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	<title>Leidartikel &#187; Jürgen Vielmeier</title>
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	<description>Das Leben aus einer anderen Perspektive.</description>
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		<title>Krank sein</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 22:24:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Etwa einmal im Jahr erwischt es mich und fast immer auf die gleiche Weise. Es beginnt mit einem Kratzen im Hals im Büro. Und ab da ist es eigentlich schon zu spät, ich kann die Uhr danach stellen und mich bei meinem Chef schon einmal für den nächsten und die kommenden Tage krank melden &#8211; [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwa einmal im Jahr erwischt es mich und fast immer auf die gleiche Weise. Es beginnt mit einem Kratzen im Hals im Büro. Und ab da ist es eigentlich schon zu spät, ich kann die Uhr danach stellen und mich bei meinem Chef schon einmal für den nächsten und die kommenden Tage krank melden &#8211; was ich diesmal auch vorsorglich getan habe. Denn ab da gibt es kein Zurück mehr: Ich werde krank. Erst kommen die Halsschmerzen, dann das Fieber, Schnupfen, Gliederschmerzen, schließlich der Husten. Ich habe in der Vergangenheit alles versucht, um das abzuwenden. Von heißem Bier bishin zu Metavirulent; helfen tut nie etwas. Der Arzt nennt es &#8220;Bronchitis&#8221; und fragt, ob ich Antibiotika oder lieber Soledum will. Bei letzterem würde ich bald wie ein Koala-Bär riechen. Klingt erstrebenswert, kaufe ich also.</p>
<p>In den ersten zwei Tagen bin ich beinahe dankbar für die Zwangspause. Ich verlasse das Bett kaum, gucke meine Lieblingsserien und Filme auf DVD oder iTunes. Mein Körper erholt sich vom Stress der vergangenen Wochen, der sicherlich eine Mitschuld für die Krankheit trägt. Ich bin zu nichts zu gebrauchen, tue nur hin und wieder draußen ein paar Schritte an der frischen Luft, klinge laut einem Freund, den ich zufällig auf dem Heimweg vom Arztbesuch treffe, wie Alf. <span id="more-1206"></span></p>
<p>Spätestens am dritten Tag wird mir langweilig. Ich habe diesmal eine ganze Staffel &#8220;Breaking Bad&#8221; geschafft, einen Roman und zwei Spielfilme und langweile mich zu Tode. Vielleicht könnte ich mal im Feedreader gucken, ob schonmal etwas für die Arbeit&#8230; &#8211; nein nur keinen Stress, sonst verschleppt man die Krankheit. Am vierten Tag sind plötzlich die meisten Symptome weg und man kommt sich vor wie ein Faulpelz, weil man noch nicht wieder arbeitet. Dabei bin ich noch lange nicht geheilt, der Körper tut nur so. Ich schniefe immer noch wie ein kleiner Junge, bekomme gelegentliche Hustenanfälle und Schweißausbrüche und wäre nicht im Stande, einen Kilometer im Dauerlauf zurückzulegen. Das ist die gefährlichste Zeit, bei der viele den Fehler machen, schon wieder arbeiten zu gehen, obwohl sie noch lange nicht gesund und in hohem Maße ansteckend sind.</p>
<p>Ich versuche, das beste aus der Situation zu machen. Ein bisschen Kultur und Unterhaltung (Romane und DVDs halt), ein paar Leute anrufen, auf Facebook und im Privatblog (right here!) über das Kranksein herumheulen. Ansonsten wirklich mal entspannen. Was man eigentlich sonst im Urlaub macht. Es sei denn, man wird vorher krank.</p>


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		<title>McCafé</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Dec 2010 08:16:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/2010/12/McCafe2.jpg" alt="" title="McCafe2" width="560" height="257" class="alignnone size-full wp-image-1198" /><br clear="all"></p>
<p>Irgendwo an der A1 im Münsterland. Wir sind auf dem Weg von Oldenburg nach Bonn, fahren von der Autobahn herunter und halten an einem McDonald&#8217;s. Nach ein paar Snacks will ich mir einen Kaffee für die Fahrt mitnehmen und stelle mich vor die verlassene Theke am McCafé. Es dauert fast zwei Minuten, ich hab mich schon halb zum Gehen gewendet, als vom Restaurant her doch noch eine junge Verkäuferin von vielleicht 30 Jahren kommt.</p>
<p>Verkäuferin (fröhlich): &#8220;So, hallo, was darf es sein?&#8221;<br />
Moi: &#8220;Einen großen Moccha bitte. Grande.&#8221;</p>
<p>Verkäuferin legt ihre Hand ans Kinn, guckt herauf zur Preistafel: &#8220;Stimmt, das steht da. Einen Moccha habe ich aber noch nie gemacht.&#8221; Für einen Moment guckt sie ratlos. Ich warte schon darauf, dass sie mich gleich bitten wird, etwas anderes zu bestellen, einen Milchkaffee vielleicht. Statt dessen dreht sie sich um und holt einen in Plastik eingeschweißten DIN-A4-Zettel hervor, den sie so legt, dass wir ihn beide gleichzeitig lesen können. Auf dem Blatt steht beschrieben, wie man jede einzelne Kaffeespezialität vom McCafé kredenzt. Interessant. Sie zeigt mit dem Finger auf das Rezept für Moccha.</p>
<p>Verkäuferin: &#8220;So, Moccha. 1 Espresso, zwei gehäufte Teelöffel Trinschokolade, Milch auf Stufe 1 aufschäumen. Was heißt denn das?&#8221;<br />
Moi guckt ebenso ratlos wie ungläubig.<br />
Verkäuferin: &#8220;Na, das kriegen wir schon hin. Ich muss das ja lernen. Soll die Milch heiß oder kalt sein.&#8221;<br />
Moi (staunend): &#8220;Heiß.&#8221;<br />
Verkäuferin stellt die Milch unter die Dampfdüse: &#8220;Gut, ich mach das mal so, wie es da steht und lasse Sie dann probieren. Wenn es nicht funktioniert, machen wir eben was anderes.&#8221;</p>
<p>Inzwischen hat sich ein kleines Mädchen zu mir an die Theke gesellt. Ihre Mutter steht mit verschränkten Armen dahinter. Die Verkäuferin mischt unbeirrt weiter, fragt &#8220;Zum Mitnehmen?&#8221; und füllt eine zähe, bräunliche Flüssigkeit in einen Pappbecher.</p>
<p>Verkäuferin: &#8220;Wollen Sie probieren?&#8221;<br />
Moi: &#8220;Darf ich?&#8221;<br />
Verkäuferin: &#8220;Ja klar. Wenn&#8217;s nichts ist, machen wir den neu oder ich mach Ihnen was Anderes. Und keine Sorge, wir machen das ein bisschen billiger.&#8221; Sie stellt den Becher auf die Theke und deutet auf den Inhalt: &#8220;Sieht das sonst immer so aus?&#8221;<br />
Moi: &#8220;Kommt dem zumindest ziemlich nahe. Ich probier dann mal.&#8221;<br />
Verkäuferin: &#8220;Ist&#8217;s in Ordnung?&#8221;<br />
Moi: &#8220;Ja, ist prima.&#8221;</p>
<p>Sie geht zur Kasse und tippt wild irgendwas rum. &#8220;Das macht dann&#8230;&#8221; &#8211; sie zieht die Schultern hoch und lacht &#8211; &#8220;2,29 Euro.&#8221; Regulärer Preis sind 2,99 Euro. Ihr ist&#8217;s egal. Mir sowieso.</p>
<p>Was macht man als Kunde in so einer Situation? Wird man wütend? Beschimpft man die Verkäuferin? Verlangt man sein Geld zurück? Wirft man ihr ihre eigene Unfähigkeit an den Kopf? </p>
<p>Ich habe gelacht.<br />
Sie auch.</p>
<p><small>Foto thx to Duc!</small></p>


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		<title>Blogs sind tot, Tod sind blogs: Lasst sie uns zu Grabe tragen!</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 23:29:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Und so war das damals im Zeitalter des digitalen Tagebuchs: Fällt einem nichts mehr ein, worüber man bloggen kann, schreibt man einfach, dass Blogs tot seien. Das zieht immer. Alltagsgeschichten ziehen nicht mehr, Kurzes wird bei Twitter verlinkt. Was früher WordPress war, ist heute Tumblr oder Posterous. Und Blogs, persönlich gefärbte Texte, meist geringer Länge [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Und so war das damals im Zeitalter des digitalen Tagebuchs: Fällt einem nichts mehr ein, worüber man bloggen kann, schreibt man einfach, dass Blogs tot seien. Das zieht immer. Alltagsgeschichten ziehen nicht mehr, Kurzes wird bei Twitter verlinkt. Was früher WordPress war, ist heute Tumblr oder Posterous. Und Blogs, persönlich gefärbte Texte, meist geringer Länge &#8211; sind nach all der Zeit nun doch mal wieder erstaunlich nett zu schreiben. Trotzdem: diese Darstellungsform, kurzes Palaver über das was einem so passiert ist, möchte ich heute Nacht zu Grabe tragen. Gute Nacht, Alltagsblog. Macht mit!</p>


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		<title>Der unangenehmste Gast, mit dem man einen Abend verbringen kann</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 23:12:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>&#8230; ist: man selbst. Ein Gast, der einfach da ist und nicht wieder geht, selbst wenn man drauf besteht, aber immer wieder was zu essen und zu trinken haben will. Am besten noch was Gutes. Dann erzählt er den ganzen Abend nichts, will aber gut unterhalten werden und sich dabei am besten noch auf den [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; ist: man selbst. Ein Gast, der einfach da ist und nicht wieder geht, selbst wenn man drauf besteht, aber immer wieder was zu essen und zu trinken haben will. Am besten noch was Gutes. Dann erzählt er den ganzen Abend nichts, will aber gut unterhalten werden und sich dabei am besten noch auf den gemütlichsten Teil der Couch ausstrecken. Dann nörgelt er am Fernsehprogramm rum und will ständig den Sender wechseln. Die Werbung hat er schon gesehen, den Spot betet er auswendig mit. Meistens trinkt er dann zu viel, was überhaupt nicht gut für ihn ist, aber er verbittet sich jede Einmischung in sein Intimleben. &#8220;So dick bin ich doch gar nicht&#8221;, sagt er dann. &#8220;Guck mal, der Steffen, der kann nicht mal mehr einen Blick auf seinen Maschinenraum werfen, so dick ist der. Aber ich?&#8221;. Und wenn er dann doch mal Ruhe gibt, dann auch nur, wenn er auf der Couch eingeschlafen ist. </p>
<p>Raus mit ihm!</p>


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		<title>Nichtstun</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 22:53:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Einfach mal nichts tun. Kein iPhone, kein Computer, kein Internet, kein Buch, das man schon lange einmal lesen wollte. Kein Fernsehbild, keine Musik, keine Hausarbeit, die schon lange gewartet hat. Niemanden anrufen, nichts essen, kein Whisky, um diese kurze Phase der Gemütlichkeit zu genießen, kein lecker Bierchen zur Hand nehmen. Mal nichts arbeiten. Nichts, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einfach mal nichts tun. Kein iPhone, kein Computer, kein Internet, kein Buch, das man schon lange einmal lesen wollte. Kein Fernsehbild, keine Musik, keine Hausarbeit, die schon lange gewartet hat. Niemanden anrufen, nichts essen, kein Whisky, um diese kurze Phase der Gemütlichkeit zu genießen, kein lecker Bierchen zur Hand nehmen. Mal nichts arbeiten. Nichts, was ablenkt, nichts, was die Sinne betäubt. Nur du und du selbst für ein, zwei, drei Stunden, in denen du sonst locker dies und das machen könntest. Einfach nur daliegen und absolut nichts tun. Nichts.</p>
<p>Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!<br />
Ah?!<br />
Aah!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Lehrer</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 22:25:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Schule lässt einen nie ganz los. Vielleicht, weil sie in dieser sehr emotionalen Phase des Erwachsenwerdens unverhältnismäßig viel Raum einnimmt. Als Schüler ist man tagtäglich nicht nur der dynamischen Herrschaftsform der Klasse ausgesetzt, sondern gleich mehreren politischen Regimen verschiedener Lehrer. Zurückblickend erinnere ich mich an folgende sechs Typen von Pädagogen:</p> Der Freigeist: Mein Deutschlehrer [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schule lässt einen nie ganz los. Vielleicht, weil sie in dieser sehr emotionalen Phase des Erwachsenwerdens unverhältnismäßig viel Raum einnimmt. Als Schüler ist man tagtäglich nicht nur der dynamischen Herrschaftsform der Klasse ausgesetzt, sondern gleich mehreren politischen Regimen verschiedener Lehrer. Zurückblickend erinnere ich mich an folgende sechs Typen von Pädagogen:</p>
<ol>
<li><strong>Der Freigeist:</strong> Mein Deutschlehrer war so einer. Begnadeter Theater-Regisseur, kräftige, markante Stimme, und es gab auch immer etwas zu lachen im Unterricht. Nur, wenn es um das Stoffliche ging, wurde es prekär. Fragte uns vor der Stunde über Grammatik ab, die er uns noch gar nicht beigebracht hatte und schalt dann die ganze Klasse, wie schlecht wir seien, weil es keiner wusste. Im Nachheinein betrachtet: der Typ Lehrer, der vom Unterrichtsstoff am wenigsten wusste, es nicht vermitteln konnte und seinen Beruf eigentlich verfehlt hat.</li>
<li><strong>Der Diktator:</strong> In meinem Falle ein Sport- und Biolehrer. Gibt einem besonders gerne viel Hausaufgaben auf, damit man alles auswendig lernt, reagiert auf Fragen mit Sarkasmus und stellt Schüler vor der ganzen Klasse bloß, die etwas nicht wissen. Im Nachhinein betrachtet: der Lehrer, der es einfach nicht drauf hat, Unterrichtsstoff verständlich rüberzubringen, bei dem man aber doch erstaunlich viel gelernt hat.</li>
<li><strong>Der machtlose Staatschef:</strong> Typ Kunst- oder Musiklehrer: Väterliche oder mütterliche Figur, die es nicht so richtig schafft, ernst genommen zu werden oder sich durchzusetzen. Sorgt meist für eine laute Geräuschkulisse in der Klasse, fachlich kommt nicht viel bei rum. Im Nachhinein betrachtet trotzdem der Typ Lehrer, an dessen Unterricht man sich gerne zurückerinnert und oft der Typ, der überraschend gerechte Noten verteilt hat.</li>
<li><strong>Der Kumpeltyp:</strong> Nimmt es weder mit den Hausaufgaben noch mit der Pünktlichkeit so genau, hat einen sehr lockeren, fast freundschaftlichen Ton im Umgang mit den Schülern, und in den letzten Stunden vor den Sommerferien werden im Unterricht auch schon mal die neuesten Spielfilme auf Video geguckt. Im Nachhinein betrachtet aber der Typ Lehrer, der erstaunlich schlechte Noten verteilt hat.</li>
<li><strong>Die Labertasche</strong>, vor allem in Fächern wie Geschichte oder auch Englisch in der Oberstufe: Unterricht hieß hier, dass vorne einer aus dem Nähkästchen plaudert, während der Rest im Raum sich in eine andere Realität flüchtet. Spätestens ein paar Tage vor der Klausur gerät dann die ganze Klasse in Aufruhr, weil sie keinen greifbaren Stoff zum Lernen hat. Was aber nichts macht, da es eh nur eine Textinterpretation gibt und alle mit einer Note zwischen 2 und 4 wegkommen. Im Nachhinein betrachtet der Typ Lehrer, an den man sich am schlechtesten erinnern kann. Für viele Schüler allerdings auch endlich die Möglichkeit, ihre Nichtaufmerksamkeit in wirklich Produktives umzumünzen, das ihnen im späteren Leben einmal etwas nützen wird: Malen, kreatives Schreiben, Fußball-Tippgemeinschaften.</li>
<li><strong>Der Demokrat.</strong> Und dann gab es ihn tatsächlich noch: den Lehrer, der so war, wie man ihn sich immer gewünscht hat. Der alle Schüler fair behandelt und sich gar nicht erst durchsetzen muss, weil ihn schon aufgrund seines Auftretens alle Schüler respektieren. Der den Stoff so interessant und anschaulich rüber bringt, dass man sich auf den Unterricht fast freut. Im Nachhinein betrachtet der einzige Typ Lehrer, den man auf einem Nachtreffen gerne wieder treffen wollte und mit dem es kein Problem wäre, ein gemeinsames Gesprächsthema zu finden. Ich war in meiner Schulzeit auf drei verschiedenen Schulen. Diesen Typus Lehrer gab es in jeder Schule nur genau einmal. Das dürfte in etwa jeder 15. Lehrer gewesen sein, den ich hatte.</li>
</ol>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Werberelevante Zielgruppe</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 18:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><br clear="all"></p> <p>Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich einmal auf die Barrikaden gehe, weil Volksmusik im Fernsehen ausstirbt. Und es ist wahrlich nicht so, dass ich auf Musikantenstadl und Co. nicht sehr gut verzichten könnte. Was mich stört, ist der Grund, aus dem es passiert. </p> <p>Schuld ist die &#8220;werberelevante Zielgruppe&#8221;, das Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://img.skitch.com/20101102-tjg5aa13d99tjktxnrpq31hpds.jpg" alt="Musikantenstadl" /><br clear="all"></p>
<p>Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich einmal auf die Barrikaden gehe, weil Volksmusik im Fernsehen ausstirbt. Und es ist wahrlich nicht so, dass ich auf Musikantenstadl und Co. nicht sehr gut verzichten könnte. Was mich stört, ist der Grund, aus dem es passiert. <span id="more-1166"></span></p>
<p>Schuld ist die &#8220;werberelevante Zielgruppe&#8221;, das Ein und Alles der Fernsehsender, wenn es um die Einschaltquote geht. Die Gesamteinschaltquote ist den Sendern weniger wichtig als eben jene werberelevante Zielgruppe der Zuschauer von 14 bis 49. Das wird auch von den Branchenblättern so akzeptiert. <a href="http://meedia.de/">Meedia.de</a> etwa ordnet die tägliche Liste der Quotenhits der Vortages nicht nach der Gesamtquote, sondern nach eben jener werberelevanten Zielgruppe.</p>
<p>Und die tangiert die Freunde der Volksmusik immer weniger, meldet <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-volksmusik-in-der-krise-servus-grueezi-und-ko-1.1017705">die &#8220;Süddeutsche&#8221; im Beitrag</a> &#8220;Servus, Grüezi und K.O.&#8221;. Die Letzte Show der &#8220;Lustige Musikanten&#8221; etwa hatte kurz vor ihrer Absetzung im Jahr 2007 noch vier Millionen Zuschauer und davon kaum jemanden in der werberelevanten Zielgruppe. Zu besten Zeiten waren es mal 15 Millionen Zuschauer insgesamt.</p>
<p>Mir macht es natürlich nichts aus, wenn bald im Fernsehen keine Volksmusik mehr kommt. Ich <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/10/29/rundumschlag-gegen-das-fernsehen/">plädiere zwar schon länger</a> für mehr Mut der Sender, etwa auch Shows wie &#8220;Mad Men&#8221; ins Vollprogramm zu heben und nicht an Spartensender abzuschieben. Genauso wenig aber macht mir Volksmusik im Fernsehen etwas aus. Man kann dem ganz gut entkommen, indem man einfach eine Taste drückt. Persönlichkeiten der Szene wie Heino oder der energiegeladen-durchgeknallte Florian Silbereisen sind mir auf ihre Art nicht einmal unsympathisch. Es dürfte viele Menschen höheren Alters geben, die sich die Shows gerne noch anschauen. Vier Millionen Zuschauer &#8211; das ist in Zeiten, in denen die Quoten aufgrund des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Long_tail">Long Tail</a> allgemein sinken, eigentlich noch eine Menge.</p>
<p>Und jetzt werden Shows eingestellt, weil Menschen unter 14 und über 49 nicht für die Werbewirtschaft relevant sind. Kaufen die etwa nichts? Gehen die mit geschlossenen Augen durch die Welt und sehen keine Werbung? Oder gibt es etwa gar keine Menschen mehr zwischen 50 und 100? Die demografischen Werte sprechen eine andere Sprache. Es ist schlicht und ergreifend ignorant und dummdreist, Menschen über 50 abzuschreiben. Und es ist ein Reinfall. Die werberelevante Zielgruppe zwischen 14 und 49 wurde in jungen Jahren vom Privatsender RTL eingeführt, der seine Zuschauerzahlen zu Ungunsten von ARD und ZDF hochtreiben wollte, wie der frühere RTL-Vermarktungschef Uli Bellieno <a href="http://www.ndr.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/pressemeldungndr2506.html">der NDR-Sendung &#8220;Zapp&#8221;</a> gestand. Bellieno:</p>
<blockquote><p>&#8220;Im Prinzip war das ne gewisse Verzweiflungstat. Weil man sonst auch nicht weiter vorankam. Und manchmal sind ja Verzweiflungstaten auch sehr genial.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Zapp-Artikel heißt es weiter unter Bezug auf Bellieno:</p>
<blockquote><p>Diese Festlegung auf die 14- bis 49-jährigen Zuschauer sei &#8220;damals entstanden als wunderbarer Vermarktungstrick von RTL, von Helmut Thoma.&#8221; Er habe es &#8220;geschafft mit seiner Eloquenz, diese Zielgruppe im Markt zu verankern&#8221;. Bellieno weiter: &#8220;Wir waren eigentlich selber ein bisschen erstaunt, dass diese Konvention so nahtlos durchging.&#8221; Heute gibt Bellieno zu: &#8220;Es ist eigentlich eine ziemlich unsinnige Zielgruppe&#8221;. Denn 49 Jahre sei &#8220;überhaupt kein richtiger Schnitt&#8221;. Schließlich arbeiteten und konsumierten die meisten Menschen bis 59 oder gar 65 Jahren, seien also ebenfalls werberelevant.</p></blockquote>
<p>Für das damals kleine RTL war das in der Tat ein geschickter Schachzug. Dass ARD und ZDF heute aber nach diesem Muster ihr Fernsehprogramm planen, ist einfach nur armselig.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Filmverriss: &#8220;Eat, Pray, Love&#8221;</title>
		<link>http://www.leidartikel.de/2010/10/filmverriss-eat-pray-love/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 21:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leidkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Eat Pray Love]]></category>
		<category><![CDATA[Javier Bardem]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Robert]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><br clear="all"></p> <p>Ich bin heute eher zufällig im Kino gelandet und habe &#8220;Eat, Pray, Love&#8221; gesehen. Julia Roberts spielt darin eine unglückliche New Yorker Enddreißigerin, die nicht weiß, was aus ihrem Leben noch werden soll. Sobald Alltag in eine ihrer Beziehungen kommt, hat es sich auch schnell mit selbiger. So schießt sie ihren Ehemann Stephen [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://img.skitch.com/20101019-gh9e9ymanq47dke4x78yi2rrfn.jpg" alt="Eat Pray Love" /><br clear="all"></p>
<p>Ich bin heute eher zufällig im Kino gelandet und habe &#8220;Eat, Pray, Love&#8221; gesehen. Julia Roberts spielt darin eine unglückliche New Yorker Enddreißigerin, die nicht weiß, was aus ihrem Leben noch werden soll. Sobald Alltag in eine ihrer Beziehungen kommt, hat es sich auch schnell mit selbiger. So schießt sie ihren Ehemann Stephen ebenso in den Wind wie den unkomplizierten Theaterschauspieler David und verordnet sich ein Jahr Selbstfindung im Ausland. In Italien lernt sie das zwanglose Genussleben kennen, in Indien gefällt es ihr schon weniger gut, weil sie da früh aufstehen und arbeiten muss. Außerdem setzt ihr anfangs der cholerische Richard mit seiner rauhen texanischen Art zu. Auf Bali schließlich lernt sie zwischen den täglichen Meditationssitzungen mit einem &#8211; ja &#8211; Schamanen den brasilianischen Beau Felipe kennen, der nach seiner Scheidung vor zehn Jahren keinen Sex mehr hatte. Klar. Natürlich kommen die beiden zusammen, aber verlieben kann sie sich nicht, weil&#8230; weil&#8230; ja warum, das wird dem Zuschauer nicht so ganz klar. Dass der Film trotzdem nicht tragisch endet, liegt aber wohl in der Natur des amerikanischen Selbstfindungsfilms.</p>
<p>Beim Urteil muss man fair bleiben. 1. Was erwartet man denn bitteschön, wenn man sich so einen Film anschaut? 2. Der desillusionierte, aber erstaunlich wenig vergnügungssüchtige Charakter der Julia Roberts ist dem männlichen Zuschauer nicht gerade angenehm und deswegen wohl umso authentischer. 3. Mit Javier Bardem darf einer meiner Lieblingsschauspieler den Latin Lover spielen. Der vielseitige Oscar-Preisträger (er gewann die begehrte Trophäe für seine Darstellung des gefühllosen Profikillers in &#8220;No Country for old Men&#8221;) ist mit seiner Rolle als wenigschichtiger Sunnyboy allerdings so unterfordert, dass er einem fast Leid tut. Wobei wir auch schon mitten in den Nachteilen wären. An Klischees über Italiener, Inder und Balinesen mangelt es diesem eigentlich klassischen Flugzeugunterhaltungsfilm nicht, den Regisseur Ryan Murphy auf stolze 133 Minuten gezogen hat. Der alte Mann im Sessel neben mir ist drei (!) Mal eingeschlafen, zweimal in Indien, einmal auf Bali (ich hab&#8217;s protokolliert). Dass er neben mir saß, ist der erstaunlichen Tatsache geschuldet, dass das Kino an einem Dienstagnachmittag ausverkauft war. In den USA hat der Streifen, der angeblich 60 (!) Millionen US-Dollar in der Produktion gekostet haben soll, auch bereits erstaunliche 80 Millionen Dollar wieder eingespielt.</p>
<p>Ich vermute, dass dies an den Zuschauerinnenmagneten Roberts und Bardem liegt, die ansonsten durchaus für Qualität stehen, in diesem flachen Film aber ihr Talent verschleudern. Die Moral von der Geschicht? Lernen, alles los und sich mal gehen zu lassen, geht nur dort, wo andere Urlaub machen. Wer Antworten auf seine Lebenskrisen sucht, dürfte aber enttäuscht werden, denn die bleibt der Film schuldig. Und wenn es um gelungene offene Enden geht, ist Woody Allens Lebensfindungssatire &#8220;Vicky Cristina Barcelona&#8221; &#8211; ebenfalls mit Bardem &#8211; deutlich unterhaltsamer. Lust hätte ich jetzt allerdings schon, mal ins schöne Bali zu fliegen&#8230;</p>
<p><small>Foto: Sony Pictures</small></p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Meine Lebensphilosophie in 25 Punkten</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 21:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsfreud]]></category>
		<category><![CDATA[Leidkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich hoffe, das klingt nicht zu hochtrabend. Anfang 2004 kam ich von einem halben Jahr Aufenthalt in Südostasien wieder und hab mir, basierend auf meine Eindrücke dort, ein paar Punkte notiert, nach denen ich von da an leben wollte. Ich denke, in Teilen hat das auch geklappt. Vieles davon klingt selbstverständlich, einiges vielleicht ungewöhnlich, einiges [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hoffe, das klingt nicht zu hochtrabend. Anfang 2004 kam ich von einem halben Jahr Aufenthalt in Südostasien wieder und hab mir, basierend auf meine Eindrücke dort, ein paar Punkte notiert, nach denen ich von da an leben wollte. Ich denke, in Teilen hat das auch geklappt. Vieles davon klingt selbstverständlich, einiges vielleicht ungewöhnlich, einiges wie im jugendlichen Leichtsinn verfasst. Anyway, ich glaube, es kann nicht schaden, sie mal in loser Reihenfolge unkommentiert zu veröffentlichen, auch wenn es damit hier einmal ein wenig esoterisch wird. Für eventuelle Überschneidungen mit den Lebensregeln und Anregungen anderer Religionen, Bewegungen oder Philosophien übernehme ich keinerlei Verantwortung. Sollte mich aber wundern, wenn es die <em>nicht</em> gäbe.</p>
<ol>
<li>Verbiege dich nicht. Sei immer du selbst. Langfristig hat nichts anderes Erfolg.</li>
<li>Stehe zu deinem Wort. Mach keine Versprechungen, wenn du nicht weißt, wie du sie halten sollst.</li>
<li>Behandle <strong>jeden</strong> Menschen unvoreingenommen und mit Respekt.</li>
<li>Hab keine Angst vor neuen Erfahrungen, sondern sei mutig und nimm sie wahr.</li>
<li>Steh dir nicht selbst im Weg, indem du nur die schlechte Seite einer Möglichkeit siehst.</li>
<li>Für (fast) alles gibt es einen Grund. Urteile nicht, ehe du alle Hintergründe kennst. Hör auf, schwarz-weiß zu denken.</li>
<li>Schalte nicht ab, wenn du frustriert bist, sondern rede darüber und gib anderen die Chance, dir zu helfen.</li>
<li>Kümmere dich nicht darum, was andere Leute über dich denken. Vieles beruht auf Unverständnis.</li>
<li>Tue auch etwas, was dir kurzfristig nichts einbringt. Du weißt nie, was du damit in Zukunft noch einmal anfangen kannst.</li>
<li>Spare nicht am falschen Ende.</li>
<li>Ziehe Gesellschaft der Einsamkeit vor und gib jeder Gesellschaft erst einmal eine Chance.</li>
<li>Wir können nicht alles, aber wir können (fast) alles lernen. Glaub an dich und versuche es!</li>
<li>Scheue keine Konfrontationen.</li>
<li>Sehe Notlagen als Herausforderungen.</li>
<li>Gib dich nicht mit der zweitbesten Lösung zufrieden.</li>
<li>Fragen ist mutig.</li>
<li>Verstell dich nicht. Tu nicht so als seist du glücklich, wenn du todtraurig bist.</li>
<li>Wenn dir etwas Schlimmes widerfahren ist, tobe und jammere, bis der größte Ärger verflogen ist! Und dann überlege, was du aus der Situation machen kannst.</li>
<li>Trauern ist menschlich, Selbstmitleid ist unkonstruktiv. Jammere nicht für immer!</li>
<li>Gib deinen Ärger zurück, aber nicht weiter. Lass ihn nicht an den Falschen aus, schon gar nicht an denen, die es gut mit dir meinen.</li>
<li>Kämpfe nur um das, was Aussicht auf Erfolg hat.</li>
<li>Freu dich nie zu früh, aber vergiss auch nie, dich irgendwann zu freuen. Feier die Feste, wie sie fallen.</li>
<li>Selbst wenn du unangenehme Leute triffst, ist die Chance größer dabei oder auf dem Weg dorthin nette Leute zu treffen, als wenn du allein zuhause bleibst.</li>
<li>Nutze niemanden aus und lass dich auch selbst niemals ausnutzen.</li>
<li>Jeder Mensch denkt und fühlt. Und wir alle wollen nur leben. Respektiere das, jederzeit.</li>
</ol>
<p>Die Punkte habe ich nach heutigem Wissensstand ein wenig erweitert. Ich veröffentliche sie jetzt, nachdem ich gerade meine Wohnung aufgeräumt und meinen Notizblock von damals wiedergefunden habe. Habt ihr Ergänzungen? Nach welcher Philosophie lebt ihr?</p>


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<li><a href='http://www.leidartikel.de/2007/07/ich-bin-bestens-ausgebildet-sagt-meine-hochschule/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ich bin bestens ausgebildet, sagt meine Hochschule'>Ich bin bestens ausgebildet, sagt meine Hochschule</a></li>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>BILD präsentiert die &#8220;Volksversicherung&#8221; &#8211; und Journalisten jubeln</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 11:51:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wer sich immer schon gefragt hat, wie das mit diesen &#8220;Volks-Produkten&#8221; der BILD-Zeitung funktioniert und was da alles dranhängt, kann das heute sehr schön <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/vpv_bild_wirbt_fuer_volksversicherung">in einem Beitrag</a> der W&#038;V nachverfolgen. Mir kam an der Geschichte einiges merkwürdig vor, was ich jeweils mit einem Ausrufezeichen (!) markiert habe.</p> <p>Die <a href="http://www.vpv.de/cps/rde/xchg/">Vereinigte Postversicherung</a> aus Stuttgart, kurz [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich immer schon gefragt hat, wie das mit diesen &#8220;Volks-Produkten&#8221; der BILD-Zeitung funktioniert und was da alles dranhängt, kann das heute sehr schön <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/vpv_bild_wirbt_fuer_volksversicherung">in einem Beitrag</a> der W&#038;V nachverfolgen. Mir kam an der Geschichte einiges merkwürdig vor, was ich jeweils mit einem Ausrufezeichen <strong>(!)</strong> markiert habe.</p>
<p>Die <a href="http://www.vpv.de/cps/rde/xchg/">Vereinigte Postversicherung</a> aus Stuttgart, kurz VPV, war bislang eine Versicherung, die vor allem Angestellte des Öffentlichen Diensts betreut hat. Um neue Geschäftsfelder zu erschließen, will die VPV jetzt Privatkunden erreichen. Daran ist noch nichts Verwerfliches. Das erste Merkwürdige ist, dass die Versicherung dafür keine herkömmliche Werbekampagne startet, sondern dafür mit der BILD paktiert <strong>(!)</strong>. Die &#8220;Volks&#8221;-Produkte, die von BILD mit ähnlichem Schriftzug wie für <a href="http://www.bild.de/">BILD.de</a> aufgemacht sind, sind eine interessante Grauzone, die deutlich näher der Werbung anzusiedeln ist als einem redaktionellen Beitrag. Die Zeitung tritt hier als Marke auf, zum Beispiel für das &#8220;Volkshandy&#8221;, die &#8220;Volkszahnbürste&#8221; oder den &#8220;Volks-PC&#8221;.</p>
<p>Wer wirbt in diesem Falle eigentlich? Die Versicherung oder die BILD, eine &#8211; zumindest nach eigenem Bekunden &#8211; unabhängige Tageszeitung? Die W&#038;V hat es schon ganz richtig erkannt und verwendet die Überschrift &#8220;VPV: Bild <strong>(!)</strong> wirbt für Volksversicherung&#8221;. Wird eine Tageszeitung, die selbst für ein Produkt der freien Wirtschaft wirbt, noch neutral über den Brötchengeber berichten? Mediengeschichtlich unwahrscheinlich.<br />
<span id="more-1107"></span><br />
Die Meldung über die &#8220;Volksversicherung&#8221; ist im allmorgendlichen Mediennewsletter der w&#038;v, &#8220;w&#038;v Morgenpost&#8221; die Titelstory <strong>(!)</strong>. Es ist der Newsletter der &#8220;Werben und Verkaufen&#8221;, einer Zeitung für Werbung. Dennoch platziert sich die &#8220;w&#038;v-Morgenpost&#8221; seit jeher auf einer Stufe mit den Mediennewslettern von <a href="http://meedia.de/">Meedia</a> und <a href="http://www.turi2.de/">Turi2</a> (die beide erfreulicherweise nicht darüber geschrieben haben). Einen derartigen Stellenwert haben die &#8220;Volks&#8221;-Produkte also inzwischen auch in den Medien erreicht.</p>
<p>In der Meldung dazu <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/vpv_bild_wirbt_fuer_volksversicherung">heißt es</a>: &#8220;Den Etat für die Einführungskampagne <strong>(!)</strong> hat sich die Mainzer Agentur Conteam nach einem Pitch <strong>(!)</strong> gesichert.&#8221; Pitches sind in der Werbewelt üblich. Da pitchen Werber also ganz offen dafür, wenn eine &#8220;unabhängige&#8221; Tageszeitung für eine Versicherung wirbt. Um das Produkt zu bewerben, reichen einzelne Anzeigen also nicht. Es gibt eine regelrechte Kampagne, um das einzuführen. Als Testimonial, und das ist noch einmal auf ganz andere Art ironisch, hielt der Journalist <strong>(!)</strong> und objektive (?) RTL-Sportmoderator Kai Ebel sein Konterfei vor die Kamera. Slogan: &#8220;Bei dieser Rente jubelt Deutschland!&#8221;</p>
<p>Klar, das ist inzwischen üblich; machen Jauch und Gottschalk auch. Daran, dass beide eigentlich Journalisten sind und objektiv sein sollten, stört sich schon lange keiner mehr. Dann darf ein Kai Ebel das wohl auch. Und wer ist der nächste? Wie sähe es aus, wenn Tagesschau-Sprecher Jan Hofer für die SPD Wahlwerbung machen würde? Das ist was anderes, sagt ihr. </p>
<p>Ist es das?</p>
<p>Wie und wo wirbt BILD für die &#8220;Volksversicherung&#8221;: In einer vierseitigen Sonderbeilage auf BILD, auf Bild.de und auf Plakatmotiven.</p>
<p>Wollte ich nur mal gesagt haben.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Vielen Dank für das nette Gespräch. Wir lassen Sie dann mal für unbestimmte Zeit in der Luft hängen.&#8221;</title>
		<link>http://www.leidartikel.de/2010/08/vielen-dank-fur-das-nette-gesprach-wir-lassen-sie-dann-mal-fur-unbestimmte-zeit-in-der-luft-hangen/</link>
		<comments>http://www.leidartikel.de/2010/08/vielen-dank-fur-das-nette-gesprach-wir-lassen-sie-dann-mal-fur-unbestimmte-zeit-in-der-luft-hangen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 11:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsleid]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ungewissheit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Willst du mit mir gehen? Ja, Nein, Vielleicht! Was aus Teenagerzeiten vom Schulhof bekannt ist, gilt auch heute noch, diesmal vor allem im Berufsleben. In den meisten Fällen wird immer noch &#8220;Vielleicht&#8221; angekreuzt. Für den, der ankreuzt, ist das eine tolle Situation. Er ist begehrt, er weiß, dass der andere an einen denkt und alles [...]


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<li><a href='http://www.leidartikel.de/2007/08/kein-rauchverbot-dank-dem-foederalismus/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Kein Rauchverbot dank dem F&#246;deralismus'>Kein Rauchverbot dank dem F&#246;deralismus</a></li>
<li><a href='http://www.leidartikel.de/2007/11/knecht-kunde-unternehmen-lassen-uns-ihre-arbeit-machen/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Knecht Kunde: Unternehmen lassen uns ihre Arbeit machen'>Knecht Kunde: Unternehmen lassen uns ihre Arbeit machen</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Willst du mit mir gehen? <s>Ja</s>, <s>Nein</s>, Vielleicht! Was aus Teenagerzeiten vom Schulhof bekannt ist, gilt auch heute noch, diesmal vor allem im Berufsleben. In den meisten Fällen wird immer noch &#8220;Vielleicht&#8221; angekreuzt. Für den, der ankreuzt, ist das eine tolle Situation. Er ist begehrt, er weiß, dass der andere an einen denkt und alles für einen tun würde. Für den, der wartet, ist es ein Alptraum. Er hängt in der Luft, oft wochenlang, kann nicht weiterplanen, hat Hoffnung und wird am Ende in der Regel doch enttäuscht.</p>
<p>Ich hab es zuletzt vor allem während der Jobsuche kennengelernt. Im April: Ein Bekannter meldet sich und freut sich, dass seine Redaktion dringend Verstärkung braucht, aber niemanden findet. &#8220;Toll!&#8221;, freue ich mich, der gerade einen Job beendet hat, &#8220;wann soll&#8217;s losgehen?&#8221; &#8211; &#8220;Am besten gestern! Ich leite deinen Lebenslauf weiter; die Chefredaktion meldet sich dann bei dir!&#8221;</p>
<p>Es dauerte vier Wochen, bis ich eine Antwort bekomme. Vier Wochen, in denen ich jedes andere langfristige Projekt ablehnte. Es war mir halt fast schon zugesagt worden. Vier Wochen, in denen meine Motivation von Tag zu Tag sinkt. Was soll denn das? Ihr wollt mich doch, es war doch sicher &#8211; oder nicht? Schließlich ruft der Chefredakteur an und lädt mich zu einem Kennenlerngespräch ein. Es verläuft positiv. Wann ich anfangen solle, frage ich. &#8220;Wenn&#8217;s nach mir ginge&#8221;, sagt der Chefred, &#8220;am liebsten vorgestern.&#8221; Ich verkneife mir eine Bemerkung.<br />
<span id="more-1097"></span><br />
Wieder höre ich eine Woche lang nichts, erreiche den Chefred nicht per Mail oder Telefon. Also jetzt doch kein Interesse mehr? Ich beginne, mich nach anderen Jobs umzusehen. Dann endlich der Anruf: &#8220;Morgen um 11 Uhr geht&#8217;s los. Ich stelle Sie dann der Redaktion vor.&#8221; Also kein Vorgestern mehr, aber nach über fünf Wochen Wartezeit trotzdem bitteschön ein Sofort.</p>
<p><strong>Die Ungewissheit ist zu einem Lebensgefühl geworden</strong></p>
<p>Szenenwechsel. Eine Freundin bietet mir an, meinen Lebenslauf an ihren Chef weiterzuleiten. Der zeigt sich interessiert und versichert ihr: &#8220;Ich rufe ihn am Montag mal an.&#8221; </p>
<p>Er meldet sich die ganze Woche nicht. Wenig später finde ich eine Stellenanzeige des Jobs bei einer Personalagentur, bewerbe mich, werde &#8220;zu diesem Zeitpunkt&#8221; abgelehnt. Na gut, hätte man auch direkter sagen können. Die Personalagentur fragt mich eine Woche später, ob ich Interesse an einem vierwöchigen Aushilfsjob hätte. Habe ich. Der Auftraggeber scheint interessiert, &#8220;am Freitag, spätestens Anfang nächster Woche&#8221; wisse man genaueres. Es kommt kein Anruf.</p>
<p>Mittwochs rufe ich selbst bei der Agentur an, die leider noch nichts gehört hat. Ich bitte sie, noch einmal nachzuhaken. Und wundere mich selbst über meinen Gedanken: Es geht mir nicht mehr darum, den Job zu bekommen. Ich will einfach nur <strong>eine Absage</strong> haben, damit ich planen kann, damit ich Bescheid weiß. Damit ich endlich wieder auf den Füßen stehen kann und nicht mehr in der Luft hänge.</p>
<p>Denn das ist in diesen Zeiten zum Lebensgefühl geworden. Gewissheit? Planungssicherheit? Für irgendwas? Fehlanzeige. Die Firmen haben ihre eigenen Unsicherheiten an die Erwerbsfähigen abgewälzt. Sie spielen mit uns. Und wir haben keine Chance, uns dagegen zu wehren. Oder doch?</p>
<p><strong>Wer &#8220;vielleicht&#8221; sagt, sagt &#8220;nein&#8221;</strong></p>
<p>Ich hab daraus gelernt. Wenn es keine Sicherheit mehr gibt, dann ist Warten die falsche Strategie. &#8220;Wir melden uns dann mal&#8230;&#8221;? Gut, aber in der Zwischenzeit nehme ich jedes andere Angebot an, wenn ihr mich so wenig nötig habt! Nach spätestens zwei Wochen hake ich selbst nach. Wenn dann immer noch Ausflüchte kommen, sage ich selbst ab. Klingt radikal? Aber wer mich so lange hängen lässt, so viel ist mir inzwischen klar, der will mich auch nicht wirklich.</p>
<p>Es geht nämlich auch anders. Kürzlich ein Vorstellungsgespräch in Köln. Es läuft gut, aber es gibt über 150 Mitbewerber. &#8220;Wir haben mehrere Leute eingeladen, und &#8211; ganz ehrlich &#8211; die wollen wir natürlich alle noch treffen&#8221;, sagt die Personalerin. &#8220;Dazu bin ich eine Woche in Urlaub. Aber in spätestens drei Wochen melden wir uns bei Dir.&#8221; Sie duzt mich &#8211; und hält Wort. Nach zweieinhalb Wochen kommt ein Schreiben &#8211; per Post: &#8220;&#8230; vielen lieben Dank für das nette Gespräch und Dein Interesse &#8230; Haben wir noch jemanden gefunden, der im Bereich Werbetext noch besser zu uns passt &#8230;&#8221;</p>
<p>Es ist eine Absage &#8211; über die ich mich selten so gefreut habe.</p>


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		<title>Zurücktreten</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 07:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[BP]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Zurücktreten, das hatte einmal etwas von Größe. Ein altgedienter Staatsmann, der das Zepter weitergibt, damit frischer Wind durch das Land weht. Ein erfolgreicher Firmenchef, der an der Spitze seines Erfolges die Geschäfte seinem Sohn überträgt, den er über die Jahre aufgebaut hat und ihn nun für fähiger hält als sich selbst.</p> <p>Zurücktreten, das hat in [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Zurücktreten, das hatte einmal etwas von Größe. Ein altgedienter Staatsmann, der das Zepter weitergibt, damit frischer Wind durch das Land weht. Ein erfolgreicher Firmenchef, der an der Spitze seines Erfolges die Geschäfte seinem Sohn überträgt, den er über die Jahre aufgebaut hat und ihn nun für fähiger hält als sich selbst.</p>
<p>Zurücktreten, das hat in den letzten Jahren einen ganz anderen Geschmack bekommen. Ein eigentlich beliebter Präsident, der beim ersten Anzeichen von Kritik die Segel streicht. Ein Firmenchef, der die Sintflut heraufbeschworen hat, die erst kommt, wenn er sich längst auf dem höchsten Berggipfel abgesetzt hat. Ein Ministerpräsident, der keine Lust mehr hat und in der Wirtschaft mehr Geld verdienen kann.</p>
<p>Aktuellstes Beispiel: der scheidende BP-Chef Tony Hayward. Die Katastrophe ist da, der Konzern schreibt einen Milliardenverlust, ist also schon komplett vor die Wand gefahren. Und dann tritt er zurück. &#8220;Ich bin dann mal weg, ihr macht das da schon mit dem Öl.&#8221; Er könnte jetzt sogar noch eine Abfindung in Höhe von 14 Millionen Euro kassieren, quasi als Dank für schlechtes Krisenmanagement.</p>
<p>Kaum jemand dürfte Hayward eine Träne nachweinen. Aber in Zeiten, in denen ein Rücktritt eher der Flucht vor der eigenen Verantwortung darstellt, sollte man sich langsam einmal Alternativen überlegen, die echten Strafen gleichen. Eine Strafversetzung zum Beispiel an einen weniger schönen Ort oder einen deutlich niedrigeren Posten. Oder, aber das gilt leider als so altmodisch, dass es mittlerweile schon wieder echt modern wäre: Buße tun. Ein Ex-BP-Chef, der selbst an der Golfküste Steine schrubbt und Vögel rettet, bis er geläutert ist, das hätte was. Und dann könnte man ihm irgendwann auchmal vergeben. So aber nicht.</p>


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		<title>Das Serien-Wochenende</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 06:31:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich &#8211; neben der Arbeit und anderen Hobbys &#8211; mehrere Jahre brauchen würde, um mir die besten Serien der jüngeren Vergangenheit anzuschauen. Man bleibt meist bei seinen Leisten; bei mir waren es hauptsächlich Scrubs, Simpsons und 24. Irgendwann bin ich auf der Suche nach etwas Neuem auf Californication, Prison Break, [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/2010/07/mad-men.jpg" alt="" title="mad-men" width="250" height="187" class="alignright size-full wp-image-1083" />Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich &#8211; neben der Arbeit und anderen Hobbys &#8211; mehrere Jahre brauchen würde, um mir die besten Serien der jüngeren Vergangenheit anzuschauen. Man bleibt meist bei seinen Leisten; bei mir waren es hauptsächlich Scrubs, Simpsons und 24. Irgendwann bin ich auf der Suche nach etwas Neuem auf Californication, Prison Break, How I met your Mother und That 70s Show gestoßen und hab mal bei Grey&#8217;s Anatomy und Two and a half Men reingeschaut. Angesichts dessen, wie viele gute Serien in den letzten Jahren liefen, war das immer noch zu wenig. Am gerade beendeten Wochenende habe ich einiges davon nachgeholt. </p>
<p>Natürlich nur stichprobenartig. Das gute ist, dass sich die meisten Serien über ihre Pilotfolge verkaufen, die Serienmacher dort also schon ihr Bestes geben müssen. Man bekommt also einen guten Eindruck davon, während andere Serien einen zweiten Blick wert sind. Reingeschaut habe ich bei:</p>
<p><strong>Mad Men:</strong> Über die US-Werbeindustrie der 60er Jahre. Und das soll interessant sein? Anfangs nicht. Aber schon im Laufe der ersten Folge entwickelt sich eine spannende Handlung, und die Vielschichtigkeit der Charaktere wird deutlich. Es schmeckt nach mehr!</p>
<p><strong>Flight of the Conchords:</strong> Zwei Neuseeländer in den USA wollen Rockstars werden. Ist mir von Mattes sehr ans Herz gelegt worden, hat mich aber in der ersten Folge nicht gepackt. Plätscherte so dahin, wirkte irgendwie sehr nüchtern-distanziert, ich wäre fast eingeschlafen. Ich gab der Serie eine zweite Chance mit einer Folge aus einer späteren Staffel, und die gefiel mir schon deutlich besser. Ist wohl eine Serie, an die man sich langsam herantasten muss.</p>
<p><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/2010/07/NameisEarl.jpg" alt="" title="NameisEarl" width="489" height="278" class="alignnone size-full wp-image-1079" /><br clear="all"></p>
<p><strong>My Name is Earl (Foto):</strong> Ganz anders ging es mir hierbei. Earl ist Sozialschmarotzer und Pechvogel und beschließt eines Tages, nur noch Gutes zu tun, damit ihm auch endlich mal etwas Schönes widerfährt. Karma eben. Die erste Folge beginnt so rasant, dass ich mich ernsthaft frage, wie die Serie das Tempo halten will. Die Idee und die Charaktere sind aber so pfiffig, dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass das funktioniert. Von den hier gesehen Serien mein klarer Favorit!</p>
<p><strong>Entourage:</strong> Über das Leben eines jungen Filmstars, der lässig mit seinen Homies in L.A. abhängt. Durchaus überzeugende Charaktere und ein bisschen Star-Feeling. Zumindest in der ersten Folge war mir die Handlung aber viel zu seicht. Ich hoffe, da kommt noch etwas mehr Konflikt rein.</p>
<p><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/2010/07/Arrested-Development.jpeg" alt="" title="Arrested Development" width="560" height="238" class="alignnone size-full wp-image-1080" /><br clear="all"></p>
<p><strong>Arrested Development (Foto):</strong> Geschäftsmann Michael ist der Ruhepol seiner gänzlich verrückten Familie. Sein Vater wird wegen Untreue verhaftet, Michael soll die Geschäfte übernehmen und muss sich dabei mit den anderen Chaoten herumschlagen. Hat mich in der ersten Folge nicht gerade vom Stuhl gerissen. Ging etwas sehr ins Klamaukhafte und bereits nach fünf Minuten ist im Grunde klar, dass von den Personen nicht mehr viel Überraschendes zu erwarten ist. Die Serie hat auf IMDB eine schier unglaubliche Durchschnittswertung von 9,7 erhalten, wurde aber nach drei Staffeln schon beendet. Hat&#8217;s zumindest verdient, sich noch ein paar Folgen mehr davon anzuschauen.</p>
<p><strong>The IT Crowd:</strong> Britische Serie über zwei IT-Nerds, die ihr Büro plötzlich mit einer attraktiven Kollegin teilen müssen. Hab hier vor Jahren mal die allererste Folge gesehen und gelangweilt danach gleich wieder ausgeschaltet. Offenbar zu Unrecht: Eine zweite, spätere Folge, die ich an diesem Wochenende gesehen habe, hatte alles: Wundervolles Spiel mit Klischees, schwarzer Humor und sogar etwas Kabaretthaftes. Scheint sich zu lohnen, hier tiefer einzusteigen.</p>
<p><strong>Bing Bang Theory:</strong> Ähnliche Story, aber diesmal aus den Staaten, viel teurer produziert und eine offensichtlichere Art von Humor: Zwei ebenso so hoch begabte wie alltagsuntaugliche junge Wissenschaftler bekommen eine neue Nachbarin. Die ist nur durchschnittlich intelligent, dafür aber äußerst attraktiv. Hat mir gut gefallen!</p>
<p><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/2010/07/NipTuck.jpg" alt="" title="NipTuck" width="496" height="285" class="alignnone size-full wp-image-1078" /><br clear="all"></p>
<p><strong>Nip/Tuck (Foto):</strong> Hier habe ich zugegebenermaßen nur kurz reingeschaut, aber das sah sehr viel versprechend aus. Zwei Schönheitschirurgen teilen sich eine Praxis, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Geldgierig und heimtückisch der eine. Menschenfreundlich und voller Moral der andere. Hier wird auch an möglichst realistisch wirkenden OP-Szenen nicht gespart.</p>
<p><strong>The Pacific:</strong> Zehnteilige US-Kriegsserie von Steven Spielberg und Tom Hanks über den Zweiten Weltkrieg im Pazifik. Offenbar das Gegenstück zu Band of Brothers, sehr teuer produziert. Hat mir in der ersten Folge sehr gut gefallen.</p>
<p>Habe ich das wirklich alles an einem Wochenende geschafft? Wundert mich grad selbst. Welche Serien kennt ihr noch, die auf meiner Liste fehlen?</p>
<p><em>Mit großem Dank an Mattes!</em></p>
<p><small>Fotos: Lions Gate, Twentieth Century Fox (2), Warner</small></p>


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		<title>Macht und wie man andere damit im Alltag erniedrigen kann</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 12:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#8220;347 ist vorbei. Ich bediene jetzt die Nummer 350.&#8221; &#8211; &#8220;Sie haben die 347 vor zehn Sekunden erst aufgerufen.&#8221; &#8211; &#8220;Zu spät, jetzt ist die 350 dran.&#8221; &#8211; &#8220;Ich bin sofort aufgesprungen und hierhergelaufen, als die 347 angezeigt wurde!&#8221; &#8211; &#8220;Ich bediene jetzt die 350 und sonst niemanden.&#8221; &#8211; &#8220;Das kann ja wohl nicht ihr [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;347 ist vorbei. Ich bediene jetzt die Nummer 350.&#8221; &#8211; &#8220;Sie haben die 347 vor zehn Sekunden erst aufgerufen.&#8221; &#8211; &#8220;Zu spät, jetzt ist die 350 dran.&#8221; &#8211; &#8220;Ich bin sofort aufgesprungen und hierhergelaufen, als die 347 angezeigt wurde!&#8221;  &#8211; &#8220;Ich bediene jetzt die 350 und sonst niemanden.&#8221; &#8211; &#8220;Das kann ja wohl nicht ihr Ernst sein, ich habe eine Dreiviertelstunde gewartet!!&#8221; &#8211; &#8220;Gehen Sie, sonst hole ich den Sicherheitsdienst!&#8221; #Arge #Bonn</p>


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		<title>Mehr Löws für Deutschland!</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 13:23:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Sprunghaft, das ist der Deutsche im Allgemeinen. So war ein ganzes Land nach dem überragenden 4:0-Sieg gegen Australien im Freudentaumel und sprach von Weltmeisterschaft, um nach der anschließenden Niederlage gegen Serbien das Ausscheiden in der Vorrunde quasi herbeizuerwarten. Das Team hielt dem Druck stand, hat mit England einen argen Rivalen gleich mit 4:1 besiegt und [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Sprunghaft, das ist der Deutsche im Allgemeinen. So war ein ganzes Land nach dem überragenden 4:0-Sieg gegen Australien im Freudentaumel und sprach von Weltmeisterschaft, um nach der anschließenden Niederlage gegen Serbien das Ausscheiden in der Vorrunde quasi herbeizuerwarten. Das Team hielt dem Druck stand, hat mit England einen argen Rivalen gleich mit 4:1 besiegt und Deutschland am gestrigen Sommertag eine Art zusätzlichen Feiertag beschert. Und wenn Deutschland nun gegen Argentinien verliert und die WM damit gelaufen ist? Wahrscheinlich werden die Jubler von heute dann wieder nörgeln.</p>
<p>Das macht aber nichts, denn es ist ohnehin absehbar, dass Bundestrainer Joachim Löw nach der WM seinen Job an den Nagel hängt. Das wäre ein richtiger Zeitpunkt und es wäre konsequent. Er ginge nicht vorzeitig und stähle sich aus der Verantwortung wie ein Horst Köhler oder ein Roland Koch das getan haben. Dabei wehte Löw nicht weniger harsche Kritik entgegen als den Politikern. Ob er noch bei Trost sei, die formschwachen Podolski und Klose mit zur WM zu nehmen und leistungsstärkere Spieler wie Kevin Kuranyi und Torsten Frings zuhause zu lassen, fragten sich viele &#8211; ich muss zugeben: ich selbst auch.</p>
<p><strong>Wenn sie Motivation brauchen, dann lassen Sie sich vom Chef anbrüllen</strong></p>
<p>Doch Löw hat etwas getan, was ungewöhnlich ist in diesen Tagen: Er hat die ganze, die harte Kritik an sich abperlen lassen und ist seinen Weg unbeirrt weitergegangen. Und wer gesehen hat, welche Macht die Medien haben, um gestandene Persönlichkeiten der Öffentlichkeit abzusägen (siehe Kässmann, Mixa, Kachelmann, Köhler), der weiß, wie schnell viele daran zerbrechen können. </p>
<p>Löw hat aber noch etwas anderes geschafft, was für Erstaunen gesorgt hat: Er hat den Stürmern Lukas Podolski und Miro Klose neuen Mut eingehaucht, die in ihren Vereinen in diesem Jahr zur Bedeutungslosigkeit verdammt worden waren. Bei Klose soll ganz offen das Selbstbewusstsein gelitten haben, seit Monaten hatte er in der Liga nicht getroffen. Löw bekommt beide in wenigen Wochen wieder hin, bringt ihr Selbstvertrauen zurück, lässt sie ihr ganzes Potenzial abrufen, das offenbar nur versteckt war.</p>
<p>Wirtschaftsbosse werden es wohl leider nicht schaffen, die Brücke zu ihrer Belegschaft zu schlagen. Kaum ein Unternehmen, in dem Mitarbeiter nicht tagtäglich daran erinnert werden, dass sie eigentlich nichts zu sagen haben und nur ein kleines Rad im Getriebe sind. Motivieren, fördern? Begriffe aus theoretischen Handbüchern, die doch in der Praxis nicht gelten. Gibt ja genug Akademiker da draußen, die den Job genauso gut machen würden und dabei weniger Kosten verursachen. Wie täglich in Stellenanzeigen zu lesen: Sie sind topmotiviert und bestens ausgebildet, also auf in unseren 12-Stunden-Tag! Sie haben BWL studiert? Na, dann können Sie doch prima bei uns die Kaltaqkuise machen, die bei uns Dialogmarketing heißt. Sinnvoll? Natürlich ist das sinnvoll. Wie &#8211; Sie wollen auch noch Geld dafür?</p>
<p>Tja, und Verantwortung? Wenn der Bezahlsender immer herbere Verluste schreibt, obwohl ich doch die Preise fast verdoppelt habe, ja, dann weiß auch nicht. Dann geh ich halt nach einem Jahr aus persönlichen Gründen und kassiere schmerzvoll meine Millionenabfindung. Und wenn ich meinen Ministerposten nicht behalten darf und ich in der Wirtschaft mehr Geld bekomme, dann verlasse ich halt die Politik und schere mich nicht um das, was ich meinem Bundesland eingebrockt habe. Und wenn die Medien mich nicht mehr lieben, dann trete ich als Bundespräsident zurück.</p>
<p>Oder man zieht es eben durch. Unberechtigte Kritik abperlen lassen, den Weg gehen, die Mitarbeiter (Spieler) motivieren, Rückschläge verkraften, sich selbst treu bleiben. </p>
<p>Wir brauchen mehr Jogi Löws &#8211; in Wirtschaft und Politik!</p>


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