Log #12: Abnehmen mit Minimalismus

Immer wieder werde ich gefragt Hin und wieder werde ich wirklich drauf angesprochen, dass ich so aussähe, als hätte ich ganz schön abgenommen. 5 Kilo waren es im letzten halben Jahr tatsächlich (von 85 auf 80kg). Und es ist nicht alles eitel Sonnenschein.

Zum Beispiel nehme ich nicht unbedingt an den Stellen ab, an denen ich gerne würde. Der Bauchspeck etwa wehrt sich beharrlich, der Dreckskerl.

Trotzdem die Frage: Wie habe ich das gemacht? Wenn ich jetzt sage: Abnehmen mit Minimalismus, sorgt das natürlich für Verwunderung. Und wer mich fragt, dem rate ich sogar, noch einen Schritt früher anzufangen: Wenn du abnehmen willst und es nicht gerade eine genetische Geschichte ist, dann geh als Erstes zum Therapeuten.

Hier hört bei den Leuten nun endgültig das Verständnis auf. Mein Fitnesstrainer hat mich angestarrt wie ein Auto, als ich ihm davon erzählte, dass Abnehmen im Kopf anfängt. Wir haben uns all die Kilos aus einem Grund angefressen. Den gilt es herauszufinden (denn nicht immer ist er offensichtlich) und aufzulösen. Dein Bauchspeck könnte eine Art Schutzschild sein oder deine Ausrede, warum du dies und das nicht machen kannst, was du aber eigentlich im tiefsten Herzen gar nicht willst. Wenn das der wahre Grund ist, hast du die verlorenen Kilos nach dem Abnehmen schnell wieder drauf, denn der Kopf tut alles dafür, um den Normalzustand für sich wiederherzustellen – der berühmte Jojo-Effekt.

Schön und gut, und wie habe ich jetzt abgenommen und was hat Minimalismus damit zu tun? Ich habe Ballast abgeworfen. Ein Vierteljahr lang Dinge weggeschmissen, die ich nicht mehr brauchte, an denen aber auch Erinnerungen hingen. Mit dem Wegschmeißen ging auch das Festhalten an diese Erinnerung weg (nicht die Erinnerung selbst, aber das Festklammern daran).

Dass ich parallel dazu begonnen habe, auf Süßigkeiten komplett zu verzichten, spielt natürlich eine Rolle, klar. Ich sehe es aber eher als Mittel zum Zweck, ähnlich wie das Intervallfasten, das ich nun alle paar Tage ganz gerne mache. Für jemanden, der praktisch täglich Süßigkeiten gefuttert hat und zwar nicht zu knapp, muss das so ähnlich sein, wie sich das Rauchen abzugewöhnen. Der Körper schreit nach Zucker, ganz besonders nach jeder größeren Mahlzeit, und der Kopf muss es richten. Es ist beinhart. Und es ist noch lange nicht so weit, dass ich über dem Berg wäre. Aber ich halte durch.

Aber was war zuerst da? Der Wunsch, auf Süßigkeiten zu verzichten und gerne schlank zu sein, oder der Wunsch nach Minimalismus? Es kam ungefähr gleichzeitig.

Und noch etwas hat etwas zeitgleich aufgehört. Die Selbstverständlichkeit, sich dreimal am Tag vollzufressen und nachmittags noch Kuchen oder genannte Süßigkeiten hinterherzuschieben, so als gäbe es nie wieder was. Heute esse ich einfach weniger. Das Gefühl, mal Hunger zu haben, wirkt eher befreiend als belastend. Außerdem habe ich meinem Kopf glaubhaft mitgeteilt, dass er schon nicht verhungern wird. In der Überflussgesellschaft zum Glück auch kaum möglich.

Wenn ihr auch abnehmen wollt, macht es so wie ich dann geht erst einmal auf Spurensuche. Was könnte der Grund für die Extra-Kilos sein? Zu viel ungesundes Essen, klar. Aber wann habt ihr damit angefangen und was war der wahrscheinliche Grund dafür?

Mehr habe ich heute nicht. 😉 Ein Bild vielleicht noch. Ich betone ja immer gerne, dass ihr schöne Unschärfe-Effekte auch mit jedem Smartphone machen könnt. Das hier stammt vom Motorola OneVision:

2 Kommentare

  1. Puh, das kenne ich alles sehr gut.

    Es stellte sich dieses Jahr bei einer Blutuntersuchung heraus, dass mein Körper sehr schlecht darin ist, Kohlenhydrate abzubauen. Seit dem ich auf die weitestgehend verzichte, klappt es auch mit dem Bauchspeck. Da haben Sport und das weniger Essen vorher nicht geholfen.

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