68: Sei ein Schisser, und dann fahr trotzdem!

Mir wird immer ein bisschen mulmig, wenn es an Orte geht, an denen ich mich nicht verständlich machen kann. Paris ist dazu noch eine verdammt große Stadt, die Franzosen nicht gerade dafür berühmt, fließend Englisch zu sprechen und spätestens seit „96 Hours“ mit Liam Neeson weiß jeder, dass Touristen in Paris sofort an einen Menschenhändlerring verkauft werden. Also lieber zuhause bleiben?

Nun, dann hätte ich dies verpasst…

Und dies…

Und das hier ganz nebenbei auch…

Wäre schon schade gewesen.

Aber wie war es denn nun eigentlich?

Na ja, wir haben drei Tage lang das volle Touri-Programm durchgezogen. Montmartre, Sacre Coeur, Moulin Rouge, Louvre, Place de la Concorde, Champs-Elysées, Arc de Triomphe, Eiffelturm (klar), Musée d’Orsay und Quartier Latin. Das alternativste davon war wohl schon der Spaziergang durch Montmartres untouristischen Norden zum Sacre Coeur. Aber, hell, was soll’s.

Und die Leute? Mit wirklich jedem dort, egal ob Taxifahrer, Hotelpersonal oder in Restaurants konnte man sich irgendwie verständlich machen. Viele sprachen uns direkt auf Englisch an. Niemand hat uns was geklaut, die Straßenverkäufer waren angenehm unaufdringlich. Einer gab mir sogar 1 Euro statt 50 Cent raus, weil er es nicht kleiner hatte. Der Crêpes-Verkäufer bestand darauf, mir 50 Cent zurückzugeben, weil das Nutella-Crepe (Klischee, Klischee) gerade im Angebot war. Hätte er nicht müssen.

Selbst in unserem Arrondissement außerhalb, wo abends schon ein paar schräge Gestalten herumlungerten, habe ich mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt. Paris ist toll für Touristen.

Was mich zur einfachen Formel veranlässt: Hab ruhig ein ungutes Gefühl im Magen, sei so vorsichtig, wie es eben sein muss. Und dann fahr trotzdem. Beim nächsten Mal werde ich nun in Paris gar keine Angst mehr haben. Ähnlich wie jetzt in Brüssel, was keinesfalls sicherer ist, sich aber nach mehreren tollen Aufenthalten dort jetzt wie ein Heimspiel anfühlt.

Mobile Logging: Ich schreibe euch hier vom Thalys auf dem Weg von Paris nach Brüssel, Schreibgerät ist das iPhone X, Zugang bietet die WordPress. Weil es nicht ganz so komfortabel ist wie mit einer echten Tastatur, fasse ich mich automatisch kürzer. Aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. 😉