Log #26: Von Tieren und Bienenstöcken (eigentlich E-Scootern)

Das ging jetzt schnell: Vor einer Woche fiel der Startschuss für E-Scooter in Deutschland (was zugegeben sehr lange gedauert hat), und schon ist sogar im beschaulichen Bonn der erste Anbieter direkt an den Start gegangen: Tier, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bonn (hört hört!).

Dieses Tier habe ich heute direkt einmal ausprobiert. Die Registrierung ist in nichtmal 5 Minuten erledigt, ihr braucht allerdings eine Kreditkarte. Ihr bucht und startet eine Fahrt mit der recht selbsterklärenden App. Dort erfahrt ihr auch, welcher Scooter gerade bei euch in der Nähe steht und wie viel Akku der noch hat. Abstellen könnt ihr den Scooter dann, wo ihr wollt. Er muss sich nur in der von Tier deklarierten Business-Zone befinden (in Bonn ist das anscheinend die Umweltzone (öhö)). Außerhalb davon gibt der Scooter außerdem kein Gas mehr, wie Hendrik berichtet. Also mal eben schnell von der Bonner City einen Ausflug ins Umland machen, is‘ nich‘.

Wäre aber auch nicht bequem und günstig, muss ich nach meiner Probefahrt sagen. Es dauert ein klein wenig, bis man sich an das Fahren gewöhnt. Antreten, gleichzeitig Gas geben, wohin mit dem zweiten Fuß? Nach ein paar Kilometern scheint mit, ein wenig in die Knie zu gehen und zur Sicherheit über ein wenig Spannung in den Armen eine Art Knautschzone zu bilden, die beste Fahrweise. Macht auch schnell Spaß.

Auf gerader Strecke fahren sich die Dinger gut, aber jede Unebenheit der Strecke spürt ihr sofort, noch mehr als beim Radfahren. Und auf Kopfsteinpflaster ist der Spaß dann trotz einer leichten Federung ganz vorbei. Trotz der 30 Grad draußen schwitze ich während der 20 Minuten Fahrt allenfalls ein wenig, weil das Halten der Balance doch mehr anstrengt, als auf einem Scooter mit Sitz. Es ist klar, dass sich das Fahren mit so einem Ding für kurze Strecken von maximal einigen Kilometern eignet. Aber für nichts Anderes sind diese Mietangebote ja auch gedacht.

Am Ende zahle ich knapp 4 Euro für die knapp 20 Minuten Fahrt. Das ist nicht gerade ein Discountpreis. Aber um schnell damit mal zum Bahnhof oder einem Termin zu düsen, wenn ich spät dran bin? Das ideale Verkehrsmittel! Nach der Fahrt stelle ich „das Tier“ direkt vor meinem Haus ab.

Tier hat sonderbarerweise Nutzungszeiten. Nachts von einer Party damit nach Hause fahren (was eh nur ginge, wenn ihr nicht gebechert habt; Promillegrenze: 0,5), is‘ ebenfalls nich‘:

Aber: Es sind ja noch einige weitere E-Scooter-Verleihdienste auf dem Weg in die Städte, wie mein Kollege Daniel Wendorf heute auf dem Trendblog zusammengetragen hat. Einige davon sicher auch nach Bonn. Ich bin gespannt, ob wir dann auch bald in den „Genuss“ von überall in Gräben herumliegenden Scootern kommen werden, wie andere Städte, nachdem die Startups pleite gegangen sind und die Besitzer sich aus dem Staub gemacht haben. Und ob wir im Winter damit auch so gerne fahren mögen wie im Sommer. Kann ich mir nämlich kaum vorstellen.

Dass es mit dem Scooter-Boom schnell gehen musste, treibt außerdem ein paar amüsante Stilblüten, wie Daniel auch herausgefunden hat. Da ist dann auf einer wohl mit der heißen Nadel gestrickten Übersetzung des Anbieters Hive in den FAQ von Bienenstöcken die Rede. Wie das wohl passiert ist. 😉

Trotzdem: Da herrscht gerade Aufbruchstimmung. Ich war bei weitem nicht der einzige, der heute in der Bonner Altstadt mit einem E-Scooter herumgefahren ist. Das Interesse ist groß. Könnte noch ein spannender Sommer werden.

Ein heißer Sommer übrigens auch… Holt die Klimageräte aus dem Keller! Herrje:

Die Hitze treibt die Leute zu allerhand Ansonderlichem. Versuch dein Glück, Jung, aber, hm…

Bild des Tages: Es wird Sommer: