Log #33: Da wären wir!

Das war’s? Ja, das war’s! 33 Logs habe ich euch versprochen. 33-mal habe ich geloggt. Vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren, Diskutieren! Zum Abschluss gibt es heute wohl das längste Log der Staffel. Muss aber sein. Und bitte, bitte, hört auch ganz am Schluss meinen letzten Leidcast an. Denn da geht es heute um etwas, das mir sehr am Herzen liegt!

Wie war’s denn so für euch? Wenn ihr euch traut, schreibt mir zur Feier des Tages doch mal einen Kommentar!

Was mir am besten gefallen hat, war das Gefühl, mal wieder etwas für andere getan zu haben. Für mich selbst auch, klar. Aber es war schön zu sehen, wie sich alte Bekannte plötzlich gemeldet und mir geschrieben haben, wie sie die und die Folge gerne gelesen haben und sich auf die nächste freuen.

Ich habe viel erlebt in diesen immerhin fast 6 Wochen. Highlights waren natürlich, wie ich durch Verkettung unglücklicher Ereignisse einen Bus zum Erliegen brachte, mit dem Tier unterwegs war oder auch, wie sich der Generalanzeiger bei mir gemeldet hat. Vermutlich wäre das ohne Log alles ganz anders gelaufen.

Mir hat es gut getan zu loggen. Es hat mich sortiert, die Zeit verging wie im Fluge und ganz nebenbei hat es mich zumindest gefühlt deutlich leistungsfähiger gemacht (kann aber auch am zeitgleich wunderbaren Wetter liegen).

Verbesserungspotenzial, das ich selbst sehe: Ich denke, zumindest ein klein bisschen mehr Design könnte hier schon rein. Und wenn es Zwischenüberschriften sind. Ansonsten gefällt mir die Idee von einem Themenmix, hin und wieder mit einem Schwerpunktthema. Eher loggen als bloggen halt.

Das mit dem Podcasten und Videocasten ist noch auf einem seeehr amateurhaften Niveau geblieben, da bin ich nicht so weit gekommen, wie ich mir erhofft hatte. Aber ich bin froh, das Thema für mich zumindest mal angestoßen und ausprobiert zu haben. Eben weil da noch so viel im Argen liegt, reizt es mich ein wenig, genau da als nächstes anzusetzen. Auch meine Bilder sahen anfangs scheußlich aus und mittlerweile, nun ja, zumindest präsentabel:

Ich habe mich daran erinnert, wie ich früher wohl eher die Flinte ins Korn geworfen hätte als heute. Mit „früher“ meine ich meine Schulzeit in den 90ern. Stellt euch eine Zeit in der Provinz vor, weit vor Internet, Wikipedia und YouTube. Vorne stand ein Lehrer, der mal besser, mal schlechter erklärt hat, hinten wurdest du von anderen oder deiner eigenen jugendlichen Unkonzentriertheit abgelenkt. Schulbücher waren meistens Bleiwüsten. Eine Schulbibliothek hatten wir nicht, PCs jünger als 10 Jahre auch nicht. Die kirchliche Bibliothek ein paar Häuser weiter war noch die modernste, kostengünstigste Einrichtung, aber nicht auf Fachliteratur spezialisiert. Meine Eltern waren keine Akademiker, aber haben großen Wert auf Bildung gelegt. Und auch angeboten, in Literatur zu investieren, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Aber vergesst nicht: Es war die Zeit weit vor Amazon und dem Netz. Du konntest nicht mal eben eine Stunde nach dem geeignetsten Fachbuch über den Zitronensäurezyklus recherchieren.

Kürzen wir es so ab: Wenn du etwas nicht verstanden hattest, dann war es viel, viel schwerer als heute, es in Erfahrung zu bringen. Nicht selten hat man resigniert. Dieses Gefühl hat sich als gefährlicher Automatismus bei mir eingeschlichen: weiß ich nicht, kann ich nicht in Erfahrung bringen, muss ich so akzeptieren.

Letzte Woche habe ich diesen Automatismus an mir wieder entdeckt, als ich den Ukulele-Stammtisch besuchte, nicht hinterherkam, nicht genau wusste, ob ich bisher alles „falsch“ gemacht hatte oder eben nicht. Hätte ich früher wohl einfach so akzeptieren müssen. Heute gibt es das Internet. Ich kann nachlesen. Es gibt YouTube, ich kann mir Videos aus verschiedenen Quellen anschauen. Es gibt Tools wie Yousician, es gibt Skype-Lehrer, es gibt Online-Lernkurse für Ukulele – oder für alles andere auch. Hier gibt’s zum Beispiel nen lustigen Fischkopf, der euch das Ukulelespielen erklärt:

Es gibt heute Möglichkeiten, die ich mir vor 20, 25 Jahren sehnlichst herbeigewünscht hätte. Lernen wurde endlich disruptiert. Die Deutungshoheit liegt nicht mehr bei einigen zweifelhaften, halb-diktatorischen Gestalten hinterm Lehrerpult (und okay, auch einigen Lehrern, die echt in Ordnung waren).

Wer deswegen sagt, dass früher alles besser war, der hat wohl schnell vergessen. Ein Scheiß war früher besser als heute!

I see a table and I want it painted black:

Aufgenommen mit dem Gigaset GS110

Ich habe meinen Beistelltisch schwarz angestrichen, weil er besser zur Optik passt. Und ich habe mich darauf eingelassen, das 110-Euro-Smartphone Gigaset GS110 zu testen. Sagen wir so: Ich bin noch nicht ganz überzeugt. Beim Foto oben habe ich nicht irgendwie ein Milchglas vor die Linse gehalten oder bin wild durch die Gegend gehüpft. Es macht wirklich keine besseren Fotos. Zum Vergleich: So sieht das Motiv mit einem Galaxy S10 aus:

Aufgenommen mit dem Galaxy S10

Wer war nochmal derjenige, der sagte, man könne mit jedem Smartphone schöne Bilder machen? Ah so, ich war das. Vielleicht muss ich das revidieren. Die Einstiegsklasse ist doch schlimmer, als ich dachte.

Google und Amazon verramschen ihre smarten Lautsprecher gerade für knapp 20 Euro! Ich glaube, das ist der billigste Techniktrend, den wir seit der digitalen Armbanduhr und dem Kofferradio hatten. Ist es Massenware? Ist der Konkurrenzkampf so groß, dass die Preise fallen? Oder werden die beiden ihr Zeug schlicht nicht los?

Wie man das Vertrauen von Mietern nicht zurückgewinnt, um die man sich jahrelang nicht gekümmert hat: mit einem Streetart Festival. Guter Bericht im GA dazu!

Solarzellen einfach da auszulegen, wo ganz viel Sonne ist, zum Beispiel in der Wüste, klingt nicht nach der allerschlechtesten Idee. 3,2 Millionen Solarmodule im Noor Abu Dhabi auf einer Fläche von 8 Quadratkilometern versorgen künftig 90.000 Menschen. Ich will das keinesfalls schlecht reden. Aber ich bin ein wenig auf Kriegsfuß mit der Solar-Technologie von heute. Weil sie nicht sehr zuverlässig und effizient ist. Um eine vergleichsweise kleine Großstadt wie Abu Dhabi (1,5 Mio. Einwohner) ganz mit Solarenergie zu versorgen, bräuchte man hochgerechnet also ein Areal von 130 Quadratkilometern (oder 11,5 x 11,5 Kilometern) . Das wäre etwa doppelt so viel, wie Abu Dhabi überhaupt groß ist und damit würde selbst in der Wüste der Platz langsam knapp.

Last and definitely not least: Mein letzter Leidcast des Log-Experiments, heute mit einem überraschenden Ereignis im Supermarkt und meinem Plädoyer für eine bessere Welt. Bitte hört mal rein:

Dank an meinen „Lebensretter“!

Und vielen Dank euch allen! Leidlog Staffel 1 ist hiermit beendet.

7 Kommentare

  1. Nicht aufhören!
    Dein Log ist mein neues Facebook, ich will weiterhin täglich unterhalten werden 🙂

  2. Ha! „Staffel 1“, ein Hook – das macht Hoffnung! 😉
    Bitte weiter machen, es ist eine Bereicherung für einige Leute, ich freue mich jeden Tag drauf!

    • Danke fürs Lesen und Kommentieren, Boris! Und schön dass du wiedergekommen bist. 🙂 Ja, man hört erste Gerüchte über eine 2. Staffel. Aber noch scheint nichts konkret zu sein.

  3. Ich fand dein Vorhaben super und bedanke mich für die großartige Unterhaltung, die philosophischen Ausflüge und die Denkanstöße, die deine Beiträge liefern. Mir hat die Lektüre großen Spass gemacht: die fantastische Beobachtungsgabe, insbesondere für die kleinen Dinge des Alltags, aus denen du Deine Texte baust, dein facettenreicher Stil, der große Sinn für Humor, das Schöne, das Wahre und Gute und für das Skurile.
    Gott sei Dank, bin ich überhaupt auf den Blog aufmerksam geworden. Fan Deiner Fotos bin ich ja schon länger.
    Für mich als durchschnittlich fühelnden und denkenden Menschen ist es faszinierend, wieviel Zeit und Energie du in diese „ehrenamtliche“ Arbeit steckst, die ja nun mal leider und zu unrecht von einem sehr kleinen Kreis wahrgenommen bzw. gelesen wird.
    Lass Dir Zeit mit einer Fortsetzung, verpulvere nicht deine Kreativität und Engagement für diese Sache. Du hättest Dir auch viel mehr Zeit lassen können mit der Veröffentlichung neuer Texte. Einmal pro Woche reicht ja, oder abhäbgig davon, ob grad was Erwähnenswertes anliegt. Verbrauch dein Talent nicht!

    • Holla, Jens, danke dir! Das war eigentlich nicht als Fishing for compliments gedacht. Hatte eher auf konstruktives Verbesserungsmanagement gehofft. Freut mich auf jeden Fall sehr, dass es dir so gut gefallen hat!

      Und keine Sorge: Ich verpulvere nichts. Ich hab nur einfach viel zu erzählen und irgendwo muss es hin. 😉 Deswegen ist nicht unwahrscheinlich, dass hier in Bälde wieder etwas folgt. Vielleicht dann etwas, was ein bisschen in eine andere Richtung geht.

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