahrheit ist da keins. Nur die Polizei, die gerade ein paar Leute aus der „Szene“ hochnimmt.

Also mal ein Leihfahrrad? Ich sehe vor dem Münster zwei Nextbikes stehen, aber bin bei dem Service noch gar nicht angemeldet. Die App ist tatsächlich schnell auf meinem iPhone, aber die Registrierung überfordert mich. Immer wenn ich meine Kreditkartendaten eingeben möchte, leitet die App mich auf die Nextbike-Startseite um. Ich muss es mit PayPal versuchen. Nextbike möchte gleich eine Zahlung von 3 Euro veranlassen und erwähnt mit keiner Silbe wieso (eine halbstündige Fahrt soll nur 1 Euro kosten).

Nach der Zahlung gelange ich auf die selbe Seite zurück. War das nun erfolgreich oder nicht? Noch einmal die 3-Euro-Zahlung: wieder zurück zur Zahlungsseite. Erst da dämmert mir, dass die App längst freigeschaltet sein könnte. Und tatsächlich: Ich kann eins der beiden Nextbikes abscannen und damit losfahren. Aber Mensch, was für ein Drama! Und das, wo ich eh schon völlig entkräftet bin.

Für das Acer Chromebook 714 teste ich gerade haufenweise Apps. Müsst ihr auch. Der Chrome Webstore ist praktisch tot. Es gibt eine Handvoll nativer Apps, von denen ich bisher nur den Bildeditor Polarr empfehlen kann. Bei Android-Apps kommt es darauf an, ob sie kompatibel sind, ob sie reibungslos funktionieren, auf alle Bereiche des Systems zugreifen können.

Wusstet ihr, dass euch Google Play kostenpflichtige Apps mittlerweile selbstständig erstattet, wenn ihr sie kurz nach der Installation wieder herunterschmeißt? Mir passiert mit der App AnDosBox. Nachdem ich dafür 2,99 Euro auf die virtuelle Ladentheke lege und die App dann doch nicht tut, was sie soll, schmeiße ich sie runter und will sie eigentlich noch einmal neu installieren. Derweil schickt mir Google eine Mail, dass die Rückzahlung veranlasst worden sein. Einfach so. Wow!

Bilder übertragen vom iPhone auf ein Chromebook. Ihr ahnt bereits, dass das so seine Tücken haben könnte. Bin hier für gute Tipps sehr dankbar! AirDrop geht hier natürlich nicht, selbst Google Drive arbeitet irgendwie nicht mit Apples Bildergalerie zusammen. Der Apfel tut alles, um euch zu kostenpflichtigen iCloud-Paketen zu motivieren. Die einzige Möglichkeit, die ich gerade habe, ist GMail. Aber die App komprimiert keine Bilder, schafft nur 10, manchmal auch nur 6 Bilder auf einmal und lässt euch 20 Sekunden warten, bis der Upload abgeschlossen ist. Na super. Wie gesagt: Bin für jeden Hinweis dankbar!

Wesselings Wetterstation (hrhr):

Jörg Bergers zweite Halbzeit:

2 Kommentare

  1. Die 3€ die Nextbike dir berechnet hat, sind die Jahresgebühr Bonn. Eine völlig absurde Regelung, die sich die Stadtwerke hier ausgeknobelt haben, um die Benutzung der Räder ein bisschen unattraktiver zu machen. Man muss jedes Jahr 3€ Grundgebühr zahlen, um die Bonner Räder überhaupt verwenden zu dürfen. Eigentlich nicht viel, eigentlich egal. Aber für viele potenzielle Nutzer*innen sicher ein Grund, das System nicht einfach mal auszuprobieren.

    • Sonderbar, sonderbar. Ich ärgere mich eher etwas über die App, die mir keinerlei Bestätigung über die Zahlung gegeben hat und mich einfach zweimal bezahlen ließ. Muss mir das noch irgendwie wiederholen.

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