Log #9: Eifelpilgern

Smartphone-Freak zum zweiten Mal in einer Woche ohne Netz. Diesmal wegen: Eifel.

Offline zu sein, ärgert mich. Einige Mitmenschen gucken mich dann mitleidig an, weil sich für sie der Typus „Smombie“ oder „Social-Media-Junkie“ in die Köpfe eingebrannt hat. Tatsächlich ist es aber eigentlich nur so, dass ich in Kontakt bleiben will. Es geht nicht darum, sich stundenlang hinter seinem Smartphone zu verstecken, während man sich in netter Gesellschaft befindet, Bilder bei Instagram hochzuladen etc. Das kann ich auch gut danach noch tun. Lieber rede ich mit den Menschen vor Ort. Aber ich würde gerne direkt mit meinen Freunden zu Hause kurz was abklären, wenn etwas anfällt. Ein paar lustige Schnappschüsse von unterwegs direkt mit ihnen teilen. Mitbekommen, was sie gerade tun und planen. Nicht erst Stunden später, wenn wieder LTE da ist (mich rettete das WLAN des Schwimmbad-Restaurants Waxweiler. Danke dafür).

Und jetzt stellt euch vor, ihr wärt nicht nur Tourist, ihr würdet dort leben…

Die Eifel ist ein schöner Anschauungsort dafür, wie sich die Katze in den Schwanz beißt. Strukturschwache Region muss ohne schnelles Internet leben, weil sie dünn besiedelt ist, und die Region entsiedelt sich noch mehr, weil sie kein schnelles Internet und vielflächig überhaupt keinen Mobilfunkempfang hat. Das erschwert den Alltag der Leute vor Ort, es macht das Leben weniger lebenswert in einer Zeit, in der einfach alles mit dem mobilen Internet geregelt wird. Und dass das Land abseits der Städte davon völlig ausgespart wird, ist ein Armutszeugnis für Deutschland. Symptomatisch finde ich dieses Bild, das ich heute in Waxweiler geschossen habe. Das Wirtshaus an der alten Kirche ist jetzt nur noch Kneipe…

In der Eifel war ich diesmal mit ein paar sehr netten Leuten pilgern. Eintagespilgern zumindest. Aber es ging durchaus von Kirche zu Kirche.

A propos: Heute ist Feiertag. Ich verzichte deswegen einmal auf die Trendblog-News.

3 Kommentare

  1. Und auf der anderen Seite gibt es in Städten Geschwindigkeiten, die auch wieder keiner braucht. Habe gerade gestern in der Karlsruher Innenstadt gemessen. Da bietet O2 120 Mbps Download und 60 Mbps Upload! Wer braucht sowas auf dem Smartphone?

    • Jou, sehe ich auch so, wobei es hier dann sicherlich um Bandbreite geht, wenn eine Junggesellenfeier mehrfach life übertragen wird… 🙂

    • Schlecht ist das schon nicht. Ich habe hier auch 150 Mbit/s. Merkt man nur bei Downloads. Aber wenn 70 MB große Apps in drei, vier Sekunden runtergeladen sind, dann ist das schon ein Gewinn. Zumal die Dateien ja immer größer werden und wir bald alle 4K-Filme streamen sollen. Aber klar, wenn dafür fünf Eifeldörfer angeschlossen werden könnten, würde ich mich mit einem Zehntel davon zufrieden geben.

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