Log #28: Von Tieren und Autofahrern und 1live

45 Minuten 1live gegen Deutschlandfunk Nova beim Mittagessen. Umschalten mit Alexa.

Wortbeiträge 1live: Ryan Reynolds hat im Suff was getwittert, was sich im Nachhinein als Promotion-Gag für seinen neuen Film rausgestellt hat. Kurze News um Punkt 1, Stauschau, „Bester Tag der Welt“, kurzer Einspieler zum Aktionstag gegen Plastikmüll. Ein Reporter berichtet, dass er darüber mit Experten gesprochen habe.

Wortbeiträge Deutschlandfunk Nova: Ausführliche Nachrichten zur halben Stunde, ein langer, fast 3-minütiger Beitrag über Facebook Libra, darin O-Töne von Experten, Hintergrundinfos, warum jemand in Addis Abeba sich da eher drauf freut als jemand in Mitteleuropa. Tech- und Wissenschaftsnews, unter anderem über ein neues Parkplatz-Sharing-Konzept, lange News zur vollen Stunde; laufen noch, als bei 1live die Stauschau schon vorbei ist, ein Expertentelefonat, wie man Haustiere gegen die Hitze schützt.

Punktsieg für Deutschlandfunk Nova. Warum ist 1live so seicht geworden? Warum sind Promi-News dort mittlerweile wichtiger als alles andere? Es gäbe doch genug Themen, die auch für junge Menschen interessant sind und sich zielgruppengerecht aufbereiten lassen, wie DLF Nova zeigt. Habt ihr schon aufgegeben?

Es ist der heißeste Tag des Jahres und ich muss mittags raus, um bei einem Elektronikmarkt einen Mikrofonadapter zu kaufen. Es geht dabei über die steile Viktoriabrücke. Meine einzige Hoffnung, nicht völlig zerflossen am anderen Ende anzukommen: Tier.

Das nächste Tier ist 400 Meter entfernt, durch mehr Sonne als Schatten flaniere ich möglichst entspannt dorthin. Treffe unterwegs einen Freund, der schweißgebadet ist. Nein, nichts passiert. Heiß halt. Okay. Auf dem Weg zum E-Scooter-Parkplatz sehe ich einen coolen Dude mit Baseballcap und Smartphone in der Hand. Shit! Wird der mir das letzte freie Tier noch wegnehmen? Er biegt zum Glück vorher ab, aber die Angst ist immer da…

An der Kreuzung muss ich auf die Straße wechseln und in der prallen Sonne ganz vorne in der Linksabbiegerspur warten (davor seid ihr natürlich auch mit einem E-Scooter nicht gefeit), als ich die Busse und LKW vor und neben mir sehe, geht mir schon ein wenig der Arsch auf Grundeis. Sehen die mich alle? Akzeptieren die, dass ich da bin? Ein BMW, der rechts abbiegt, kommt gerade noch rechtzeitig vor mir zum Stehen.

Die recht steile Auffahrt zur Viktoriabrücke meistert das Tier erstaunlicherweise mit voller Geschwindigkeit: 20 km/h bergauf – ich hänge sämtliche Radfahrer hinter mir ab. Auch bergab riegelt die Steuerung bei unweit über 20 km/h ab. Schade, aber fair.

Den Weg zurück nehme ich über das Gewerbegebiet und bereue es schon bald. Eine gerade Strecke lassen die gesetzlich vorgeschriebenen 20 km/h verdammt eintönig werden. Noch dazu ist hier pralle Sonne. Ein Autofahrer, der in der 30er-Zone direkt hinter mir fährt, überlegt, ob er warten soll. Dann setzt er zum Überholen an, ruft mir durchs offene Fenster zu: „Mach das Licht aus! Dann bist du schneller!“ Ja danke, Schlaukopf! Autofahrer…

Eine kurze Strecke über eine Schotterpiste stellt für Tier kein Problem dar (wie sähe das wohl bei schlechtem Wetter aus?).

Hinter einem Autohaus schießt ein VW aus einer Einfahrt, kommt auf dem Radweg zum Stehen, schneidet mir den Weg ab. Der Fahrer schaut nur in die andere Richtung, sekundenlang. Ich brülle ihn durch die offene Scheibe an, er soll Platz machen. Jetzt sieht er mich, aber grinst nur. Autofahrer!!!!1!11

Etwa 400 Meter vor dem Ziel riegelt Tier plötzlich ab und beschleunigt nicht mehr. Was ist jetzt los? Am Akku kann es nicht liegen, der war vor Fahrtantritt bei 94 Prozent. Außerhalb der Business Zone bin ich nicht. Fahre ich schon zu lange, ist es zu heiß? Ich beende die Fahrt per App und mache den Fehler, sie neu zu starten. Das gelingt auch, aber ich muss nun natürlich noch einmal 1 Euro Antrittsprämie zahlen. Zuhause angekommen, zücke ich das Smartphone. Die Tier-App zeigt 1:59 min Fahrt an. Ich drücke schnell zweimal auf Beenden und komme bei 2:00 raus – worauf mir Tier die dritte Minute auch noch berechnet.

Exakt 6 Euro hat mich die Fahrt hin und zurück gekostet. Ich komme nur leicht verschwitzt wieder in meiner Wohnung an. Eine Busfahrt wäre 1 Euro günstiger gewesen. Der Bus wäre dafür durch die ganze Innenstadt gegondelt, hätte (ohne Wartezeit) dreimal so lange gebraucht, die Klimaanlage (falls vorhanden) wäre bei der Hitze wie immer ausgefallen. Ich bereue nichts. Außer vielleicht, keine Mütze aufgesetzt zu haben.

Leidcast 0.8: Das Bild ist zu dunkel 🙁 aber die Kamera hat doch einen Mikrofonanschluss… Wer hier noch einmal einen YouTube-Star verlacht, bekommt es mit mir zu tun. Der Weg dahin ist nämlich gar nicht so leicht und das Starsein dann vermutlich auch nicht.

Sommer, Sonne, Solar? Was eigentlich logisch und vernünftig klingt, hat in der Praxis so einige Tücken. Ich gebe auf dem Trendblog 11 Tipps, wie ihr mit Solarladegeräten für Smartphones am besten umgeht. Stellt sich nämlich heraus: So trivial ist das nicht und auch bei bestem Wetter gewinnen weiterhin die gute alte Steckdose oder auch eine Powerbank.

Mikrofon-Adapter-Adapter

Warum laufen die Erfinder solch übelster Verpackungen eigentlich noch frei herum? :((

2 Kommentare

  1. Es hätte Dir aber auch passieren können dass du den Conrad verlässt und jemand ist mit „deinem“ Scooter weg gefahren, weswegen du zu Fuß heim gehst, oder?
    Also außerhalb von Innenstadt und Altstadt stehen die doch nicht alle paar Meter rum….

    • Da standen wohl noch zwei weitere in der Nähe… Aber klar, die Gefahr ist von nun an immer da, und es wird vermutlich nicht besser werden, wenn immer mehr Leute auf den Geschmack kommen.

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