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	<title>Leidartikel &#187; Phuket</title>
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	<description>Das Leben aus einer anderen Perspektive.</description>
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		<title>Mal nach Asien Fliegen &#8211; Teil III: Patong Beach, wo Himmel und H&#246;lle dicht beieinander liegen</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 22:31:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Vielmeier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Eigentlich wollte ich mir nur mal den Strand anschauen, aber meine Nerven liegen jetzt schon blank. Die Einheimischen halten nicht viel vom geschriebenen Angebot und so wird man an jedem, wirklich jedem Laden von den Verkäufern angesprochen: &#8220;Need a taxi?&#8221;, &#8220;Hello Sir, massage?&#8221;, &#8220;Have a look at the menu?&#8221;, &#8220;Welcome my friend. Need a suit?&#8221;, [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/phuketcity2.jpg" alt="" title="phuketcity2" class="alignnone size-full wp-image-861" align="left" />Eigentlich wollte ich mir nur mal den Strand anschauen, aber meine Nerven liegen jetzt schon blank. Die Einheimischen halten nicht viel vom geschriebenen Angebot und so wird man an jedem, wirklich jedem Laden von den Verkäufern angesprochen: &#8220;Need a taxi?&#8221;, &#8220;Hello Sir, massage?&#8221;, &#8220;Have a look at the menu?&#8221;, &#8220;Welcome my friend. Need a suit?&#8221;, &#8220;Boat trip to James Bond Island?&#8221;</p>
<p>Gerade mal eine halbe Stunde vorher bin ich meinem Hotel in Patong aufgeschlagen, der Touristenhochburg an der Westküste von Phuket in Thailand und nicht mehr weit vom Ende der Welt entfernt. Mangels Übernachtungsmöglichkeit habe ich mich gleich am Flughafen wider besseren Wissens treudoof von der Touristeninformation ansprechen lassen. Das Personal ist schwer engagiert und bietet mir nach mehrmaliger Nachfrage und Feilschen ein Hotel für 700 Baht die Nacht an. Das sind etwa 15 Euro und scheint mir für thailändische Verhältnisse überteuert, soll sich jedoch im Nachhinein als Schnäppchen herausstellen. Ein Minibus, in den man mich zusammen mit einem genauso herzensguten wie schwulen australischen Pärchen steckt, bringt mich über den Umweg in einem unsäglichen Reisebüro in einer knappen Stunde zu meinem Hotel.<span id="more-854"></span></p>
<p><a href="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/phuketcity.jpg"><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/phuketcity.jpg" alt="" title="phuketcity"  class="alignnone size-full wp-image-857" /></a><br />
<br clear="all"></p>
<p><strong>In einer reizenden Nebenstraße</strong></p>
<p>Und von dort, nur einen halben Kilometer an der Haupt-Einkaufsstraße entlang, tun mir die Ohren vom Gebrüll und die Hände vom Abwinken der vielen Angebote weh, als ich plötzlich eine kleine Seitenstraße entdecke, die ein bisschen hinterhofartig wirkt aber direkt zum Strand führt. Auf geht&#8217;s! Doch weit komme ich nicht, denn plötzlich stellt sich mir eine aufreizend gekleidete Dame in den Weg: &#8220;Hello lonely boy. You want massage? Look over here, all my friend. Can choose the girl, you know, spend good time.&#8221; Sie deutet auf fünf gleich angezogene Kolleginnen am Straßenrand, die anfangen zu lachen und Kussgeräusche von sich geben.&#8221; Ich lehne höflich ab und will mich verabschieden, aber sie weicht nicht von der Stelle. Ich versuche um sie herumzulaufen, aber erst mit Händen und Füßen kann ich die Frau abwimmeln, die mir als Dank zur Verabschiedung in den Arsch kneift.</p>
<p>Zehn Meter weiter stellt sich mir die nächste Masseuse in den Weg: &#8220;Come here, Sir, come here! Beautiful girl, can choose best girl you like.&#8221; Ich wehre sie mit den Händen ab und schlängele mich an ihr vorbei, nicht ohne auch von ihr in den Arsch gekniffen zu werden. Kaum 20 Meter weiter sind zwei weitere Massage-Salons auf mich aufmerksam geworden und verschiedene Frauen stellen sich mir in den Weg.</p>
<p>Was zum &#8230; !</p>
<p>Zurück kann ich nicht mehr und in die andere Richtung warten diverse Masseusen und Marktschreier auf ihr gefundenen Fressen. Okay okay, ich hab&#8217;s begriffen. Bin in die falsche Straße eingebogen. Aber wie komme ich hier wieder raus? Ich gehe einen Schritt schneller, fahre die Ellenbogen raus, gucke so arrogant wie ich kann. Fünf sehr lange Minuten später habe ich die Straße dann endlich hinter mir, aber nicht ohne von weiteren drei Frauen betascht und von zwei Anzugverkäufern fast in ihre Schneiderei gezogen worden zu sein. Endlich am Strand! Aber himmlische Ruhe? Weit gefehlt! &#8220;Sir, you want coconut?&#8221;, &#8220;T-Shirt? Sun-glasses? Rolex-watches?&#8221;, &#8220;Jet-ski, my friend?&#8221;</p>
<p>Ich will hier wieder weg! Und zwar schnell!</p>
<p>Am späten Abend beruhigt sich die Lage zum Glück zusehends. Die Thais gehen früh schlafen, und mit den schließenden Geschäften sinkt der Lärmpegel. Ich gönne mir ein leckeres Abendessen mit herzhaftem Tintenfisch und Chang-Bier und suche mir danach in aller Ruhe den Massage-Salon aus, der am wenigsten verrucht aussieht. Eine Thai von vielleicht 35 Jahren gibt mir eine Öl-Massage. Weil mir nach dem Wakeboard fahren noch immer alles weh tut, genau das richtige. Ganzkörpermassage schließt auch die Oberschenkel und Leistengegend mit ein. Ich bin nur von einem Handtuch bedeckt und immer wieder massiert sie nur haarscharf an den interessanten Stellen vorbei. Das ganze ist nicht unerotisch, an der Leistengegend bin ich kitzelig und fange an zu kichern, was sie erwidert. Wundert mich selbst, dass ich so überrascht bin, als sie plötzlich fragt: &#8220;You want happy ending?&#8221; Manchmal staune ich über meine eigene Naivität. &#8220;You know what I mean, right?&#8221;, fügt sie mit einem Augenzwinkern an. &#8211; &#8220;Yes, but I cannot do it&#8221;, entgegne ich, was sie nicht verstehen will. &#8220;Why don&#8217;t want? You got wife? Girlfriend? You gay? You can do without?!&#8221;</p>
<p>Es ist gar nicht so leicht, das zu begründen. Am Ende ist sie sauer, dass ich ablehne und wird unhöflicher. Ihr geht gutes Geld dabei flöten. Eine einstündige Massage kostet weit unter 10 Euro. Entsprechende Extra-Services (was ich nach Gesprächen mit diversen Touristen erfahre), 30 bis 40 Euro. Ich gebe ihr 100 Baht extra, aber richtig zufrieden ist sie nicht. Was soll man machen.</p>
<p><a href="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/phukethotel.jpg"><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/phukethotel.jpg" alt="" title="phukethotel"  class="alignnone size-full wp-image-859" /></a><br />
<br clear="all"></p>
<p><strong>Bei Nacht: Ladyboy und Kidnapping</strong></p>
<p>Ich bin kurz vor meinem Hotel, als mich ein Ladyboy anspricht und an den Arm fasst. Es ist der erste, den ich in Thailand sehe und so offensichtlich, dass er keine Frau ist, dass anfange zu lachen. Er nimmt das als Anlass mir zu folgen. Ich will ihm sagen, dass ich nur auf &#8220;echte&#8221; Frauen stehe, aber auch keine Masseusen, keine gekaufte Liebe und so weiter. Aber dann belasse ich es bei einem gut gemeinten &#8220;No thank you&#8221;, was er akzeptiert. Meine Gründe verstehen die hier doch sowieso alle nicht. Warum auch? Es gibt genug Touristen, die genau deswegen nach Thailand kommen.</p>
<p>Mitten in der Nacht weckt mich das Geschrei einer jungen Frau auf der Straße. Als sie nicht aufhört, quäle ich mich aus dem Bett, werfe einen Blick auf die Uhr &#8211; es ist 3:40 Uhr &#8211; und schaue auf dem Balkon nach, was los ist. Es ist eine vielleicht 18-jährige Thai, die von zwei Männern in einen schwarzen Pick-up gezogen wird und sich vehement dagegen wehrt, um sich schlägt und brüllt. Ein paar besoffene Touristen gehen vorbei, tun aber so als ob sie das nicht interessiert. Die Männer verfachten das Mädchen ins Auto und düsen davon. Ohhhkaaay&#8230; Hab ich das richtig verstanden, eine Entführung? Oder war es &#8220;nur&#8221; der große Bruder, der seine ungezogene Schwester nach Hause holt? Die kulturellen Unterschiede halt. Aber was soll ich jetzt machen? Mich einfach wieder schlafen legen? Der Rezeption Bescheid sagen? (Wenn da noch einer wach wäre, hätten sie das hören müssen.) Die Polizei rufen? Ohne die Rufnummer zu kennen, ohne das Nummernschild erkannt zu haben und ohne bis auf Swadee kaa kein Wort Thai zu sprechen?</p>
<p><a href="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/phuketbeach.jpg"><img src="http://www.leidartikel.de/wp-content/uploads/phuketbeach.jpg" alt="" title="phuketbeach" class="alignnone size-full wp-image-858" /></a><br />
<br clear="all"></p>
<p><strong>Hilfsbereit und hilflos: Die Touristenpolizei</strong></p>
<p>Ich entscheide mich nach langem Hin und Her am nächsten Morgen nach dem Auschecken zur Touristenpolizei am Strand zu gehen. Zwei Beamte sind anwesend. &#8220;Yes, what can do for you?&#8221;, fragt der eine. Ich erkläre ihm die ganze Geschichte auf Englisch, worauf er sich ratlos umblickt und seinen Kollegen hinzuholt. Beiden erkläre ich die Geschichte noch einmal auf langsamstem, einfachstem Englisch. Sie scheinen nur Wortfetzen zu verstehen. &#8220;It was a tourist?&#8221;, fragt der Zweite dann. Ich überlege kurz, ob ich &#8220;ja&#8221; sagen soll, damit sie überhaupt etwas unternehmen, entscheide mich aber dagegen. &#8220;It was a local girl.&#8221; &#8211; &#8220;What did they do?&#8221; Ich beschreibe ihm nun mit Händen und Füßen noch einmal pantomimisch, wie das Mädchen erst gezogen, dann gestoßen wurde. Die beiden gucken sich rätselnd an.</p>
<p>&#8220;And they put her in black pick-up car?&#8221;, fragt der eine. Woher weiß er das? Das hatte ich noch gar nicht erwähnt. Ich weiß selbst, dass meine Aussage ohne KFZ-Kennzeichen herzlich wenig wert ist. Ich dachte ja nur, falls ein Mädchen als vermisst gemeldet wird, dann wurde sie von Männern in einem Pick-up-Truck entführt. Ach, sinnlos. Nach meiner Aussage verabschieden sich die beiden Polizisten freundlich, sind aber nicht an einer schriftlichen Stellungnahme oder irgendwas interessiert. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich dem Mädchen nicht helfen kann. Aber so ist das wohl.</p>
<p>Ich setze mich noch einmal an die Promenade und schaue aufs Meer hinaus. Diesmal spricht mich kein Verkäufer an. Es ist noch früh am Tag und nicht so furchtbar heiß. Gleich werde ich ein Taxi nehmen und weiter in Richtung Süden fahren. Es ist schon ein verrücktes Fleckchen Erde hier, wo Osten und Westen so ungedämpft aufeinander prallen. Mein Reiseführer schreibt über Patong Beach: &#8220;Mit seinem Hang, die Midlife-Crisis in eine komplette Industrie zu verwandeln, wuchert Patong mit unfreiwilliger Komik. Aber werfen Sie einen Blick auf den unglaublich weißen Sand, die wunderschöne Bucht und Sie werden verstehen, wie all das angefangen hat.&#8221; Das mit dem Strand stimmt. Das Paradies kann nicht weit weg sein &#8211; das Ende der Welt aber auch nicht.</p>


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