59: East 17 und die 80:20-Regel

Es gibt wohl keinen Produktivitäts-Ratgeber, der das Pareto-Prinzip nicht erwähnt. Auch bekannt als die 80:20-Regel: In 20 Prozent der Zeit schaffst du oft 80 Prozent der Arbeit und für die restlichen 20 Prozent würdest du wiederum 80 Prozent der Zeit aufwenden. Ergo: Am produktivsten wäre es, immer nur 80 Prozent zu geben.

Das Dumme ist nur, dass 80 Prozent nicht reichen. Klar, für eine Präsentation unter Kollegen kann es auch mal genug sein, in ner Viertelstunde was hinzuklatschen, und es kann trotzdem gut ankommen. Oder auf meinen Job bezogen: Ein Kommentar, der den Nagel auf den Kopf trifft, ist meist erstaunlich schnell heruntergeschrieben und kommt eigentlich immer gut an. Hier wäre es Perlen vor die Säue, auch noch Archive zu durchstöbern, weitere Statistiken zu Rate zu ziehen, Stimmen einzuholen.

Aber das geht längst nicht immer. Zum einen hat man einen solchen Geistesblitz natürlich nicht täglich. Zum anderen sind (haha, die Ironie) 80 Prozent des Alltagsgeschäft des Techbloggens eben auch schnödes Handwerk: Recherche, Produkte testen, SEO, Textformatierung, Auszeichnung, Aufbereitung, Fotografie, Redigieren, Kontakte pflegen, Mails schreiben usw usf. Manchmal bist du froh, überhaupt noch Zeit zum Schreiben zu haben.

Und wenn du auf einer Bühne stehst, so wie gestern auf der 90er Live in Bonn das, was von der Teenie-Badboy-Band East 17 noch übrig war, reichen dann wirklich 80 Prozent, um die Massen zum Rasen zu bringen?

Oder anders formuliert: Mit 80 Prozent Elan erreichst du nur 20 Prozent der Fans. Da würde das Pareto-Prinzip dann doch wieder stimmen…

Ein paar Takte noch zum 90er Live? Joa. Wir waren jetzt schon zum zweiten Mal da. Man muss halt Trash mögen, entsprechend keine Erwartungen haben und ein bisschen in Partylaune sein. Dann durchaus witzig.

OMG, wie konnte ich bisher ohne Drohne leben?! Noch bin ich dabei zu lernen, wie sowas eigentlich funktioniert. Aber auch so macht das schon sehr viel Spaß.

Natürlich ist da noch Luft nach oben. Vor allem bei den Drohnen-Selfies. 🙂

Verfluchte Steuer! Ich bin schon längst im Verzug mit meiner letzten Umsatzsteuer-Voranmeldung. Hab endlich alles zusammen, will es in mein Standard-Tool einhacken. Standard-Tool sagt: „Wir sind noch im 1. Quartal!“ Nein sind wir nicht. „Doch!“ Ja, dann lass mich doch… „Nein!“

Ich schreib den Service an. Service sagt: „Okay, ich geb’s an die Technik weiter.“ Zweimal nachgehakt. Nichts mehr gehört.

Anderes Buchungs-Tool gesucht und gefunden. Macht einen frischen, modernen Eindruck. Eingeloggt, alles eingebucht, nur noch schnell persönliche Daten und Steuernummer eingeben. Tool sagt: „Steuernummer akzeptiere ich nicht“. Was? Warum denn nicht? „Ja, isso“. Soll ich die vielleicht nur anders formatiert eingeben? „Sag ich dir nicht“.

Den Service angeschrieben. Ist nur leider Sonntag.

Der Steuer-Driss verfolgt mich bis in meine Träume. Ich könnte mir das Leben leichter machen, wenn ich endlich mal ein modernes, papierloses Tool verwenden würde. Aber dazu müsste ich mich aufraffen.

The Dark Side of the Moon:

Bilder des Tages: s.o. 🙂

6 Kommentare

  1. Wie wäre es mit einer Buchhaltungssoftware wie Monkey Office mit der du Buchhaltung UND Voranmeldungen machen kannst? Der Aufwand ist ja auch nicht größer als bei irgendwelchen dubiosen Online-Tools, aber deine Daten bleiben bei dir auf dem Rechner (und natürlich beim Finanzamt, dafür machen wir den Spaß ja)

    • Ohne jetzt Vorurteile gegenüber einzelnen Tools zu haben: Aber 90% davon sehen so aus wie bessere Finanzamts-Formulare oder 90er-Jahre-Excel-Tabellen und sind ähnlich intuitiv bedienbar. Es gibt nichts, was ich demotivierender finde als mit so etwas zu arbeiten. Monkey Office ist ganz nebenbei auch ganz schön teuer. Wobei es bei der Geschichte darauf auch nicht mehr wirklich ankommt…

  2. Nabend, ich mache das mit WISO, ist zwar dröge (ist klar, Finanzamt…) aber die UVA geht ganz schnell damit, und die Daten bleiben bei Dir.
    Jemand solte das mal disrupten 😉

    • Puh, Wiso war damals das allerschlimmste… „Tragen Sie hier Ihre monatlichen Krankenversicherungsbeiträge ein. 12 Mal natürlich, weil für jeden Monat. Das einmal für alle zu übernehmen, weil es eh immer der gleichen Betrag ist, kann unser Tool nicht. Wieso denn auch?“

      Diverse Startups sind ja längst dabei, das zu disrupten. Es gibt einige, die da ein mittlerweile echt schickes Design haben – und dir dann doch wieder die eierlegende Wollmilchsau für 37 Euro + MWSt. im Monat verkaufen wollen. Du willst einfache Buchung und UVA, und die verkaufen dir nur das Gesamtpaket, wo auch noch doppelte Buchhaltung, Debitorenkartei und Jahresabschluss bei ist. Andere Tools lassen dich hinter einer schicken Fassade doch wieder den Pauschbetrag für deinen Berufsstand selbst finden und ausrechnen. Oder sie bieten die schönsten Tools nach dem Frage-Antwort-Prinzip. „Ach so, Sie sind Freiberufler? Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass unser Tool auch dafür… Tragen Sie sich hier schonmal ein, damit wir sie dann in drei Jahren…“

      Es ist und bleibt ein Driss und es fehlt da Übersicht. Wäre mittlerweile drauf und dran, eine Provisionsgebühr für ein Tool zu zahlen, das man an seine Bedürfnisse anpassen kann und mit dem man wenig Geschieß und Aufwand hat.

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