Meppen, Weltkulturerbe

Meppen Rathaus Weltkulturerbe
Meppen Rathaus Weltkulturerbe

Ja, richtig gelesen. Es fing damit an, dass der Moorbrand in der Tinner Dose bei Meppen nun nach gerade mal sechs Wochen gelöscht worden war. Schade eigentlich. So oft war Meppen nicht einmal zu glorreichsten Zweitligazeiten in den Schlagzeilen. Das sah auch Horst Hutzel so, der auf Twitter schrieb:

Darauf musste ich selbstverständlich reagieren:

Und wie so oft kommt beim Schreiben (oder dem Trinken) der glorreiche Gedanke: Meppen! Weltkulturerbe! Warum eigentlich nicht?

Einerseits habe ich es ja nicht so mit Weltkulturerben. Einige davon fand ich maßlos überschätzt (sorry, Tallinn!), bei anderen fragt man sich: warum jetzt ausgerechnet dieses und nicht jenes? Immer verbunden mit einem Weltkulturerbe sind auf jeden Fall steigende Preise, Touristennepp, Souvenirshops und vor allem viel, viel mehr Besucher in der Stadt.

Im Falle von Meppen könnte das höchst interessant werden:

  • Hop-on-Hop-Off-Busse, die von der Innenstadt zur legendären Hänsch-Arena des SV Meppen rausfahren. Eine deutliche Aufwertung des in Meppen quasi brach liegenden Nahverkehrs.
  • Die atemberaubende Gymnasialkirche wäre für den Pöbel nicht mehr dauernd geschlossen, könnte Influencern Zutritt gewähren und damit noch mehr Touristen anlocken, vielleicht sogar Eintritt verlangen.
  • Mike’s Pub am südlichen Ende der Fußgängerzone, in dem schon Generationen von Schülern lieber ihren Mathematikunterricht verbrachten, wäre die neue Szenekneipe mit „Free WiFi, even for tourists“, hahaha.
  • Bur’n Schänke up’n Bült, heute ein, sagen wir, eher dörfliches Gasthaus, würde endlich in seiner angestammten Rolle aufgehen, zum traditionellen Spezialitätenlokal zu werden. Lecker Moorbrand zu jedem Buchweizenpfannkuchen.
  • Restaurant Delphi würde zur klassischen Tourifalle mit 10% off every beer und free tourist menu mit Blick auf das historische Rathaus. Natürlich ließen sich hier auch Gutscheine einlösen. Wobei, Moment, das geht eigentlich auch jetzt schon.
  • Mobile Handelsvertreter böten auf der Fußgängerbrücke zum Bootshaus Selfie-Sticks feil, um Besuchern der Stadt traumhafte Erinnerungsfotos vor der malerischen Höltingmühle zu ermöglichen.
  • Der Rockpalast würde in Reiseführern zum Geheimtipp erklärt. Besitzer George Gambier würde ein (ohnehin überfälliges!) Denkmal gepinselt.
  • Der Jesuitengang von der Gymnasialkirche zur Schülerwiese könnte zum Walk of Shame ausgebaut werken in Gedanken an die vielen traurigen Schüler wie einst @leidartikel.

Ich sehe Hipster-Cafés und Burgerbuden an allen Ecken und Enden. In der MEP könnte endlich mal was los sein. Boßeln würde zum Ganzjahressport erklärt und das Pilgern zur Hase am Vorabend des 1. Mai zum Fest des Jahres mit Bischofssegnung und 500.000 Besuchern aus aller Welt.

Erstmal einen Korn auf den Gedanken… passt!

Die meisten Weltkulturerben leiden heute unter den Touristenströmen. Aber sagt, was ihr wollt: Meppen würde das enorm aufwerten. Ich fände das eine ziemlich witzige Sache und werde nicht eher ruhen, bis es so weit ist.

Jetzt bloß keinen Fehler machen!

Egal, ob im Sport oder im Berufsleben: Profis machen keine Fehler. Isso. Und wenn es doch einmal passiert, hatte man einen schlechten Tag oder es war der Praktikant. Thema erledigt.

Stimmt schon. In Bereichen, in denen es um Leben, Tod oder viel, viel Geld geht, muss man sich darauf verlassen können, dass keine fatalen Fehler passieren. In allen anderen Lebensbereichen würde ich sagen: Um Himmels Willen, macht doch bitte Fehler!

Fehler passieren täglich. Der Burger im Restaurant, bei dem die Salatgurke fehlt. Der Laptop, der eindeutig ein Montagsgerät ist. Der Paketbote, der im Stress zu klingeln vergisst. Ist blöd, aber bringt niemanden um.

Wichtig finde ich nur den Umgang damit. Nennt man einen Fehler unverzeihlich oder lernt man daraus und macht es beim nächsten Mal besser? Der Unterschied ist wichtig.

Ich kann einen Kollegen völlig dafür runter machen, wenn er zum wiederholten Male ein Komma falsch setzt. Oder ich kann ihn jedes Mal auf die richtige Regel hinweisen. Letzteres dürfte mehr Erfolg haben. Nur eins muss ich machen: ihn darauf hinweisen. Ich versuche das möglichst konstruktiv.

Tischtennis ist immer eine wunderbare Analogie auf das Leben. Früher habe ich mich für jeden Fehler selbst kritisiert und „wie kann man nur so schlecht sein“ eingeredet. Heute analysiere ich jeden Fehler im gleichen Moment, in dem er passiert, und motiviere mich selbst, z.B.: „Da hattest du den Schläger beim Block zu weit auf. Mach ihn beim nächsten Ball weiter zu, dann müsste es reichen.“

Ratet mal, welche Taktik besser funktioniert…

Ich muss Fehler machen, um besser zu werden, ich sollte jeden Fehler analysieren. Warum, woher kommt der jetzt, welche Regel hast du da nicht beachtet, was genau hast du falsch gemacht, was kannst du tun, um es beim nächsten Mal besser zu machen, wie wirst du es beim nächsten Mal besser machen?

Nur so wird man besser. Und natürlich klappt das nur in einem Klima, in dem Fehler erlaubt sind. Das soll nicht bedeuten, dass schlampige Arbeit geleistet wird. Es sollte natürlich Kontrollinstanzen geben, die einen Fehler noch korrigieren, bevor das Produkt das Werk verlässt. Aber Fehler selbst sollten gemacht werden dürfen. Wer er schafft und die Geduld dafür hat, kann sie sogar als Bereicherung sehen.

Und dann steht plötzlich jemand neben dir, den du 15 Jahre nicht gesehen hast

Es war der erste Tag. Nach ein wenig Stöbern auf Amazon legte ich mir jüngst ein Erfolgsjournal zu, ein abgewandeltes Tagebuch, in das man morgens Erlebnisse, Wünsche und Ziele einträgt. Die Idee: rauskommen aus der eigenen Lethargie, wieder etwas tun. Durch fast 50 Seiten Einleitung musste ich mich kämpfen, dann konnte es losgehen.

Meine erste Wunschvorstellung war recht konkret: Ich wollte zur Photokina fahren, über die Messe schlendern, ein paar gute Vorträge sehen und ein paar hübsche Kameras natürlich auch, einen tollen Bericht darüber schreiben und hinterher bei sonnigem Wetter über die Rheinbrücke schlendern und mir in der Segafredo-Bar im Kölner Hauptbahnhof einen Kaffee gönnen.

Gesagt getan. Und wie ich so ich in das Café hineinschlendere und dem Barista meine Bestellung zurufe, höre ich plötzlich neben mir ungläubig jemanden meinen Namen rufen.

Ein alter Mitstudent. Damals viel zusammen erlebt, irgendwann war er dann einfach verschwunden. Nie wieder gesehen, nie wieder etwas von gehört. Vor einem Jahr war ein gemeinsam improvisiertes Video aus dem Studium auf YouTube wieder aufgetaucht. Das heute recht amüsant bebilderte und von uns damals selbst organisierte Autorennen auf einem Dorf in der Nähe. Journalismus? Na ja. Aber eine schöne Erinnerung.

Auf den Schreck des zufälligen Wiedersehens hin schlenderten wir mit unseren Kaffeebechern zur Domtreppe und unterhielten uns über die alten Zeiten. Es stellte sich heraus, dass er trotz allem etwas mit diesem Internet gemacht hat und gerade auf dem Weg war, einen Vortrag zu geben. Dass er das Studium damals geschmissen hatte: an sich kein Problem. Aber es wurme ihn immer noch, sagte er.

Ansonsten wenig Anderes als das, was ich erwartet hätte: Er hat nun ein Haus nahe seines Heimatortes, eine Frau, zwei Kinder und eben einen soliden Job in einer wachsenden Branche. Eine halbe Stunde, dann wünschten wir uns alles Gute und gingen unserer Wege.

Der Autor des Erfolgsjournals prophezeite in der Einleitung, es würde sich viel bewegen. Nehme man das eigene Leben in die Hand, erreiche man Dinge, die man nie erwartet hätte. Dass man auch jemanden zufällig treffen würde, den man fast 15 Jahre nicht gesehen hatte, gleich am ersten Tag. Unglaublich. Aber doch, so könnte es weiter gehen.

Great Beasts of the Southern Gatsbys

Zwei der Filme, die ich zuletzt gesehen habe: „Beasts of the Southern Wild“ (Budget: 1,3 Millionen US-Dollar) und „The Great Gatsby“ (Budget: 105 Millionen Dollar).

„Beast of the Southern Wild“ hat mich mehr beeindruckt.

Und jetzt frage ich mich natürlich wieso. Dabei habe ich eigentlich gar nichts gegen „The Great Gatsby„. Die Geschichte hat alles, was ein guter Film braucht. Macht, Bewunderung, Intrigen, Liebe, tolle Kostüme, computergenerierte Spezialeffekte, Leo DiCaprio. Regisseur Baz Luhrmann hat eine gute Geschichte vor die bildgewaltige Kulisse der 20er Jahre gehievt. Die Geschichte eines tragischen Helden, mit Stars besetzt – und heute noch so aktuell wie vor knapp 90 Jahren, als die Romanvorlage entstand.

Auf der anderen Seite haben wir das Erstlingswerk von Nachwuchsregisseur Benh Zeitlin, einen Low-Budget-Film. Die Geschichte eines kleinen Mädchens, das mit ihrem exzentrischen Vater in den Sümpfen Louisianas wohnt, als eines Tages der Hurricane kommt. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihre Angst vor den Monstern aus ihrer Fantasie (und in der Realität) zu besiegen. Erstaunlicherweise ist das nicht minder bildgewaltig als „The Great Gatsby“, auch wenn Zeitlin auf beeindruckende Kostüme und computergenerierte Kulissen nahezu verzichten musste.

http://www.youtube.com/watch?v=ZF7i2n5NXLo

Die Schlagzeile „Guter Low-Budget-Film schlägt bösen Hollywood-Blockbuster“ ist mir eigentlich zu plakativ. Luhrmann hat sich hier ordentlich ins Zeug gelegt. Und doch geht man hier eher mit einem Achselzucken aus dem Kino als beim genannten Low-Budget-Streifen. Wahrscheinlich ist er dem Anspruch nicht gerecht geworden, mit einem Budget, das das eines „Herr der Ringe“-Teils übersteigt, ein schlichtes Drama zu einem bilgewaltigen Hollywood-Epos aufzupusten. Weniger und mehr und so. Das Auge gibt sich mit Magerkost zufrieden, wenn eine gute Geschichte das Hirn stimuliert. So können Einzelheiten bei „Beasts of the Southern Wild“ besser in Erinnerung bleiben. Und das sind neben der Geschichte die tolle Leistung der erst neunjährigen Quvenzhané Wallis sowie Dan Romers fantastischer Soundtrack.

Nichtstun

Einfach mal nichts tun. Kein iPhone, kein Computer, kein Internet, kein Buch, das man schon lange einmal lesen wollte. Kein Fernsehbild, keine Musik, keine Hausarbeit, die schon lange gewartet hat. Niemanden anrufen, nichts essen, kein Whisky, um diese kurze Phase der Gemütlichkeit zu genießen, kein lecker Bierchen zur Hand nehmen. Mal nichts arbeiten. Nichts, was ablenkt, nichts, was die Sinne betäubt. Nur du und du selbst für ein, zwei, drei Stunden, in denen du sonst locker dies und das machen könntest. Einfach nur daliegen und absolut nichts tun. Nichts.

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ah?!
Aah!

Meine Lebensphilosophie in 25 Punkten

Ich hoffe, das klingt nicht zu hochtrabend. Anfang 2004 kam ich von einem halben Jahr Aufenthalt in Südostasien wieder und hab mir, basierend auf meine Eindrücke dort, ein paar Punkte notiert, nach denen ich von da an leben wollte. Ich denke, in Teilen hat das auch geklappt. Vieles davon klingt selbstverständlich, einiges vielleicht ungewöhnlich, einiges wie im jugendlichen Leichtsinn verfasst. Anyway, ich glaube, es kann nicht schaden, sie mal in loser Reihenfolge unkommentiert zu veröffentlichen, auch wenn es damit hier einmal ein wenig esoterisch wird. Für eventuelle Überschneidungen mit den Lebensregeln und Anregungen anderer Religionen, Bewegungen oder Philosophien übernehme ich keinerlei Verantwortung. Sollte mich aber wundern, wenn es die nicht gäbe.

  1. Verbiege dich nicht. Sei immer du selbst. Langfristig hat nichts anderes Erfolg.
  2. Stehe zu deinem Wort. Mach keine Versprechungen, wenn du nicht weißt, wie du sie halten sollst.
  3. Behandle jeden Menschen unvoreingenommen und mit Respekt.
  4. Hab keine Angst vor neuen Erfahrungen, sondern sei mutig und nimm sie wahr.
  5. Steh dir nicht selbst im Weg, indem du nur die schlechte Seite einer Möglichkeit siehst.
  6. Für (fast) alles gibt es einen Grund. Urteile nicht, ehe du alle Hintergründe kennst. Hör auf, schwarz-weiß zu denken.
  7. Schalte nicht ab, wenn du frustriert bist, sondern rede darüber und gib anderen die Chance, dir zu helfen.
  8. Kümmere dich nicht darum, was andere Leute über dich denken. Vieles beruht auf Unverständnis.
  9. Tue auch etwas, was dir kurzfristig nichts einbringt. Du weißt nie, was du damit in Zukunft noch einmal anfangen kannst.
  10. Spare nicht am falschen Ende.
  11. Ziehe Gesellschaft der Einsamkeit vor und gib jeder Gesellschaft erst einmal eine Chance.
  12. Wir können nicht alles, aber wir können (fast) alles lernen. Glaub an dich und versuche es!
  13. Scheue keine Konfrontationen.
  14. Sehe Notlagen als Herausforderungen.
  15. Gib dich nicht mit der zweitbesten Lösung zufrieden.
  16. Fragen ist mutig.
  17. Verstell dich nicht. Tu nicht so als seist du glücklich, wenn du todtraurig bist.
  18. Wenn dir etwas Schlimmes widerfahren ist, tobe und jammere, bis der größte Ärger verflogen ist! Und dann überlege, was du aus der Situation machen kannst.
  19. Trauern ist menschlich, Selbstmitleid ist unkonstruktiv. Jammere nicht für immer!
  20. Gib deinen Ärger zurück, aber nicht weiter. Lass ihn nicht an den Falschen aus, schon gar nicht an denen, die es gut mit dir meinen.
  21. Kämpfe nur um das, was Aussicht auf Erfolg hat.
  22. Freu dich nie zu früh, aber vergiss auch nie, dich irgendwann zu freuen. Feier die Feste, wie sie fallen.
  23. Selbst wenn du unangenehme Leute triffst, ist die Chance größer dabei oder auf dem Weg dorthin nette Leute zu treffen, als wenn du allein zuhause bleibst.
  24. Nutze niemanden aus und lass dich auch selbst niemals ausnutzen.
  25. Jeder Mensch denkt und fühlt. Und wir alle wollen nur leben. Respektiere das, jederzeit.

Die Punkte habe ich nach heutigem Wissensstand ein wenig erweitert. Ich veröffentliche sie jetzt, nachdem ich gerade meine Wohnung aufgeräumt und meinen Notizblock von damals wiedergefunden habe. Habt ihr Ergänzungen? Nach welcher Philosophie lebt ihr?

Das Serien-Wochenende

Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich – neben der Arbeit und anderen Hobbys – mehrere Jahre brauchen würde, um mir die besten Serien der jüngeren Vergangenheit anzuschauen. Man bleibt meist bei seinen Leisten; bei mir waren es hauptsächlich Scrubs, Simpsons und 24. Irgendwann bin ich auf der Suche nach etwas Neuem auf Californication, Prison Break, How I met your Mother und That 70s Show gestoßen und hab mal bei Grey’s Anatomy und Two and a half Men reingeschaut. Angesichts dessen, wie viele gute Serien in den letzten Jahren liefen, war das immer noch zu wenig. Am gerade beendeten Wochenende habe ich einiges davon nachgeholt.

Natürlich nur stichprobenartig. Das gute ist, dass sich die meisten Serien über ihre Pilotfolge verkaufen, die Serienmacher dort also schon ihr Bestes geben müssen. Man bekommt also einen guten Eindruck davon, während andere Serien einen zweiten Blick wert sind. Reingeschaut habe ich bei:

Mad Men: Über die US-Werbeindustrie der 60er Jahre. Und das soll interessant sein? Anfangs nicht. Aber schon im Laufe der ersten Folge entwickelt sich eine spannende Handlung, und die Vielschichtigkeit der Charaktere wird deutlich. Es schmeckt nach mehr!

Flight of the Conchords: Zwei Neuseeländer in den USA wollen Rockstars werden. Ist mir von Mattes sehr ans Herz gelegt worden, hat mich aber in der ersten Folge nicht gepackt. Plätscherte so dahin, wirkte irgendwie sehr nüchtern-distanziert, ich wäre fast eingeschlafen. Ich gab der Serie eine zweite Chance mit einer Folge aus einer späteren Staffel, und die gefiel mir schon deutlich besser. Ist wohl eine Serie, an die man sich langsam herantasten muss.


My Name is Earl (Foto): Ganz anders ging es mir hierbei. Earl ist Sozialschmarotzer und Pechvogel und beschließt eines Tages, nur noch Gutes zu tun, damit ihm auch endlich mal etwas Schönes widerfährt. Karma eben. Die erste Folge beginnt so rasant, dass ich mich ernsthaft frage, wie die Serie das Tempo halten will. Die Idee und die Charaktere sind aber so pfiffig, dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass das funktioniert. Von den hier gesehen Serien mein klarer Favorit!

Entourage: Über das Leben eines jungen Filmstars, der lässig mit seinen Homies in L.A. abhängt. Durchaus überzeugende Charaktere und ein bisschen Star-Feeling. Zumindest in der ersten Folge war mir die Handlung aber viel zu seicht. Ich hoffe, da kommt noch etwas mehr Konflikt rein.


Arrested Development (Foto): Geschäftsmann Michael ist der Ruhepol seiner gänzlich verrückten Familie. Sein Vater wird wegen Untreue verhaftet, Michael soll die Geschäfte übernehmen und muss sich dabei mit den anderen Chaoten herumschlagen. Hat mich in der ersten Folge nicht gerade vom Stuhl gerissen. Ging etwas sehr ins Klamaukhafte und bereits nach fünf Minuten ist im Grunde klar, dass von den Personen nicht mehr viel Überraschendes zu erwarten ist. Die Serie hat auf IMDB eine schier unglaubliche Durchschnittswertung von 9,7 erhalten, wurde aber nach drei Staffeln schon beendet. Hat’s zumindest verdient, sich noch ein paar Folgen mehr davon anzuschauen.

The IT Crowd: Britische Serie über zwei IT-Nerds, die ihr Büro plötzlich mit einer attraktiven Kollegin teilen müssen. Hab hier vor Jahren mal die allererste Folge gesehen und gelangweilt danach gleich wieder ausgeschaltet. Offenbar zu Unrecht: Eine zweite, spätere Folge, die ich an diesem Wochenende gesehen habe, hatte alles: Wundervolles Spiel mit Klischees, schwarzer Humor und sogar etwas Kabaretthaftes. Scheint sich zu lohnen, hier tiefer einzusteigen.

Bing Bang Theory: Ähnliche Story, aber diesmal aus den Staaten, viel teurer produziert und eine offensichtlichere Art von Humor: Zwei ebenso so hoch begabte wie alltagsuntaugliche junge Wissenschaftler bekommen eine neue Nachbarin. Die ist nur durchschnittlich intelligent, dafür aber äußerst attraktiv. Hat mir gut gefallen!


Nip/Tuck (Foto): Hier habe ich zugegebenermaßen nur kurz reingeschaut, aber das sah sehr viel versprechend aus. Zwei Schönheitschirurgen teilen sich eine Praxis, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Geldgierig und heimtückisch der eine. Menschenfreundlich und voller Moral der andere. Hier wird auch an möglichst realistisch wirkenden OP-Szenen nicht gespart.

The Pacific: Zehnteilige US-Kriegsserie von Steven Spielberg und Tom Hanks über den Zweiten Weltkrieg im Pazifik. Offenbar das Gegenstück zu Band of Brothers, sehr teuer produziert. Hat mir in der ersten Folge sehr gut gefallen.

Habe ich das wirklich alles an einem Wochenende geschafft? Wundert mich grad selbst. Welche Serien kennt ihr noch, die auf meiner Liste fehlen?

Mit großem Dank an Mattes!

Fotos: Lions Gate, Twentieth Century Fox (2), Warner

Mehr Löws für Deutschland!

Sprunghaft, das ist der Deutsche im Allgemeinen. So war ein ganzes Land nach dem überragenden 4:0-Sieg gegen Australien im Freudentaumel und sprach von Weltmeisterschaft, um nach der anschließenden Niederlage gegen Serbien das Ausscheiden in der Vorrunde quasi herbeizuerwarten. Das Team hielt dem Druck stand, hat mit England einen argen Rivalen gleich mit 4:1 besiegt und Deutschland am gestrigen Sommertag eine Art zusätzlichen Feiertag beschert. Und wenn Deutschland nun gegen Argentinien verliert und die WM damit gelaufen ist? Wahrscheinlich werden die Jubler von heute dann wieder nörgeln.

Das macht aber nichts, denn es ist ohnehin absehbar, dass Bundestrainer Joachim Löw nach der WM seinen Job an den Nagel hängt. Das wäre ein richtiger Zeitpunkt und es wäre konsequent. Er ginge nicht vorzeitig und stähle sich aus der Verantwortung wie ein Horst Köhler oder ein Roland Koch das getan haben. Dabei wehte Löw nicht weniger harsche Kritik entgegen als den Politikern. Ob er noch bei Trost sei, die formschwachen Podolski und Klose mit zur WM zu nehmen und leistungsstärkere Spieler wie Kevin Kuranyi und Torsten Frings zuhause zu lassen, fragten sich viele – ich muss zugeben: ich selbst auch.

Wenn sie Motivation brauchen, dann lassen Sie sich vom Chef anbrüllen

Doch Löw hat etwas getan, was ungewöhnlich ist in diesen Tagen: Er hat die ganze, die harte Kritik an sich abperlen lassen und ist seinen Weg unbeirrt weitergegangen. Und wer gesehen hat, welche Macht die Medien haben, um gestandene Persönlichkeiten der Öffentlichkeit abzusägen (siehe Kässmann, Mixa, Kachelmann, Köhler), der weiß, wie schnell viele daran zerbrechen können.

Löw hat aber noch etwas anderes geschafft, was für Erstaunen gesorgt hat: Er hat den Stürmern Lukas Podolski und Miro Klose neuen Mut eingehaucht, die in ihren Vereinen in diesem Jahr zur Bedeutungslosigkeit verdammt worden waren. Bei Klose soll ganz offen das Selbstbewusstsein gelitten haben, seit Monaten hatte er in der Liga nicht getroffen. Löw bekommt beide in wenigen Wochen wieder hin, bringt ihr Selbstvertrauen zurück, lässt sie ihr ganzes Potenzial abrufen, das offenbar nur versteckt war.

Wirtschaftsbosse werden es wohl leider nicht schaffen, die Brücke zu ihrer Belegschaft zu schlagen. Kaum ein Unternehmen, in dem Mitarbeiter nicht tagtäglich daran erinnert werden, dass sie eigentlich nichts zu sagen haben und nur ein kleines Rad im Getriebe sind. Motivieren, fördern? Begriffe aus theoretischen Handbüchern, die doch in der Praxis nicht gelten. Gibt ja genug Akademiker da draußen, die den Job genauso gut machen würden und dabei weniger Kosten verursachen. Wie täglich in Stellenanzeigen zu lesen: Sie sind topmotiviert und bestens ausgebildet, also auf in unseren 12-Stunden-Tag! Sie haben BWL studiert? Na, dann können Sie doch prima bei uns die Kaltaqkuise machen, die bei uns Dialogmarketing heißt. Sinnvoll? Natürlich ist das sinnvoll. Wie – Sie wollen auch noch Geld dafür?

Tja, und Verantwortung? Wenn der Bezahlsender immer herbere Verluste schreibt, obwohl ich doch die Preise fast verdoppelt habe, ja, dann weiß auch nicht. Dann geh ich halt nach einem Jahr aus persönlichen Gründen und kassiere schmerzvoll meine Millionenabfindung. Und wenn ich meinen Ministerposten nicht behalten darf und ich in der Wirtschaft mehr Geld bekomme, dann verlasse ich halt die Politik und schere mich nicht um das, was ich meinem Bundesland eingebrockt habe. Und wenn die Medien mich nicht mehr lieben, dann trete ich als Bundespräsident zurück.

Oder man zieht es eben durch. Unberechtigte Kritik abperlen lassen, den Weg gehen, die Mitarbeiter (Spieler) motivieren, Rückschläge verkraften, sich selbst treu bleiben.

Wir brauchen mehr Jogi Löws – in Wirtschaft und Politik!

iCat

Bemerkenswert. Aber ob das Display danach nicht ein paar Kratzer hat? 😉

Das moderne Unding: Die Kompaktzeitung

Neulich saß ich im Flugzeug und las Zeitung. Als mein Nebensitzer erkannte, was ich da las, guckte er beschämt weg. Eine junge Mutter schaute mit weit aufgerissenen Augen in meine Richtung und hielt ihrem fünfjährigen Sohn die Hände vors Gesicht. Wenig später bat die Stewardess mich, „derartige Praktiken“ doch bitte auf die Zeit nach dem Flug zu verschieben. Diverse Fluggäste würden sich in ihrem Ehrgefühl verletzt fühlen.
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My Life in many, many Pictures

Ich hab schon lange nichts Vernünftiges mehr gebloggt. Liegt daran, dass das hier meine volle Aufmerksamkeit beansprucht. Wer nicht bloggt, kann aber Fotos machen. Und da hat sich im letzten Jahr einiges angesammelt, was ich euch nicht länger vorenthalten will. Also: Browser-Fenster auf Vollbild gestellt und Finger auf das Scrollrad. Los geht’s!

Eine Partie chinesisches Schach gegen den großen Dak Lau. 😉 Ich (vorne) hatte nich den Hauch einer Chance…
My Life in Pictures

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