63: Der Gesundheitssystem*

* in Gedenken an der Gerät

Vier Wochen und immer noch Lungenbeschwerden. Sie hatten mich so weit, ich ging zum Arzt. Beim letzten Mal hat nur noch Cortison geholfen. Vielleicht kann man das ja abkürzen, dachte ich.

Von meinem Hausarzt war heute „nur“ der Praxispartner da, Jameda-Durchschnittsnote 1,0 (!). Und wirklich ein verdammt netter Kerl. Scherzt rum, hört zu, fachsimpelt mit mir über die Bonner Tischtennisszene (ich erwähnte, dass zumindest ein bisschen Sport sein müsse, sein Sohn spielt auch), verschreibt mir einen Inhalator.

„Haben Sie mal geraucht?“
„Nein, nie.“
„Schade. Raucher benutzen einen Inhalator intuitiv richtig. Die wissen, wie es direkt auf die Lunge geht.“

Oder auch:

„100% ergab der Lungenvolumentest. Da könnte man ja meinen, alles wäre in Ordnung. Vor ein paar Jahren hatten sie aber noch 140%. Und da wollen wir sie natürlich wieder hin kriegen!“

Pferdelunge J to the Ü. Ganz wichtig beim Tischtennis.

Allerdings gab es kein Cortison. („Das verschreibe ich Ihnen mal heute noch nicht.“) Sondern nur einen Bronchienentkrampfer, den auch schon Säuglinge kriegen würden. „Ich denke, das reicht erstmal“. Meine Bemerkung, dass beim letzten Mal wirklich nur Cortison geholfen hätte und dass ich das am liebsten abkürzen würde, überhörte er.

So läuft es leider immer bei Kassenpatienten, zu denen ich mich sogar einst freiwillig gesellt habe, um mir auch im Alter noch eine KV leisten zu können (viel Glück, Privatpatienten!). Und ich weiß jetzt schon, dass ich in zwei Wochen wieder dort aufkreuze, sich nichts verbessert haben wird und er mich dann zum Lungenfacharzt überweist. Bei dem bekomme ich in ein paar Monaten einen Termin, wir werden verschiedene Tests machen und am Ende wird der mir den Cortison-Inhalator verschreiben.

Vielleicht übertreibe ich, vielleicht habe ich doch Glück und es wird diesmal anders laufen. Was dennoch bleibt, ist die traurige Erkenntnis, dass selbst ein cooler, netter Arzt mit einer 1,0 (!) bei Jameda über von oben diktierte wirtschaftliche Zwänge nicht hinweg kann.

Man sollte meinen, E-Scooter-Services wären alle gleich. Aber das mittlerweile auch in Bonn gestartete Lime (danke Hendrik!) überzeugt mich bisher noch gar nicht. Schlecht übersetzte App mit 20 Schritten bis zur Anmeldung und ein kaum gefederter Scooter, der seltsamerweise nicht schneller als 18 km/h fahren will. 20 wären erlaubt und sind für mein Empfinden schon langsam. Punktsieg auf jeden Fall klar für Tier. Dummerweise habe ich gleich ein 10-Euro-Guthaben für Lime aufgeladen, weil das Dark Pattern der App mich dazu verleitet hat. Na super…

Instagram-Werbung. Ich schrieb vor einigen Tagen ja bereits, dass Instagram immer genau weiß, was mir so gefällt. Aber damit lange nicht genug. Dass ich mich viel mit Fotografie beschäftige, weiß die App längst und bietet mir entsprechende Kurse an. Und es wird noch viel genauer. Neulich dachte ich: Du musst dich unbedingt mehr mit Nachbearbeitung befassen. Zack, bekomme ich Werbung für Lightroom-Tutorien und Presets.

Dann dachte ich, ich müsste eigentlich noch viel mehr über Licht und Beleuchtung lernen. Zack, bekomme ich Werbung für Beleuchtungs-Tipps. Es wird langsam etwas spooky. Und vergesst nicht: Wir stehen beim Thema personalisierte Werbung erst am Anfang.

Fake Fleisch ist da shit. Man kann aber auch mit anderen Dingen sehr lecker burgern, zum Beispiel Rheinische Rievekooch:

Das Bost ist zurück in der Bundesliga. Ach nee, Bas Dost heißt der. Das, Bas, Dos, Bost? Sprecht beides mal ein paarmal hintereinander aus und lasst euch genauso verwirren wie ich mich damals bei seiner ersten Station in Deutschland. (Im Übrigen glaube ich, Eintracht Frankfurt hat hier einen richtigen guten Transfer getätigt und wird wieder oben mitmischen.)

Auf Google findet man da auch allerhand komisches Zeug zu:

Zum Schluss noch ein paar Items aus der Galerie „Es gibt nichts, was es nicht gibt“: