Log #25: Facebook ist gescheitert

Das größte soziale Experiment des ablaufenden Jahrzehnts ist gescheitert: Facebook. Nein, nicht finanziell, aber konzeptuell. Vielleicht war tatsächlich mal der Gedanke da, dass ein soziales Netzwerk alle Menschen der Welt vernetzen könnte, auf dass sie in Frieden miteinander leben. Aber das hörte spätestens mit dem Börsengang auf. Was jetzt noch davon übrig ist, ist Gotham City vor der Heldwerdung Batmans. Die Besten sind längst abgewandert oder haben sich in der Vorstadt abgeschottet und tun sich den Quatsch nicht mehr an. Übrig sind die Abhängten, jene voller Hass, die Selbstdarsteller, von Gier getrieben, oder die das elendige Konstrukt tatsächlich noch nicht durchschaut haben, und eine Handvoll Gutmenschen, die versuchen, das Unvermeidliche noch abzuwenden. Wer noch da ist, ist auf die Reichweite scharf. Aber auch die ist mittlerweile teuer erkauft, sogar im wahren Sinne des Wortes.

Wenn Politiker und Notenbanker die geplante Digitalwährung Facebook Libra kritisieren, dann verwundert das nicht. Wenn aber auch Netzexperten wie mein geschätzter Ex-Kollege Martin Weigert, t3n-Redaktionsleiter Sébastien Bonset und Enrique Dans von Forbes eindringlich davor warnen, dass etwas wie ein eigenes Zahlungssystem hier absolut in den falschen Händen wäre. Wenn man denjenigen, die den ganzen Dreck aus Facebook aufsammeln müssen, keine echte Chance gibt…

Wenn so ein Netzwerk Hass und Gewalt auf seiner Plattform einfach zulässt, Nutzer bewusst süchtig macht, weil man diese Reichweite eben braucht, dann hat Facebook vor allem moralisch verloren. Klar wird Facebook weiterlaufen, StudiVZ läuft ja auch noch, vielleicht wird es in Bälde auch mal einen Relaunch geben mit der Prämisse, dass dann alles wieder gut wird. Aber das wird die letzten zehn Jahre nicht unvergessen machen. Man bleibt zurück mit einer Mischung aus Abscheu und Beklemmung, wissend, wozu Menschen im Stande sind.

Noch etwas scheint gescheitert zu sein: DAB+. Die Privatsender wollen raus, der niedersächsische Landtag will raus. Wer will überhaupt noch rein? Ich habe auch mal eine Zeitlang für DAB+ getrommelt, aber mittlerweile teile ich die Bedenken: Wozu eine teure Zweit-Infrastruktur aufbauen, hinter der niemand so richtig steht, wenn das, was Radiohörer wollen, doch eigentlich schon da ist: Smart Speaker, 4G und 5G – so denn das neue Netz wirklich so leistungsfähig wird wie erhofft. Und ganz nebenbei non-lineares Hören: Podcasts.

Und wo wir gerade bei Scheitern und Aufgeben sind: Google verabschiedet sich endgültig von Tablets, zumindest von Eigenentwicklungen. Engadget findet’s konsequent und richtig. Ich nicht. Denn wenn Google nun Chromebooks weiter pushen will (was ich durchaus konsequent und richtig finde), dann wird man für Tablets optimierte Apps brauchen. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm zum Beispiel, das nur in Smartphone-Größe zu haben ist, mag ich auf einem Notebook nicht arbeiten. Und wer will jetzt noch Tablet-Apps für Android entwickeln…?

Bin mit „Haus der Geldes“ fertig und irgendwie froh, es geschafft zu haben. Die logischen Fehler haben sich in der 2. Staffel zu sehr gehäuft. Wobei ich das Ende vertretbar finde. Im Grunde ist die Geschichte jetzt auserzählt. Leider soll es doch weitergehen. Ich fürchte, eine dritte Staffel wird der Serie nicht gut tun. Aber ihr dürft das gerne anders sehen. Hier der Trailer (Achtung, Spoiler!):

Und ich fürchte, bei „Dark“ ist schon die 2. Staffel zu viel. Hat das jemand schon gesehen?

Toller Seriencontent übrigens drüben auf DWDL: Die Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering überprüft dort die Politserie „Eichwald MdB“ auf Wahrheitsgehalt und meint: Krass überzeichnet, aber immer mit einem Fünkchen Wahrheit. Die 2. Staffel „Eichwald MdB“ ist übrigens gefloppt, aber nur im Fernsehen.

Und weil ich eh schon auf YouTube war, habe ich mich da ein bisschen umgeschaut und diesen tollen Kanal gefunden. Ein Typ, der aussieht wie Jon Snow (in Wahrheit Peter McKinnon heißt und 3,7 Mio. Follower hat), erklärt euch auf charmante Weise, wie ihr bessere Fotos machen könnt. Geniale Idee:

Es gab lange keinen Trendblog-Content mehr hier. Deswegen im Schnelldurchlauf: Ihr wollt WLAN im Garten? Kollege Sven Wernicke sagt, was ihr braucht. Ein Smart Speaker von, hört hört, Gigaset?! Geht. Sehr gut sogar, sagt Kollege Daniel Wendorf. Das Motorola OneVision verspricht drei Jahre Update-Garantie und sieht dabei aus wie eine Kreuzung aus den neuesten Samsungs und Huaweis. Kann man machen, sage ich.

Bild des Tages: Ich mag die mystische, dunkle Stimmung des Sommers. Und ihr?