Travellog .7: Mission abort

Ich kann nicht einschlafen und überlege mir, die Mission sofort abzubrechen. Es macht so keinen Sinn. Einfach mal um 2 Uhr nachts die Rückreise antreten? Warum nicht. Hellwach bin ich eh. Aber was, wenn ich morgen früh doch gesund bin und es dann bereue?

Ich probiere es mal mit dem Vernünftigsein und Drüberschlafen.

Villa Marie Curie in Görlitz. Jepp, poste ich hier einfach so ohne Kontext.

Sonderbarer Zustand dann heute Morgen. Das Kratzen im Hals ist weg, die Nase läuft ein wenig. Nach der Dusche bin ich erstaunlich fit. Ich kann plötzlich gar nicht mehr sagen, ob ich krank oder gesund bin. Was jetzt?

Ich checke erstmal aus. Nun ist es also so weit: Keine Verlängerung mehr. Und ich habe alle Zeit der Welt. Genehmige mir einen Kaffee im Rathaus-Café, schreibe ein paar Mails und denke nach. Die Nase läuft immer mehr, ich fühle mich schummrig. Meine Freundin klärt mich per WhatsApp auf: Nein, du bist noch nicht gesund!

Manchmal gut, wenn jemand das klar für einen auf den Punkt bringt. 🙂

Also, komm, was soll das hier! Ab nach Hause! Nachdem ich Britta in Berlin und Mario in Hamburg kontaktiere und erfahre, dass beide selbst auch angeschlagen sind, habe ich zumindest kein schlechtes Gewissen.

Bevor es losgeht, will ich mir noch das Kaufhaus Görlitz anschauen, die Kulisse für das Grand Budapest Hotel.

Das Schild gestern:

Das Schild heute:

Ich stehe um 1215 Uhr vor der verriegelten Tür. Schnappatmung.

IHR MIESEN, BLÖDEN, DRECKIGEN…!?*%&$

Karma sorgt dann wenigstens dafür, dass das Café Herzstück für mich schon geöffnet hat. Laut Sven das beste Café in Görlitz. Ich kenne noch längst nicht alle, aber für die getesteten unterschreibe ich das! Ein letzter leckerer Kaffee, noch schnell in Polen günstig tanken und los geht’s.

Café Herzstück: Bestes Café in Görlitz?

Ich würde euch gerne von wilden Abenteuern auf der Autobahn erzählen, wie ich mit Wölfen gerungen, Bären erlegt, mir selbst das gebrochene Bein geschient habe usw. Aber tatsächlich hatte ich selten eine weniger ereignisreiche Autofahrt. 450 der 650 Kilometer schnurgerade auf der A4 (herrlich leere Autobahn an einem Donnerstagnachmittag!), kein Stau, gefühlte Durchschnittsgeschwindigkeit: 150. Mit einigen Pausen 7 Stunden Fahrt. Sonst nix zu erzählen.

An einer Raststätte steht ein Anhalter, Typ Christopher McCandless, (Anhalter nehme ich ja meistens mit, wenn sie vertrauenswürdig aussehen), aber um den haben sich tatsächlich schon zwei andere Autofahrer gescharrt.

Alles in allem war das schon nicht gesund, was ich hier tue. Aber wenn ich die Form von Erkältung habe, dann weiß ich schon, dass ich eine Woche daran laboriere und das tue ich dann „am liebsten“ zu Hause.

Ende der Reise!? Schon. Dieser Reise zumindest. Und, ach Mensch. Wenn mein Auto erstmal anspringt, dann fährt es, und zwar richtig gut (163 PS!). Das wird ein trauriger Abschied werden, wenn der TÜV uns Ende August scheidet. :´(

Das Ende von Stranger Things 3 gesehen. Ich hatte nach der enttäuschenden 2. Staffel mit dem Schlimmsten gerechnet. Zum Glück zu Unrecht. Nummer 3 war wunderbar! Ob das mit Haus des Geldes auch funktioniert…?

Nach zahlreichen Emmy-Nominierungen Matrjoschka (im Original: Russian Doll) eine Chance gegeben. Vielleicht liegt’s an meinem Geschlecht, aber über alle New-York-Comedies aus weiblicher Feder kann ich einfach nicht lachen (über 30 Rock gerade noch ein bisschen). Interessant zu sehen ist diese „Täglich grüßt das Murmeltier“-Adaption trotzdem. Bin bei Folge 3 und will jetzt auch wissen, wie sie das auflöst! 🙂

Trendblog-Content: Ich habe die Sony Alpha 7R IV vorgestellt. In der Kameraindustrie ist eindeutig ein neues Megapixel-Rennen ausgebrochen. Wobei es bei genauerer Betrachtung eigentlich ein Prozessor-Rennen ist: Wer kriegt mit den meisten Megapixeln die meisten Bilder pro Sekunde verarbeitet? Sony geht mit der 7R IV in Führung. Toller Beitrag auch von Kollege Frank Müller, der auf seiner Snowdonia-Reise eine Garmin-Fitness-Watch ausprobiert hat. Schaut euch diese Bilder an!

Und ein letztes „Hm…“ zum Schluss. Was ist so toll an… oder haben die etwa den Plural von Ei…?